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  Entenmoderne 22: Eine Insel voller Halunken
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Nachdem sich fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die eigentlich dafür schon viel zu alt sind, durch eine schwache Story aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch nach der anderen gehangelt hatten, hatte der Comic über die »millionenschwere Banknote« unser aller Gemüter wieder sehr besänftigt, denn dieser war wirklich gut. Den darauf folgenden nichtssagenden Dussel-Duck-Fünfseiter, der vermutlich nur dem Erreichen der erforderlichen Seitenzahl diente, haben wir an dieser Stelle weglassen und stattdessen mit der nächsten längeren Geschichte weitergemacht. Leider konnte diese nicht mit dem zuletzt thematisierten Comic mithalten.

Eine Insel voller Halunken

Einmal mehr handelt es sich bei dem Comic um eine Anekdote, die dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Dort wurde der 28 Seiten umfassende Dreireiher am 11. September 2019 unter dem Titel »Zio Paperone e l'isola furfantesca« herausgegeben, was im Grunde genommen das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel, sieht man mal davon ab, dass darin (wie in Italien üblich) Dagoberts Name mit erwähnt wurde. Die Story wurde nach einer Idee von Roberto Moscato durch Donald Soffritti zeichnerisch umgesetzt. Auf Deutsch erschien die »Insel voller Halunken« am 21. Juli 2020 im 535. Lustigen Taschenbuch, das den Titel »Planlos im Paradies« trägt.

Worum geht es?

Die Panzerknacker haben zahlreiche Säcke Geld von Dagobert Duck erbeutet und sie per Schiff auf eine Insel geschafft. Die reichste Ente der Welt hat die Gangster zusammen mit Donald und seinen drei Großneffen verfolgt und hält sie am Ufer auf. Er will sie einem Inselpolizisten übergeben, der Dagobert jedoch darauf hinweist, dass man sich im autonomen Staat Halunkien befindet, in dem das Gesetz der Gesetzlosen gilt. Die Panzerknacker dürfen ihrer Wege gehen, während Dagobert und Donald aufgrund des angeblichen Beschmierens eines Denkmals des Inselprinzen verhaftet werden. Tick, Trick und Track bleiben frei und verfolgen die Panzerknacker.

Spoiler

Die Panzerknacker bringen die Geldsäcke zum »Schatzamt« und lassen sie dort in einem Tresor wegschließen. Bei dieser Gelegenheit erfahren sie, dass der Tresor »Zillionen« von Talern beherbergt, weswegen sie beschließen, das Amt auszurauben. Dabei werden zwei von ihnen erwischt und in die Zelle von Dagobert und Donald verfrachtet. Tick, Trick und Track beschaffen indessen auf dem Schwarzmarkt von einem Gangster ein Foto, auf dem man sieht, dass es einer der Panzerknacker war, der das Denkmal verunstaltet hatte. Mit Hilfe des Fotos bekommen sie Donald und Dagobert frei. Sie begeben sich zum »Schatzamt«, werden jedoch nicht eingelassen. Dessen Betreiber übertölpelt inzwischen den noch freien dritten Panzerknacker und macht sich auf dem Wasserweg mit dem gesamten Geld aus dem Tresor aus dem Staub. Die inzwischen aus dem Gefängnis ausgebrochenen Panzerknacker verfolgen ihn und stoßen mit seinem Boot zusammen, da dieses gestoppt hatte, weil es durch das hohe Gewicht schon allen Treibstoff verbraucht hat. Dagobert schleppt daraufhin das havarierte Boot der Panzerknacker (und das Geld) mit seinem eigenen Schiff ab und bringt es direkt nach Entenhausen, um es dort der Küstenwache zu übergeben. Abschließend kauft er ganz Halunkien auf, so dass Verbrecher fortan keinen sicheren Hafen mehr haben. Stattdessen nutzt die reichste Ente der Welt die Insel, um dort eine große Ader an Edelmetall auszubeuten, die er dank seines beeindruckenden Gespürs für gute Geschäfte während seines Gefängnisaufenthalts erschnüffelt hat.

Die Einschätzung

Ungeachtet der erzählten Storyline muss man bei der »Insel voller Halunken« festhalten, dass diese wirklich nicht schön gezeichnet worden ist. Donald Soffritti hat sich an einer etwas »moderneren« Version der Ducks versucht, was so gut wie immer in die Hose geht, und dieser Comic ist dafür ein gutes Beispiel. So sehen beispielsweise die Panzerknacker durchweg missraten aus, andere Figuren hingegen variieren von Zeichnung zu Zeichnung - stellvertretend sei auf das Bild in der Mitte der letzten Seite der Geschichte hingewiesen, auf welchem Dagobert Ducks Augen (und dadurch die Gesichtsproportionen) völlig verzerrt aussehen.

Die Idee der Insel, in der das Verständnis von Recht und Ordnung auf den Kopf gestellt wurde, ist natürlich erst einmal recht frisch und unverbraucht, und sie bot Stoff für nette Wendungen und eine ordentliche Portion Spannung. Leider wurde sie nicht ganz zu Ende gedacht, denn dass Diebstahl erlaubt ist, das Beschmieren von Denkmälern jedoch eine illegale »Unruhestiftung« ist, der Versuch des Ausraubends des »Schatzamtes« ebenfalls nicht legal ist (und so weiter und so fort), ist schon eine sehr freie Interpretation der Inselgesetze, die sich der Macher des Comics so zurechtgebogen hat, wie er sie gerade brauchte.

Auch hatten wir den Eindruck, dass der Anteil an Slapstick in dem Comic ein wenig zu weit nach oben gedreht wurde, wodurch das Ganze eher albern als amüsant wirkte, und die eingebauten potenziell spannenden Momente, etwa die Flucht per Boot, verloren dadurch ihre Wirkung. Schlussendlich gaben zwei unserer Mitarbeiter der Geschichte die Schulnote Drei, zwei gaben ihr eine Vier, und eine Mitarbeiterin gab ihr die Note Fünf. Dies ergab summa summarum die Durchschnittsnote 3,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz