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  Entenmoderne 38: Kur und Kosten
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Das aktuelle Lustige Taschenbuch, das den Titel »313 neue Nachrichten« trägt und seit dem 15. September im Handel ist, hat sich nach einem miserablen Auftaktcomic in die richtige Richtung entwickelt und war bis hierhin von Geschichte zu Geschichte jeweils besser geworden. Der zuletzt von uns gelesene Comic »Glück aus!« war dementsprechend der bisher beste, wie ihr an dieser Stelle noch einmal nachlesen könnt. Nun haben wir fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich schonv iel zu alt sind, den vierten Comic des Bandes lesen lassen.

Kur und Kosten

Der dreißig Seiten lange Dreireiher entstammt ursprünglich dem italienischen Wochenmagazin »Topolino« und wurde dort in der 3304. Ausgabe abgedruckt, die am 20. März des Jahres 2019 veröffentlicht wurde. Sie entstammt einer Idee von Giorgio Fontana und wurde von Paolo Mottura gezeichnet. Damals nannte sich das gute Stück »Zio Paperone e la crisi dei sali auriferi«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und die Krise mit dem goldenen Riechsalz« bedeutet.

Worum geht es?

Nachdem er bei einer Online-Auktion von Klaas Klever ausgestochen wird, fällt Dagobert Duck in Ohnmacht und lässt sich nicht mehr aus selbiger zurückholen. Das Riechsalz, das für solche Fälle bereitliegt und eine Spur zerriebenen Goldes enthält, ist aufgebraucht, weswegen sich Butler Baptist an Tick, Trick und Track wendet, um ihren Großonkel in die Wirklichkeit zurückzuholen. Die Kinder versuchen mit dem Geruch von Geldscheinen, mit lärmender Musik und mit Unterstützung eines Arztes zu Erfolg zu kommen, scheitern jedoch, ihn zu wecken. Kurzerhand wendet sich das junge Trio an Daniel Düsentrieb.

Spoiler

Düsentrieb entwickelt einen »Dukatendestillator«, mit dem er einen Sack Gold aus Dagoberts Besitz zu einer Flüssigkeit umpresst. Das Extrakt verfehlt seine Wirkung, woraufhin die Kinder bei Donald anrufen, um zu erfragen, ob er womöglich einen Einfall hat, was zu tun sei. Donald erzählt, dass das ursprüngliche Riechsalz von einem Volk von Heilkundigen namens »Medikoz« hergestellt wurde, das im Süden des Landes am Rande einer großen Wüste wohnt. Mit einem absurden Vehikel - einem mechanischen Kamel - reisen die Kinder, Donald und Baptist durch die Wüste, treffen auf die Medikoz und lassen sich deren Labore zeigen. Auf die Frage, ob der von ihnen mitgebrachte Sack Gold genügen würde, um ein neues Medikament herzustellen, erfahren sie, dass die Menge nicht entscheidend sei, sondern dass es sich um die erste selbstverdiente Goldmünze des Patienten handeln muss. Dagobert hatte diese einst investiert (sein Glückszehner ist nicht aus Gold, daher handelte es sich um eine andere Münze). Da die Goldmünze bereits verbraucht wurdt, soll die zweite selbstverdiente Münze verwendet werden. Diese hatte Dagobert einst Donald geschenkt, der sie nach wie vor besitzt und passenderweise sogar direkt dabei hat. Die Medikoz können damit ein neues Riechsalz brauen, und tatsächlich gelingt es den Ducks, den reichsten Erpel der Welt damit zu erwecken. Als Dagobert erfährt, dass seine Verwandten die Medikoz mit einem Sack Gold für ihre Dienste entlohnt haben und zuvor auch noch einen weiteren Sack an Daniel Düsentrieb gegeben hatten, packt er eine große Holzkeule aus und verjagt Donald und die Kinder.

Die Einschätzung

Tatsächlich kann man auch nach der vierten Geschichte sagen, dass der Zeiger weiter in die richtige Richtung ausschlägt, denn auch dieser Comic war ein Stückchen besser als der vorausgegangene. Zeichnerisch hatte »Kur und Kosten« seine Höhen und Tiefen, so hat sich die Nasenpartie von Butler Baptist hier in eine Dimension entwickelt, die fast schon an Lupos Zinken aus den Fix-und-Foxi-Comics von Rolf Kauka erinnerte. Umso überzeugender sind die detailreichen Hintergründe und die gelungenen Spielereien mit Schatten. Vor allem ist es aber natürlich die erzählte Story selbst, die zu gefallen wieß. Dass es Gold ist, das aus Dagobert Ducks Riechsalz den perfekten Erwecker macht, sei mal unkritisch hingenommen, auch dass Dagobert überhaupt viele Jahre zuvor bereit war, Gold dafür zerreiben zu lassen ... ebenso, dass Donalds Goldstück angeblich nicht mal gereicht hätte, um »eine Tüte Chips« zu kaufen (meint er etwa hypermoderne Mikrochips?). Alles andere funktioniert einfach ziemlich gut, die Story hat einen guten Spannungsbogen und wirkt alles in allem frisch und unverbraucht, und auch der Humor - etwa Dagoberts Hinweis auf die »Arbeitsvermittlung« als Reaktion auf Baptists Hoffnung auf eine Lohnerhöhung - zündet meist so, wie er soll. So kam es, dass sich am Ende jeweils zwei unserer Mitarbeiter für die Schulnoten Zwei und Drei entschieden, während bei der Fünften im Bunde die Note Vier zu Buche stand. Dies ergab summa summarum den Durchschnittswert 2,8 für »Kur und Kosten«.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz