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  Neue Bücher: Entführungsketten, große kleine Städte, unfähige Agenten
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In gewohnter Manier haben wir am Mittwoch fleißig neue Bücher in unser System eingegeben, und auch dieses Mal waren wieder einige prominente Neuzugänge dabei. Die erwähnenswertesten neuen Werke stellen eine Mutter vor eine geradezu absurde Aufgabe, eine Stadt versucht ihre Zerrissenheit wieder zu kitten, und zwei scheinbar unfähigen Agenten kommt eine große Verantwortung zu.

Den ersten Blick des Tages werfen wir dieses Mal auf den Knaur Verlag, in dem mit Adrian McKintys Thriller »The Chain« ein Werk vorgelegt wurde, über das wir hier nicht zum ersten Mal berichten. Wir erwähnten es erstmals im vergangenen Monat, da der nordirische Gewinner des Edgar Allan Poe Awards mit seinem Werk bis auf den vierzehnten Rang der Bestsellerliste der New York Times gestürmt war. Dass sein Buch nach so kurzer Zeit nun auch in deutscher Sprache erhältlich ist, dürfte zeigen, wie viel Vertrauen von Verlagsseite in die Story gesetzt wird. In dem Buch begegnet man einer jungen alleinerziehenden Mutter namens Rachel, deren dreizehnjährige Tochter auf dem Schulweg abhanden kommt. Zumindest das Handy des Mädchens wird gefunden. Auf diesem geht kurz darauf ein Anruf ein: Die Frau am anderen Ende der Leitung erklärt, sie habe die junge Rachel nicht nur entführt, sie sei obendrein selbst die Mutter eines entführten Kinders und dadurch Teil der »Chain« geworden. Sie stellt Rachel vor die gleiche Aufgabe, die man ihr gestellt hat: Sie muss innerhalb weniger Stunden selbst ein Kind entführen und dessen Eltern dazu bringen, das gleiche zu tun, ansonsten wird sie ihre Tochter nicht wiedersehen. Der Thriller mit der perfiden Idee hat einen Umfang von 352 Seiten und kostet 14,99 Euro. Für zwei Euro weniger kann man ihn im Digitalformat bekommen. In Kürze wird es zudem eine Hörbuchausgabe geben, die von Schauspielerin Sandra Borgmann eingelesen werden wird.

Fredrik Backman, der einst durch seinen »Mann namens Ove« berühmt wurde, was erschreckenderweise nun auch schon wieder ein halbes Jahrzehnt her ist, hat wieder zugeschlagen. Sein neuester Roman trägt den Titel »Wir gegen euch« und führt die Leser zurück nach Björnstadt, die (kleine) Stadt der großen Träume aus dem gleichnamigen Roman, der passend zum neuen Werk in einer neuen (preisgünstigeren) Taschenbuch-Version wieder auf dem Buchmarkt aufgetaucht ist. In »Wir gegen euch« breitet Backmann noch mehr große Emotionen aus der kleinen Stadt über seinen Fans aus. Nachdem die Menschen in Björnstadt erlebt haben, was es ausmacht, wenn der ganze Ort mehr oder weniger auseinanderfällt, wollen sie nun endlich wieder zueinander finden und die Grundlage für eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Was sich nach einer vermeintlich machbaren Aufgabe anhört, wird letztenendes ein Kampf auf Leben und Tod. »Wir gegen euch« wurde im Fischer Verlag Krüger veröffentlicht und ist 544 Seiten stark. Das Buch kostet als gebundene Ausgabe 19,99 Euro, für digitale Buchstaben müssen drei Euro weniger gezahlt werden. Heikko Deutschmann, der in der Vergangenheit schon für alle anderen Backman-Romane zuständig war, hat zudem eine ungekürzte Hörbuchausgabe mit einer Laufzeit von satten 17:32 Stunden eingelesen.

Im schweizer Diogenes Verlag wurde derweilen Mick Herrons Jackson-Lamb-Serie zum zweiten Mal auf die deutschsprachige Buchwelt losgelassen. Im englischsprachigen Original ist das Buch schon vier Jahre alt und die zugehörige Reihe so erfolgreich, dass sie inzwischen auf sechs Bücher angewachsen ist. Der zweite Teil trägt den Titel »Dead Lions«. Darin erhalten zwei vom MI5 mehr oder weniger ausrangierte Agenten den Auftrag, einem russischen Oligarchen Schutz zu geben, da man sich erhofft, aus ihm Informationen herauszubekommen. Zur etwa selben Zeit wird ein Mann, der während des Kalten Krieges als Spion fungierte, tot aufgefunden. Angeblich wurde er durch einen Schlaganfall dahingerafft, doch dies ist höchst zweifelhaft. Stattdessen spielen in beiden Angelegenheiten scheinbar sogenannte »Dead Lions« eine Rolle, wie russische Schläfer bezeichnet werden. Dadurch stehen plötzlich zwei Agenten, denen nichts zugetraut wurde, vor einer wichtigen Aufgabe. »Dead Lions« ist 480 Seiten stark und kostet 24 Euro. Für die E-Book-Ausgabe sind 21,99 Euro zu zahlen.

Zum Abschluss noch drei weitere erwähnenswerte neue Bücher im Schnelldurchlauf: Der schreibende Schauspieler Chris Colfer entführt seine jungen Leser zum zweiten Mal in das »Land of Stories«. Sein Werk, das vom Fischer Sauerländer Verlag jungen Bücherwürmern ab einem Alter von zehn Jahren ans Herz gelegt wird, trägt den Titel »Die Rückkehr der Zauberin«. Der schreibende Schauspieler und womöglich persönliche Bekannte des Yeti Reinhold Messner hat für sein Buch »Der Eispapst - Die Akte Welzenbach« eine außergewöhnliche Lebensgeschichte rekonstruiert, die davon berichtet, wie das Bergsteigen in den dreißiger Jahren seine Unschuld einbüßte. Der schreibende Rechtsmediziner Dr. Michael Tsokos hat derweilen in seinem Buch »Schwimmen Tote immer oben?« aus dem Droemer Verlag viele populäre Irrtümer über die Rechtsmedizin zusammengetragen.

Die restlichen Bücher, die wir am Mittwoch eingetragen haben, findet ihr, wenn ihr hier klickt. Viele der neuen Bücher konnten wir nur finden, da uns von unseren Usern mit deren Hinweisen geholfen wurde. Allen diesen Helferlein gilt unser Dank!


Auf welches Buch freut ihr euch am meisten?
1
 
 150 (32,1%)
Wir gegen euch von Fredrik Backman
2
 
 114 (24,4%)
The Chain von Adrian McKinty
3
 
 97 (20,8%)
Schwimmen Tote immer oben? von Michael Tsokos
4
 
 49 (10,5%)
Jackson Lamb 2 - Dead Lions von Mick Herron
5
 
 38 (8,1%)
Land of Stories 2 - Die Rückkehr der Zauberin von Chris Colfer
6
 
 19 (4,1%)
Der Eispapst - Die Akte Welzenbach von Reinhold Messner
An der Umfrage haben 467 Benutzer teilgenommen.
 
 

KOMMENTARE ZU DEN ERWÄHNTEN BÜCHERN
Kommentar zu Jackson Lamb 2 - Dead Lions vom 18.09.2019 21:31:
» Exzellente Unterhaltung Wer’s britisch und etwas bizarr mag, ist bei ,,Dead Lions“, dem 2. Band um die Agenten-Außenstelle des MI5, genau richtig. Jackson Lamb, Chef der Gurkentruppe, schart um sich diejenigen Agenten, die es beim eigentlichen Geheimdienst so vergeigt haben, dass sie nun im Slough House aufs Abstellgleis abgeschoben wurden. Hier werden sie mit langweiligen und völlig sinnfreien Aufgaben betraut, in der Hoffnung, dass sie irgendwann von selbst den Dienst quittieren. Allerdings gibt es ein paar wenige unter ihnen, die unbedingt zum richtigen MI5 zurückkehren und sich beweisen wollen. Zwei der in Anlehnung ihrer Arbeitsstätte zynisch als Slow Horses bezeichneten Mitarbeiter wittern ihre große Chance, als sie den Auftrag erhalten, einen russischen Oligarchen bei seinem Geschäftsaufenthalt in London zu schützen. Ihnen wird bald klar, dass dies keine leichte Aufgabe ist. Und offenbar wurden sie als ,,Lahme Gäule“ bewusst …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von amena25
Kommentar zu Jackson Lamb 2 - Dead Lions vom 17.09.2019 20:59:
» Liest sich gut Schon bereits aus dem ersten Teil „Slow Horses“ kannte ich die Mitarbeiter des Slough House. Im Slough House werden die Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes gesammelt, die man für weitere Einsätze, auf Grund des Alters oder sonstigen Fehlverhaltens, nicht mehr vorsieht. In der Abgeschiedenheit sind sie dazu verdammt sinnlose Überwachungen per Video zu überprüfen oder sonstige nicht notwendige Recherchen durchzuführen. Und doch bekommen zwei von den Agenten den Auftrag einen russischen Oligarchen zu beschützen, den man als Informanten gewinnen will. Beide Agenten erhoffen sich durch diesen Auftrag auf jeden Fall die Chance wieder in die Reihen der Aktiven aufgenommen zu werden. Gleichzeitig wird ein ehemaliger Spion aus Zeiten des kalten Krieges tot aufgefunden. Jackson Lamb, der Chef der Slow Horses, kann das nicht glauben und versucht den Dingen auf den Grund zu gehen. Haben diese beiden Vorkommnisse etwa etwas miteinander …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von Xanaka
Kommentar zu Jackson Lamb 2 - Dead Lions vom 12.09.2019 19:42:
» Sie waren einmal richtig gut. Erfolgreiche Agenten des MI5. Bis sie es versaut haben. Entlassen geht nicht, also werden sie abgeschoben und als „Slow horses“ mit derart langweiligen Büroarbeiten überhäuft, bis sie möglichst von selbst kündigen. Wollen sie aber nicht. Da kommen die Ermittlungen zum Tod eines Ehemaligen gerade recht, um vielleicht den Wiedereinstieg zu schaffen. Nur: so leicht ist das denn für die lahmen Gäule doch nicht, immerhin hat jede/r von ihnen persönliche Probleme, begrenzte Fähigkeiten oder eigene Vorstellungen. Der Titel lautet: „Tote Löwen“. Gefällt mir besser als die oft erwähnten „Lahmen Gäule“. Mick Herron beschreibt skurrile Charaktere, verleiht ihnen sehr individuelle Charaktere und lässt den Leser in gemächlichem Tempo erfahren, wie sehr sich die Glücklosen abstrampeln. Intrigen in der Chefetage spielen ebenso eine Rolle wie russische Oligarchen, wie die Liebe, wie …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von SanneL
Kommentar zu Schwimmen Tote immer oben? vom 10.09.2019 19:25:
» In seinem neuen Sachbuch beschäftigt sich Michael Tsokos mit häufigen Klischees und Irrtümern der Rechtsmedizin, wie sie oft aus Fernseh-Krimis und Serien wie CSi und ähnlichen bekannt sind. Außerdem gibt er Einblicke in die Arbeit in der Rechtsmedizin und stellt auch hier Irrtümer richtig bzw. klärt falsche Vorstellungen auf und verblüfft mit interessanten Zahlen und Fakten. Für mich war dies das erste Sachbuch, das ich von Michael Tsokos zu diesem Thema gelesen habe. Da ich leidenschaftlich gerne Krimis und Krimi-Serien im Fernsehen schaue und natürlich auch entsprechende Bücher lese, hat mich natürlich interessiert, welche Irrtümer hier aufgeklärt bzw. richtig gestellt werden. Jetzt nach der Lektüre weiß ich, dass sich Krimi- und Drehbuchautoren vielerlei Kniffe bedienen, um die Dramaturgie zu steigern. Mit insgesamt 30 solcher Irrtümer beschäftigt sich Michael Tsokos in diesem …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von Fanti2412
Kommentar zu Wir gegen euch vom 10.09.2019 17:44:
» Noch immer liegt den Bewohnern von Björnstadt, der kleinen Stadt, die mitten in den schwedischen Wäldern liegt, viel am Eishockey-Sport und dem Erhalt ihres Teams. Doch nach den dramatischen Ereignissen, die dafür gesorgt haben, dass ein ganzer Ort spüren konnte, wie es ist, wenn die Entscheidung eines Einzelnen Auswirkungen auf alle Bewohner hat, droht die Gemeinschaft weiterhin auseinanderzubrechen. Dabei sollten doch eigentlich alle zusammenhalten und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Doch Hass und Gewalt sind große Gefühle, die sich nicht so leicht in Schach halten lassen.... "Wir gegen euch" ist die Fortsetzung zu "Kleine Stadt der großen Träume". Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat, da der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut. Dennoch ist es nicht empfehlenswert, da man die Dynamik in der Stadt einfach besser …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von KimVi
Kommentar zu Jackson Lamb 2 - Dead Lions vom 04.09.2019 19:58:
» Der Kalte Krieg war Geschichte, aber seine Granatsplitter waren noch überall. Mit seinen „Slow Horses“ hat Mick Herron die wohl derzeit ungewöhnlichste Agententruppe in der Spionageliteratur geschaffen. Zum zweiten Mal ermitteln sie in „Dead Lions. Ein Fall für Jackson Lamb“; dieser 480-seitige Spionagethriller ist im August 2019 bei Diogenes erschienen. Vom MI5 aufs Abstellgleis gestellt, warten die Agenten der „Slow Horses“ auf ihren großen Coup – in der Hoffnung, daraufhin wieder am Regent’s Park residieren zu dürfen. Und zum wiederholten Mal ergibt sich für sie die Chance, sich zu profilieren: Zwei von ihnen erhalten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu schützen. Dass dieses keine leichte Aufgabe, ja sogar lebensgefährlich ist, wird schnell klar. Etwa zeitgleich geht ihr Chef, Jackson Lamb, dem plötzlichen Tod eines ehemaligen Kollegen aus Berliner Zeiten nach und stößt dabei auf die Dead Lions, die russischen …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von ElisabethB.
Kommentar zu Jackson Lamb 2 - Dead Lions vom 29.08.2019 11:24:
» Ich habe erst jetzt festgestellt, dass dieses Buch der zweite Band einer Reihe ist. Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, den Vorgängerband „Slow Horses“ zu lesen, ist es sicherlich aber auch nicht schlecht, um etwas besser in die Geschichte hineinzukommen. Der MI5 hat eine Außenstelle mit dem Namen „Slough House“ eingerichtet, wohin die Mitarbeiter abgeschoben werden, die nicht erwartungsgemäß funktioniert haben. Hier dürfen die „Slow Horses“, wie sie boshafterweise genannt werden, sich dann mit belanglosen Aufgaben beschäftigen und über ihr Versagen nachdenken. Nun sollen zwei dieser Agenten einen russischen Oligarchen beschützen, der für die Briten zum Informanten werden soll. Dann wird auch noch ein ehemaliger Spion aus Zeiten des kalten Krieges tot aufgefunden. Angeblich hatte er einen Schlaganfall. Es ist ein spannender und sehr unterhaltsamer Krimi. Der Schreibstil ist witzig und oft recht sarkastisch. Die Agenten des …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von buecherwurm1310

 
Autorentags: Adrian McKinty, Chris Colfer, Fredrik Backman, Michael Tsokos, Mick Herron, Reinhold Messner
IN DER MELDUNG ERWÄHNTE BÜCHER
Der Eispapst - Die Akte Welzenbach
Geschrieben von: Reinhold Messner (28. August 2019)
Jackson Lamb 2 - Dead Lions
Geschrieben von: Mick Herron (28. August 2019)
Land of Stories 2 - Die Rückkehr der Zauberin
Geschrieben von: Chris Colfer (28. August 2019)
100/100
[1 Blogger]
Schwimmen Tote immer oben?
Geschrieben von: Michael Tsokos (2. September 2019)
100/100
[1 Blogger]
The Chain
Geschrieben von: Adrian McKinty (28. August 2019)
Wir gegen euch
Geschrieben von: Fredrik Backman (28. August 2019)
 
Autorin der Meldung: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz