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  Entenmoderne 27: Der Diamant des Moguls
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Nach dem ordentlichen Auftaktcomic ging es für das aktuelle Lustige Taschenbuch bereits mit der zweiten Geschichte, einer Donald- und Dussel-Duck-Story rund um einen abgestürzten Meteoriten namens »Schicksalhafte Einschläge«, gleich qualitativ deutlich abwärts, wie wir euch hier erzählten. Nun haben sich fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich viel zu alt sind, mit dem dritten Comic beschäftigt, der in dem Buch abgedruckt wurde.

Der Diamant des Moguls

Hierbei handelt es sich um einen Comic, er erst vor einem knappen Jahr im italienischen Magazin »Topolino« das Licht der Welt erblickt hatte. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 4. September 2019, man bemühte sich also, sie besonders schnell ins Deutsche zu übersetzen. Dies ließ zunächst ein wenig hoffen, dass es sich um ein besonderes Kleinod in Comicform handeln könnte, allerdings wurde diese Hoffnung in der Vergangenheit auch schon wiederholt enttäuscht. Der 28 Seiten lange Dreireiher wurde von Valentina Camerini erdacht und von Giampaolo Soldati gezeichnet. Er trug den Titel »Topolino, colpevole!«, was zu Deutsch »Micky Maus, schuldig!« bedeutet. Hierzulande wurde die Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 536 abgedruckt, das seit dem 18. August zu bekommen ist und den Titel »Erzfeinde!« trägt.

Worum geht es?

Im Entenhausen des Jahres 1912 wird Micky Maus verhört, nachdem er verhaftet wurde. Er soll im Haus seines Freundes Wilke von Wackhals einen Diamanten entwendet haben und wurde (mehr oder weniger) auf frischer Tat ertappt. Aufgrund eines Schlages auf den Kopf kann er sich allerdings an nichts mehr erinnern, und vom Diebesgut fehlt jede Spur. In der Folge werden die Ereignisse im Vorfeld der Tat durch verschiedene Zeugenaussagen rekonstruiert.

Spoiler

Der Hausbesitzer ist der erste, der aussagt. Er berichtet, wie er ihn mit dem Diamanten in der Hand entdeckte und ihn mit einem Stock niederschlug, den Diamanten aber nicht retten konnte, da Micky mit seinem Vermögensverwalter Dankwart Deutler gemeinsame Sache machte und dieser mit dem Edelstein auf und davon verschwand. In der Zeugenaussage von Minnie Maus geht es weniger um die Tatnacht, sondern um die gemeinsame Zeit als Kinder. Goofy berichtet in seiner Aussage davon, dass er Micky Maus tatsächlich im vertraulichen Gespräch mit Dankwart Deutler gesehen hatte. Inspektor Issel, der den Raum mit dem Diamanten von außen bewacht hatte, gibt die Geschichte ähnlich wieder wie Wilke von Wackhals und erwähnt in dem Zusammenhang, dass der Stock, mit dem Wilke Micky niederschlug, ein antikes Stück aus Inkabesitz war. Durch diese Information löst sich plötzlich Mickys Sperre im Kopf. Er offenbart, dass der vermeintliche Wilke gar nicht der richtige Wilke, sondern dessen ähnlich aussehender ehemaliger Butler Oliver ist. Den richtigen Wilke hatte dieser zuvor gefangen und gefesselt. Auch Deutler wurde von ihm gefangen genommen, da er den Rollentausch bemerkt hatte und Micky darüber in Kenntnis gesetzt hatte. Am Ende berichtet Micky, dass er den angeblichen Inkastock in Wirklichkeit viele Jahre zuvor selbst aus einem Baum gebrochen und Wilke geschenkt hatte, wodurch dieser zu einem Zeichen ihrer Freundschaft geworden war. Deshalb hatte die Behauptung, er stamme von den Inkas, seine Gedächtnissperre gelöst.

Die Einschätzung

Dass die Geschichte ins Entenhausen des Jahres 1912 verlagert wurde, ergibt rückblickend betrachtet keinerlei Sinn. Abgesehen von ein paar Nuancen im zeichnerischen Stil - und damit sind wirklich nur kleine Nuancen gemeint - fällt nichts auf, was darauf hindeutet, dass dieser Comic in jenem alten Jahr spielt. Die Figuren heißen nicht nur gleich, sie sehen auch genauso aus wie immer, sie verhalten sich wie immer, sie reden wie immer, einige von ihnen tragen sogar die gleiche Kleidung wie immer. An keiner Stelle wird irgendein Bezug zu Ereignissen genommen, nur nur anno dazumal hätten stattfinden können. Daher: Was diese Einordnung sollte, hat sich uns nicht erschlossen. Davon abgesehen handelte es sich um einen Disney-Krimi nach Schema F, bei dem man von vorneherein ahnen konnte, wie das Ganze ablaufen würde. Dass sich Micky Maus nicht tatsächlich eines Verbrechens schuldig gemacht haben würde, das stand ohnehin nie zur Disposition, und auch der vermeintliche Wilke von Wackhals wurde von Anfang an so sehr als unangenehmer Aufschneider aufgebaut, dass absehbar war, wo die Reise hingehen würde. Die Auflösung ist auch nicht sonderlich kreativ - von einem Moment auf den anderen weiß Micky einfach wieder, was geschehen ist. Von einem sonderlich durchdachten Plan des Ganoven kann also nicht die Rede sein ... und damit auch leider nicht von einem sonderlich durchdachten Comic. Jeweils zwei unserer Mitarbeiter entschlossen sich, die Geschichte mit den Noten Drei und Vier zu bewerten, eine Mitarbeiterin entschied sich für eine Fünf. Damit stand am Ende die Durchschnittsnote 3,8 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz