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  Entenmoderne 4: Der beste Chef
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Was Bundesministerien können, kann Dagobert Duck schon lange ... und wenn es nur das Ausgeben von horrenden Summen für Beratungsunternehmen ist. Genau dies ist das Thema des Disney-Comics »Der beste Chef«, und diesen haben wir uns in der vierten Ausgabe unserer Reihe »Entenmoderne« vorgenommen, in der fünf Mitarbeiter, die eigentlich schon viel zu alt dafür sind, brandaktuelle Disney-Comics lesen. Dabei klingt das Thema ausnahmsweise so sehr auf eine Leserschaft zugeschnitten, die bereits im Arbeitsleben steckt, dass die Grundvoraussetzung für ein positives Abschneiden der Geschichte hoch war.

Der beste Chef

Dass fragwürdige Zahlungen an Beratungsunternehmen inzwischen schon eine ganze Weile in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind, sieht man daran, dass die Ursprungsausgabe der Geschichte gar nicht mal so frisch ist: Bruno Sarda erdachte das italienische Original schon vor mehr als elf Jahren. Für die zeichnerische Umsetzung der Geschichte, die am 24. März 2009 in der damaligen Ausgabe des »Topolino«-Magazins erstmals erschien, war Salvatore Deiana zuständig. Damals trug die Story den Titel »Zio Paperone e la motivante motivazione«, was zu Deutsch in etwa »Onkel Dagobert und die motivierende Motivation« bedeuten würde, wenn wir nicht ganz falsch liegen. Bis zum Mai 2020 dauerte es, ehe eine deutsche Version der Geschichte erschien, dann wurde sie in der 533. Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs veröffentlicht. Dieses trägt den Titel »Alles auf Anfang«.

Worum geht es?

Dagobert Duck erhält seine morgendliche Einnahmenlieferung und erkennt, dass diese deutlich geringer ausgefallen ist als erwartet. Nachdem sein Butler Baptist dann auch noch eine Gehaltserhöhung fordert und seine Sekretärin Fräulein Rührig eine ihr aufgetragene Aufgabe wegen eines Frisörtermins schleifen lässt, stellt Dagobert die Vermutung auf, dass das Wegbrechen der Einnahmen an der Motivation seiner Mitarbeiter liegen könnte. Also sucht er das Beratungsunternehmen »Voll auf Kurs« auf, um sich dort Ratschläge zu holen.

Spoiler

Die Berater veranstalten auf Dagoberts Kosten das »Duck-Fest«, bei dem jeweils zwei Mitarbeiter der Duck'schen Firmen herbeigeordert werden, um auf spielerische Weise zu erlernen, dass sie eigentlich alle Teil eines großen Ganzen sind und die gleichen Ziele haben. Die Theorie ist, dass die Leute viel besser arbeiten würden, wenn sie dies erst einmal verinnerlicht hätten. Beim »Duck-Fest« werden fortan nicht nur hochwertige Speisen in einem schicken Hotel verdrückt, es gibt auch eine ganze Menge Wettbewerbe: Man versucht Kunstwerke zu backen, spielt Fußball, paddelt mit (durchlöcherten) Booten und klettert an Stangen hoch. Tatsächlich ist anschließend nicht nur eine Menge gute Laune unter den Angestellten zu erkennen, auch die Motivation, fortan intensiv zu arbeiten, scheint tatsächlich deutlich gewachsen zu sein. Als die Berater daraufhin Dagobert Duck wieder aufsuchen und ihm die (horrende) Rechnung für ihre Dienste präsentieren, geht die reichste Ente der Welt davon aus, dass die Aktion tatsächlich gefruchtet hätte. Dem ist aber nicht so: Die Angestellten sind allesamt so motiviert, dass sie kündigen und sich selbständig machen. Die Berater stufen dies als »Bagatellschäden« ein, woraufhin Dagobert sie wütend verjagt.

Die Einschätzung

Tatsächlich bekommt man beim Lesen der Geschichte den Eindruck, dass sie an eine deutlich ältere Leserschaft gerichtet sein dürfte als die vorausgegangenen Storys im 533. Lustigen Taschenbuch. Denn hier wird nicht an einem Spannungsbogen oder dergleichen gefeilt oder etwas anderes geliefert, mit dem Kinder bei der Stange gehalten werden könnten, vielmehr ist dies tatsächlich nichts anderes als eine satirische Verarbeitung von Themen der Geschäftswelt. Das betrifft nicht nur die erwähnten Beratungsunternehmen selbst, sondern auch beispielsweise die in den letzten ein, zwei Jahrzehnten immer stärker herausgearbeitete Bedeutung von Teamarbeit, mit der vermutlich jeder Betriebswirt oder andere Mensch, der in irgendeiner Weise mit Personalwirtschaftslehre und dergleichen konfrontiert war, über die Maßen drangsaliert wurde. Dass als Ergebnis gezeigt wurde, dass das von Dagobert für seine Berater ausgegebene Geld reine Verschwendung war und nicht jede motivierende Maßnahme zum richtigen Ziel führt, ist ebenfalls gelungen. Zwei unserer (älteren) Leser gaben der Geschichte die Note Eins, zwei eine Zwei, und einer eine Drei, was am Ende die Durchschnittsnote 1,8 ergibt. Ob die Geschichte bei jungen Lesern allerdings auch nur ansatzweise so gut ankommt, dürfte ziemlich fraglich sein.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz