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  Entenmoderne 35: 313 neue Nachrichten ... und eine neue App
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Vor einigen Wochen hatten wir fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die eigentlich viel zu alt dafür sind, das 536. Lustige Taschenbuch Comic für Comic lesen lassen. Dieses hatte sich als außergewöhnlich gut entpuppt, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Am 15. September ist nun eine neue Ausgabe erschienen. Diese trägt den Titel »313 neue Nachrichten« und gehört in Sachen Cover sicherlich zu den außergewöhnlichsten Bänden der Buchreihe. Wir haben wieder fünf unserer Mitarbeiter darauf angesetzt, und inzwischen haben sie mit der ersten Geschichte losgelegt.

313 neue Nachrichten ... und eine neue App

Die Titelgeschichte ist der einzige Comic, der in dem Buch abgedruckt wurde, der nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, sondern speziell für dieses Buch (sowie die anderen europäischen Versionen) erschaffen wurde. Geschrieben wurde der 28 Seiten lange Dreireiher von Peter Snejbjerg, für die zeichnerische Umsetzung war Andrea Ferraris zuständig.

Worum geht es?

Tick, Trick und Track begeistern sich für die von Onkel Dagobert produzierten »Xmoods«, die neueste Generation an Smartphones in Entenhausen. Nachdem Donald hört, dass man sie für einen einzigen Taler kaufen kann, besorgt er sich selbst eines. Durch ein Werbevideo, dass er sich darauf anschaut, wird er wenig später dazu motiviert, ein Buch zu kaufen, in dem sich ein Wissenschaftler namens Doktor Dolmdalk kritisch mit den Geräten beschäftigt. Obgleich er die Botschaft des Buchs für wichtig erachtet, widmet er sich alsbald seinem Xmood, und nach einem Update wirkt er plötzlich wie hypnotisiert und redet nur noch in Emoticons.

Spoiler

Donald ist nicht der Einzige, dem es so ergeht: Sein Nachbar Zorngiebel bemalt sein eigenes Haus mit riesigen Emoticons, und nach und nach verfällt ganz Entenhausen dem Smiley-Wahn. Daisy gehört zunächst noch nicht zu den Betroffenen und zerstreitet sich deshalb mit Donald, während eines Picknick-Dates mit Gustav wird jedoch auch sie durch den grassierenden Wahnsinn angesteckt. Schlussendlich scheinen nur Gustav, der augenscheinlich keine Handys benutzt, der mit einem uralten Wählscheiben-Telefon arbeitende Dagobert sowie Tick, Trick und Track, die eingangs von Donald angewisen wurden, sich mit dem Abwasch statt mit ihren Xmoods zu beschäftigen, nicht betroffen zu werden. Indessen wundert sich Doktor Dolmdalk, warum nur ein Exemplar seiner Bücher verkauft wurde, und er versucht herauszufinden, wer der Käufer war. Bei Donald angekommen, trifft er auf Dagobert und die Kinder, wo sich herausstellt, dass er einst als Entwickler in Dagobers Smartphonefirma gearbeitet hat, er jedoch gekündigt hat. Er ist für das Update verantwortlich, das alle Entenhausener zu willenlosen Smiley-Fans gemacht hat, weil er sich - wie auch immer - dadurch erhofft hatte, ein Vermögen durch den Verkauf seiner Bücher zu verdienen. Nachdem dies nicht geklappt hat, beschließt man, in die Xmood-Fabrik zu gehen, um dort nachzusehen, was man tun kann. Auf dem Weg dahin treffen sie auf Gustav und nehmen ihn mit. In der Firma versucht Dolmdalk eine Lösung herbeizuprogrammieren, verfällt jedoch selbst dem Emoticon-Wahn und kann sich anschließend nicht mehr an sein eigenes Passwort erinnern. Gustav hingegen zerbricht versehentlich eine Tastatur und gibt dadurch - wie auch immer - das richtige Passwort ein, woraufhin alle Entenhausener sofort »erwachen«. Hinterher ist alles wieder so wie immer, und Dolmdalk wird verhaftet.

Die Einschätzung

Nach dem ziemlich guten 536. Lustigen Taschenbuch wurde man als Leser mit dem Einstieg ins 537. Lustige Taschenbuch leider gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn dieser Comic war alles andere als gut. Dabei muss man der Geschichte eigentlich attestieren, dass er einen sinnvollen und aktuellen sozialkritischen Kern hatte, denn dass sich viele Menschen heutzutage viel zu oft und zu lange mit ihren Smartphones beschäftigen und sich durch das Onlinegeschehen auf eine Weise beeinflussen lassen, die nicht ganz gesund ist, konnte man durchaus mal im Disney-Universum mit der gebührenden Skepsis thematisieren. Die Umsetzung des Ganzen wird der Problematik allerdings überhaupt nicht gerecht, und auch unabhängig von ihrem eigenen Anspruch war die Story nicht sonderlich unterhaltsam. Das fing damit an, dass die Art und Weise, in der die Einwohner Entenhausens hier manipuliert wurden - sprich: dass sie nur noch in Emoticons redeten -, einfach nur albern rüberkam und schon nach wenigen Seiten nicht mehr zündete. Vor allem aber entbehrte das Ganze an mehreren Stellen jedweder Logik und war einfach nur wirr, und die Motive der handelnden Figuren - insbesondere der von Doktor Dolmdalk - waren unlogisch, sprunghaft und ganz und gar nicht nachvollziehbar. Im Ergebnis ist eine konfuse Geschichte dabei herausgekommen, die nicht unterhält. So kam es, dass jeweils zwei unserer Helfer sie mit den Schulnoten Vier und Fünf bewerteten, eine unserer Mitarbeiterinnen entschied sich gar für eine Sechs. Damit ergab sich summa summarum der Durchschnittswert 4,8 für diesen enttäuschenden Auftakt.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz