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  Entenmoderne 39: Die Koboldkanne
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 537, das den Titel »313 neue Nachrichten« trägt und das man seit dem 15. September bekommen kann, hat in unseren Augen zunächst einen skurrilen Verlauf genommen: Nach einem schwachen Einstieg wurde es von Comic zu Comic immer besser, und die zuletzt von fünf unserer Mitarbeiter gelesene Geschichte - »Kur und Kosten« - war dementsprechend die bislang beste. Die zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Nun ging es mit dem fünften Comic weiter, und so langsam würde es schwer werden, die Serie nicht abreißen zu lassen.

Die Koboldkanne

Bei der Geschichte über die »Koboldkanne« handelt es sich um ein außergewöhnlich junges Werk, denn die Erstveröffentlichung im italienischen Wochenmagazin »Topolino« erfolgte am 8. Januar des laufenden Jahres. Üblicherweise wird auf Comics zurückgegriffen, die schon mindestens ein, zwei Jahre auf dem Buckel haben, manchmal vergeht sogar eine zweistellige Zahl an Jahren. Der dreißig Seiten lange Dreireiher wurde von Enrico Faccini geschrieben und gezeichnet, und er trug damals den Titel »Zio Paperone e il bricco del coboldo«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und der Koboldtopf« bedeutet.

Worum geht es?

Donald Duck erwacht 8 Uhr morgens in seinem Bett. Auf dem Weg ins Bad tritt er auf einen ellenlangen Bart, der ihm augenscheinlich über Nacht gewachsen ist und der solch große Ausmaße angenommen hat, dass er bis aus dem Fenster herausreicht. Der haarige Erpel verfolgt seinen Bart daraufhin bis zu dessen Ende, und einige Straßenzüge später stellt er fest, dass er mit Dussel Duck zusammengewachsen ist, der ebenfalls frischgebackener Bartträger ist. Fortan gilt es herauszufinden, wie es dazu kommen konnte.

Spoiler

Tags zuvor waren Dussel und Donald im Entenhausener Milliardärsklub als Kellner im Einsatz, in dem gerade ein ausländischer Milliardär zu Gast war. Dieser lud Dagobert Duck und Klaas Klever dazu ein, gemeinsam aus der »berühmten Koboldkanne« zu trinken, die er aus seiner Heimat mitgebracht hatte. Allerdings erwies sich diese als leer, da Dussel und Donald sie ausgetrunken hatten, als sie sich noch in der Küche befunden hatte. Der Milliardär wurde wütend und verschwand durch einen Zauber. Wenig später ploppte er am Vesuv wieder auf, und wie man in einem dort aufgebauten Spiegel sehen kann, handelte es sich bei ihm eigentlich um Gundel Gaukeley in magischer Verkleiidung. In der Kanne befand sich ein Zaubertrank, dessen Konsum die Folge hat, dass die Trinkenden an ihren Bärten zusammenwachsen. Gundel hatte vor, Dagobert und Klaas Klever aneinander zu binden und sie so lange aneinander gekettet zu belassen, bis Dagobert ihr den Glückszehner und Klever ihr die Hälfte seines Vermögens überschrieben hätte, was nun gescheitert ist. Donald und Dussel versuchen indessen in der Gegenwart ihren gemeinsamen Bart zu durchtrennen, scheitern jedoch, denn er wächst sofort immer wieder zusammen. Anschließend versuchen die Vettern ebenso erfolglos, die beiden Milliardäre nacheinander um Hilfe zu bitten. Dabei werden sie von Gundel beobachtet, die sich daraufhin das Äußere von Klaas Klever gibt und Dagobert aufsucht. Der erkennt durch ihr Spiegelbild, wer sie in Wirklichkeit ist, und legt sie mit seinem »Anti-Hexen-Alarm« lahm. Anschließend zwingt er sie dazu, den Zauber aufzuheben. Schlussendlich fordert er auch noch, dass sie alleine aus der Kanne trinkt, woraufhin sie mit dem Kobold verbunden wird, der in der Flasche wohnt. Nachdem sich somit alles geklärt hat, besuchen Dussel und Donald zufrieden eine Bar, und dort sieht man sie am Ende in aller Seelenruhe am nächsten Zaubertrank nuckeln.

Die Einschätzung

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es sich bei diesem Comic um eine Zusammenstellung an außergewöhnlich wilden Ideen handelt, bei denen man sich mehr als einmal die Frage stellt, ob bei ihrer Erschaffung bewusstseinserweiternde Stoffe im Spiel waren. Das Gute ist: So wild die Ideen auch sind, so gut funktionieren sie an dieser Stelle. Nicht nur die abgedrehte Idee mit den Figuren, die an ihren Bärten zusammenwachsen, kommt frisch und amüsant daher, auch im weiteren Verlauf hat sich Faccini jede Menge einfallen lassen. Hie und da bedient er sich an Elementen, die man schon anderswoher kennt, etwa bei der Sache mit den verräterischen Spiegelbildern und beim »Schlussschocker« auf dem letzten Panel, doch dies stört nicht und wirkt aufgrund der ansonsten derart abstrusen Story alles andere als abgedroschen. Und allein schon dafür, dass dies eine Geschichte mit einer großen Portion Dussel Duck war und sie trotzdem niemals nervte, muss man das Ganze wirklich loben, denn das ist nun wahrlich nicht so einfach. Wir waren jedenfalls ganz zufrieden, so dass sich am Ende zwei unserer Mitarbeiter für die Schulnote Zwei und drei für eine Drei entschieden. Das bedeutete im Schnitt den Wert 2,6, und siehe da: Die Serie ist nach wie vor nicht gerissen, auch dieser Comic gefiel uns schlussendlich wieder ein kleines Stückchen besser als der vorausgegangene.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz