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  Entenmoderne 2: Herrscher über die acht Meere
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Für die zweite Ausgabe unserer neuen Reihe »Entenmoderne«, in der fünf Mitarbeiter, die eigentlich schon viel zu alt dafür sind, brandaktuelle Disney-Comics lesen, haben wir uns eine Geschichte vorgenommen, in der die altbekannten Protagonisten des Maus-Universums in andere Rollen geschlüpft sind. Wieder haben wir nachgeschaut, inwiefern die Geschichte unseren Nerv trifft, obwohl wir eigentlich schon längst nicht mehr zur Zielgruppe gehören.

Herrscher über die acht Meere

Die im Lustigen Taschenbuch 533 (das auf Deutsch den Titel »Alles auf Anfang« trägt) veröffentlichte Geschichte »Herrscher über die acht Meere« wurde im Jahre 2019 ersonnen, auch wenn die darin thematisierte (historische) Piraterie eigentlich gar nicht wie ein Bereich anmutet, für den sich derzeit besonders viele Kinder interessieren dürften. Erdacht wurde der 34seitige und dreireihige Comic von Matteo Venerus, für die Zeichungen war Davide Baldoni verantwortlich. Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Titel »Topolino e il tricorno degli Otto Mari« (was wortwörtlich in etwa »Micky und der Dreispitz der acht Meere« bedeuten würde) am 3. Juli 2019 in der 3319. Ausgabe des »Topolino«-Magazins.

Worum geht es?

Das von Gouverneur Hunter geführte Maushafen am Karatmeer wird sicherer und sicherer, da ein einziger Mann auf einem Ruderboot umherschippert und es irgendwie schafft, alle Piratenschiffe aufzubringen. Dies geschieht zum Ärger von »Sir Blackett« - dargestellt von Plattnase -, der sich daraufhin in die Verkleidung des schwarzen Phantoms hüllt, um die Piraten von Maushafen zu verteidigen und gegen den ungeliebten Saubermann - Kapitän Goofy - in die Schlacht zu ziehen.

Spoiler

Unter die Piratenrotte mischt sich der junge englische Baron Micky Maus, der seine wahre Identität verschleiert. Er ist eigentlich auf der Suche nach seinem Freund Goofy, den er als einfachen Jungen kennt, weswegen er unmöglich der Schrecken aller Piraten sein kann. Auf dem Schiff der Korsaren wird Micky von Kater Karlo skeptisch beäugt, der zur Truppe des schwarzen Phantoms gehört und den Verdacht hegt, Maus sei nicht der, der er zu sein vorgibt. Goofy, der einen brennenden Hut trägt, erreicht das Boot der Schufte, die daraufhin vortäuschen, sie würden sich ergeben. Micky sorgt für Chaos, um Goofy zu helfen, doch das schwarze Phantom kann diesem trotzdem den offenkundig magischen Hut abnehmen. Da Goofy die Kopfbedeckung von einem einheimischen Schamanen mit der Ansage bekommen hat, er würde nur denjenigen seine magischen Kräfte schenken, der Frieden über die Meere bringt, ist der Hut in den Händen des Phantoms nutzlos. Dennoch stülpt »Sir Blackett« ihn sich über und bricht anschließend ohne die anderen Piraten alleine auf. Man fährt ihm hinterher, stellt ihn und überwältigt ihn ... unter anderem, indem man ihn mit Seegras bewirft. Die Zeit der Piraten ist in Maushafen damit endgültig vorbei, woraufhin sich die Stadt auf den Seegras-Export konzentrieren kann, und die Piraten müssen zur Strafe die Seegras-Fässer schleppen.

Die Einschätzung

Die Geschichten, in denen die üblichen Disney-Protagonisten in andere Rollen schlüpfen, versprühen häufig den Flair der einstigen Holodeck-Episoden aus dem Star-Trek-Universum: Ein, zwei davon kommen pro Staffel vor, sie bringen einen nicht richtig weiter und wirken eher so, als hätten die Macher keine richtige Lust auf ihren normalen Stoff gehabt und wollten deshalb mal was anderes probieren. Bei den Comics, in denen berühmte Vorlagen aus der Literatur & Co. aufgegriffen werden, ist dies aus Erwachsenensicht nicht weiter schlimm, denn immerhin wird dann ein gewisser Bildungseffekt bei den jungen Lesern erzielt. Bei einem Comic wie »Herrscher über die acht Meere« dürfte es keine Vorlage gegeben haben - zumindest haben wir keine erkannt -, so dass dieser Punkt wegfällt. Vielmehr wirkt das Ganze eher so, als hätte Matteo Venerus vor dem Schreiben des Skripts gerade die Fluch-der-Karibik-Saga angeschaut und wäre von der Atmosphäre mitgerissen worden. Schlussendlich ist die Geschichte etwas besser, als man es angesichts dieser Ausgangssituation vermuten würde, so richtig gut ist sie aber auch nicht. Die Schlusspointe lautet »Hjuck«, das dürfte zur Einordnung des Ganzen viel aussagen. Immerhin gibt es am Ende die Lehre, das körperliche Größe im Leben nicht alles ist. Schlussendlich haben sich drei unserer Mitarbeiter entschieden, dem Comic die Note Drei zu geben, zwei gaben ihm eine Vier, was summa summarum die Durchschnittsnote 3,4 ergibt. Womöglich haben wir uns allerdings auch ein wenig mit dem negativen Eindruck angesteckt, als wir darüber gesprochen haben.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz