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  Entenmoderne 26: Schicksalhafte Einschläge
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Dieser Tage lassen wir fünf dafür eigentlich schon viel zu alte Mitarbeiter unserer Seiter die Comics aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch, nämlich der Ausgabe mit der Nummer 536, lesen. Die Auftaktgeschichte, die den Titel »Erzfeinde« trug, entpuppte sich als überraschend zufriedenstellender Einstieg, wir wir euch an dieser Stelle berichteten. Nun ging es mit einem Comic weiter, in dem Donald und Dussel Duck als Reporter des Entenhausener Kuriers im Einsatz sind.

Schicksalhafte Einschläge

Es handelt sich um einen Comic, der ursprünglich im italienischen Magazin »Topolino« herausgegeben wurde, und gleiches gilt auch für alle noch folgenden Geschichten in diesem Lustigen Taschenbuch. Die Geschichte ist erst ein halbes Jahr alt, was vielversprechend war, denn bei vielen anderen Comics wird jahrelang gezögert, ehe entschieden wird, dass sie eine Übersetzung verdient haben. Die Erstveröffentlichung des 24 Seiten langen Dreireihers erfolgte am 21. August 2019 unter dem Titel »Paperino, Paperoga e il meteorite pacificatore«, was zu Deutsch »Donald, Dussel und der friedensstiftende Meteorit« bedeutet. Die Story wurde von Corrado Mastantuono ersonnen und auch zeichnerisch umgesetzt. Hierzulande wurde sie im 536. Lustigen Taschenbuch abgedruckt, das den Titel »Erzfeinde!« trägt und seit dem 18. August erhältlich ist.

Worum geht es?

Nachdem Dagobert Duck im Fernsehen erfahren hat, dass ein Meteorit in Entenhausen eingeschlagen ist, stürmt er wütend die Redaktion des Entenhausener Kuriers, in der Donald und Dussel herumgammeln, anstatt von der Angelegenheit zu berichten. Mit großem Getöse ordnet er an, das sich die beiden vor Ort umsehen sollen.

Spoiler

Der Meteorit ist in ein Haus eingeschlagen und hat dadurch eine alte Dame vorübergehend obdachlos gemacht, die nun in ein Hotel ziehen muss. Sie erklärt sich zu einem Interview bereit, wenn Donald und Dussel ihr umgekehrt einen Gefallen tun: Sie sollen eine alte Vase zu ihrer Schwester bringen, die drei Jahre zuvor nach einem Streit auszog. Die Vase soll ein Zeichen der Versöhnung sein. Polizisten bemerken Donald und Dussel mit der Vase und gehen davon aus, dass die beiden sie gestohlen hätten, weswegen sie sich an ihre Fersen heften. »Richtige« Gangster stehlen die Vase wenig später, als die beiden Amateur-Journalisten in einem Grill Halt machen. Donald und Dussel jagen die Verbrecher, und nachdem die Polizei wiederum ihnen auf den Fersen ist, löst sich die Sache dadurch auf, dass die Schutzmänner die »richtigen« Verbrecher dingfest machen. Anschließend liefern Donald und Dussel die Vase aus. Die Schwester schlägt das Versöhnungsangebot aus, bis sie im Inneren der Vase auf einen friedlich stimmenden Brief der alten Dame stößt. Die obdachlose Frau darf bei ihrer Schwester einziehen, so dass ihr Unterkunftsproblem gelöst ist. Schon nach wenigen Minuten streiten die alten Damen jedoch wieder. Die Aufnahme des Interviews lässt Dussel indessen auf seinen Schreibtisch in der Redaktion legen. Ehe sie verwertet werden kann, stürzt ein weiterer Meteorit ab und trifft genau auf den Schreibtisch.

Die Einschätzung

Als kleiner Kniff wurde versucht, einen Teil der Geschichte nicht chronologisch zu erzählen, sondern in der Mitte des Ganzen zu starten und dann erst einmal bis in Richtung der vorangeschickten Szene »hinzuerzählen«, ehe die Geschichte dann chronologisch zu Ende erzählt wird. So was kann eine nette Idee sein, in diesem Fall erschloss sich aber der Mehrwert des Ganzen nicht. Mit dem Einschlag des Meteoriten zu beginnen, hätte vermutlich einen wirkungsvolleren Effekt gehabt. Die Vermischung aus dem Einschlag, (fragwürdiger) journalistischer Arbeit und einer Alte-Damen-Versöhnungsgeschichte klingt zwar konfus, ist aber eigentlich ganz nett, wenn auch unspektakulär. Ein Handlungsstrang, in dem die Polizisten erfahren, wer die vermeintlichen Komplizen der verhafteten Gangster sind, wird nicht zu Ende erzählt, weswegen es im Nachhinein betrachtet wenig Sinn ergibt, dass Donald und Dussel von den Festgenommenen überhaupt »verraten« werden. Nicht so schön sind die Zeichnungen Mastantuonos, insbesondere einige Figuren (Schweine-Gangster, Angestellte des Verkehrsamtes, riesennasige Polizisten) sehen miserabel aus. Die gleiche Art des Überzeichnens stört uns auch bei der von Mastantuono erfundenen Figur des Sergei Schlamassi. Der Schlussgag mit dem zweiten Meteoriten war nicht nachvollziehbar. Letztlich entschied sich jeweils ein Mitarbeiter unserer Seite, der Story die Noten Zwei und Drei zu geben, zwei gaben ihr eine Vier, und eine eine Fünf, so dass summa summarum der Durchschnittswert 3,6 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz