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  Entenmoderne 36: Der Herr der Düsternis
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Seit Kurzem lassen wir fünf dafür eigentlich viel zu alte Mitarbeiter unserer Webseite die Comics aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch lesen, das seit dem 15. September zu bekommen ist und »313 neue Nachrichten« heißt. Begonnen hatten wir mit der Titelgeschichte, die sich leider als nicht so gut erwiesen hat, wie wir uns das erhofft hatten. Unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Nun ging es mit einer Zeitreisestory weiter.

Der Herr der Düsternis

Hierbei handelt es sich um einen Comic, der ursprünglich dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, genauer gesagt der Ausgabe vom 11. September 2019. Darin war »Topolino e il padrone del buio« (Micky und der Meister der Dunkelheit), so der Originalname der Story, die Titelgeschichte. Womöglich etwas unglücklich ist die Tatsache, dass die in dem Comic eine tragende Rolle spielende Figur des Omikron Pi zuvor in einem anderen Comic eingeführt wurde, der jedoch nie ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei handelt es sich um die Story »Topolino e l’esperimento del dottor Pi« (Micky Maus und Dr. Pis Experiment) aus dem Jahre 2016. Ein ähnliches Problem hatte einst beim ersten Auftritt von Professor Zapotek bestanden, der in den ersten Panels von »Herr der Düsternis« vorkommt. Zapotek wurde im 136. Lustigen Taschenbuch erstmals zum Einsatz gebracht, sein Debüt wurde hingegen erst im 141. Lustigen Taschenbuch nachgereicht (siehe unsere Analyse). »Der Herr der Düsternis« ist dreißig Seiten lang, wurde von Francesco Artibani ersonnen und von Alessandro Perina gezeichnet.

Worum geht es?

Micky findet in seiner morgentlichen Flasche Milch einen Brief, der von Gamma aus dem Jahre 2447 zu ihm geschickt wurde und in dem dieser um Hilfe ruft, da er in seiner Zeit eingesperrt sei. Micky bittet daraufhin die Professoren Zapotek und Marlin, ihn mit ihrer Zeitmaschine in die Zukunft zu schicken.

Spoiler

Micky landet im 25. Jahrhundert in Gammas Besenkammer. Die ganze Stadt ist in völlige Dunkelheit gehüllt, da Gammas Welt die ärgste Energiekrise aller Zeiten erlebt. Aus diesem Grund konnte Gamma auch nicht selbst durch die Zeit reisen. Wie Micky erfährt, ist das auf Basis von Kernfusion funktionierende Energiesystem an »entscheidender Stelle« defekt. Um es zu reparieren, ist ein Ersatzteil aus der Zeit nötig, in der die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Kernfusion gemacht wurden, und das ist passenderweise genau Mickys Zeit. In der Expertengruppe in Gammas Epoche herrscht Uneinigkeit darüber, ob Micky das Ersatzteil besorgen soll oder ob man stattdessen auf geothermische Energie setzen sollte, schlussendlich reisen Micky und Gamma jedoch in die Gegenwart zurück. Sie brechen ins »Zentrum des Wissens« ein, in dem der erste Fusionsreaktor steht. Unmittelbar zuvor tauchte jedoch Omikron Pi auf, löste einen Alarm aus und sauste mitsamt dem Reaktor in die Zukunft. Er hat dies für Professor Lambda getan, den Rädelsführer derjenigen, die auf geothermische Energie setzen. Außerdem ist er für die Energiekrise verantwortlich, denn er hat einen »magnetischen Virus« erfunden, der die Reaktoren blockiert. In diesem Moment tauchen Micky und Gamma auf: Sie hatten sich mit Hilfe eines Geräts aus Gammas Hose »miniaturisiert« und waren innerhalb des Reaktors mit in die Zukunft gereist. Sie überwältigen die beiden Ganoven, woraufhin diese verhaftet werden, und die Energiekrise wird beseitigt.

Die Einschätzung

Ein paar von Gammas Mitbewohnern haben eine irritierende Ähnlichkeit zu den Digedags bei ihrem ersten Auftritt in der DDR-Comiczeitschrift »Mosaik« im Jahre 1955, ehe sie nach und nach zeichnerisch massiv verbessert wurden. Nachdem mit Manipulation durch Vorgänge im Internet und mit Smartphonesucht schon im ersten Comic des Lustigen Taschenbuchs aktuelle Themen aufgegriffen wurden, wählte man mit der Frage der zukünftigen Energieversorgung eine weitere aktuelle Problemstellung als Kern der zweiten Geschichte. Dass mit geothermischer Energie ausgerechnet eine regenerative Energieform als das »Werkzeug des Bösen« verwendet wird, ist dabei natürlich etwas diskutabel. Erst recht ist fragwürdig, wieso es der hochtechnologisierten Gesellschaft des 25. Jahrhunders nicht gelingt, ein vierhundert Jahre altes Ersatzteil zu rekonstruieren ... gerade wenn man sich anschaut, was für technische Wunderwerke Gamma allein in seinen Hosentaschen mit sich herumträgt. Sieht man mal von diesen beiden Punkten ab, dann ist die Geschichte für das, was sie ist - also eine Zeitreisestory - halbwegs okay. Richtig spannend oder dergleichen war die Story natürlich nicht, aber im Vergleich zur sehr mageren Auftaktgeschichte des 537. Lustigen Taschenbuchs war es schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Schlussendlich gab einer unserer Mitarbeiter dem Comic die Note Drei, jeweils zwei entschieden sich für die Vier und die Fünf, so dass summa summarum de Durchschnittswert 4,2 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz