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  Entenmoderne 3: Kicken kann doch jeder
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Wenn wir seit einigen Monaten nicht eine weltweite Pandemie erleben würden, dann würde derzeit die Fußball-Europameisterschaft laufen. Kein Wunder also, dass in der (mutmaßlich monatelang im Voraus geplanten) aktuellen Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs ein Comic abgedruckt wurde, der Fußball thematisiert. Diesen haben wir uns in der dritten Episode unserer neuen Reihe »Entenmoderne« vorgenommen, in der fünf Mitarbeiter, die eigentlich schon viel zu alt dafür sind, brandaktuelle Disney-Comics lesen.

Kicken kann doch jeder

Die Originalausgabe der Geschichte ist zwei Jahre alt. Sie erschien am 11. April 2018 erstmals in der damaligen Ausgabe des »Topolino«-Magazins, passenderweise wenige Wochen vor dem Beginn der damaligen Fußball-Weltmeisterschaft. Man kann davon ausgehen, dass es sich dabei um keinen Zufall handelte. Im Original hieß die Geschichte »Zio Paperone e l’affarone del guardaalcio«, was offenbar etwas Ähnliches wie »Onkel Dagobert und das große Geschäft mit dem Fußballschauen« bedeutet ... man möge uns bitte korrigieren, falls wir da falsch liegen sollten. Erdacht wurde die Geschichte von Augusto Macchetto, und für die grafische Umsetzung war Mario Ferracina zuständig. Hierzulande erschien der dreireihige 25-Seiter im Lustigen Taschenbuch 533, das »Alles auf Anfang« heißt und im Mai veröffentlicht wurde.

Worum geht es?

Während Tick, Trick und Track ihre Freizeit gerade auf dem Bolzplatz verbringen, sucht Dagobert Duck Daniel Düsentrieb auf, um eine gewinnbringende Erfindung zu erwerben. Düsentrieb führt ihm daraufhin Spezialbrillen vor, die ursprünglich für Trick und Track gedacht waren und dafür sorgen sollten, dass die beiden Jungen genau das sehen können, was der jeweils andere gerade sieht, ohne dabei vor Ort sein zu müssen. Onkel Dagobert hat daraufhin eine Geschäftsidee: Mit der Brille könnten sich Sportfans in den Blickwinkel der Sportler versetzen und somit ganz nah am Geschehen sein. Also läutet er eine neue Stufe des erlebnisorientierten Fußball-Fanseins ein.

Spoiler

Die Duck'sche Spezialbrille wird ein voller Erfolg, was auch Klaas Klever zähneknirschend hinnehmen muss. Er will jedoch den Erfolg seines Rivalen nicht nur aus der Ferne mit ansehen müssen, er strebt ebenfalls nach neuen Gewinnen und lässt seine Leute in eine ähnliche Richtung forschen. Das Ergebnis ist ein Ganzkörperanzug, durch den die Fans nicht nur optisch ans sportliche Geschehen geführt werden, sondern auch die Bewegungen der Spieler am eigenen Leibe erfahren können. Auch diese Erfindung wird zu einem vollen Erfolg. Der wütende Dagobert beauftragt Daniel Düsentrieb deshalb, etwas noch besseres zu erfinden. Das Ergebnis ist ein »Korrelationskinetokopiekumulatur«, der nicht nur die Bewegungen der Sportler an die Fans, sondern auch die der Fans an die Sportler überträgt. Schlussendlich sind die Fans von den ganzen Neuerungen so übersättigt, dass sie sie nicht mehr benutzen und stattdessen Tick, Trick und Track auf dem Bolzplatz beim Spielen zuschauen. Damit verdienen weder Klaas Klever noch Onkel Dagobert weiteres Geld mit den Anzügen. Klever amüsiert dies, doch Dagobert stopft ihm den Mund, indem er gleich das nächste Geschäft aufzieht: Er verkauft (mit großem Erfolg) feine dicke Bohnen an die Zuschauer im Stadion.

Die Einschätzung

Wer die beiden vorausgegangenen Ausgaben unserer »Entenmoderne« verfolgt hat, der wird ja bereits wissen, dass dies die dritte Geschichte aus dem 533er Lustigen Taschenbuch ist, die wir gelesen haben, und das wir die beiden anderen Storys weder sonderlich schlecht noch sonderlich gut fanden. Diese hier ist leider ein ziemlicher Reinfall und wirkt so, als habe man auf Teufel-komm-raus eine Geschichte gebraucht, in der »irgendwas mit Fußball« vorkommt. An sich ist es ja ein gutes Timing, nahezu zeitgleich zu »Half-Life: Alyx« einen Comic zu bringen, der etwas, das für das sich die meisten Jungs eh interessieren (Fußball) mit dem (wieder einmal) aufkeimenden Spaß an Virtual-Reality-Erlebnissen zu vermischen, doch das hier ergibt einfach ganz schön wenig Sinn ... an sich schon recht früh, spätestens aber ab Düsentriebs letzter Erfindung. Nicht einmal der Schlussgag - warum bitte mussten es ausgerechnet Bohnen sein!? - zündet. So ist das summa summarum die bis hierhin leider schwächste Geschichte in »Alles auf Anfang« ... zumindest aus unserer Sicht. Tatsächlich kamen bei unseren Kindern einige der eingebauten Kalauer - etwa ein Wutausbruch Dagoberts, der durch eine leergelassene Sprechblase »zensiert« wurde - ganz gut an. Hier soll es aber um die Erwachsenenmeinung gehen, und die fällt leider durchwachsen aus: Einer von uns gab der Geschichte die Note Drei, und jeweils zwei entschieden sich für die Vier und die Fünf, was die Durchschnittsnote 4,2 ergibt.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz