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  Entenmoderne 21: Die millionenschwere Banknote
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Bisher sind wir ja recht harsch mit den Geschichten umgegangen, die im aktuellen Lustigen Taschenbuch abgedruckt waren. Dieses Mal wird es deutlich versöhnlicher: Wir haben wieder fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die eigentlich dafür schon viel zu alt sind, auf eine Story aus dem Buch angesetzt, und diese hat sich als deutlich besser herausgestellt als alle vorausgegangenen.

Die millionenschwere Banknote

Es bedarf eigentlich gar nicht mehr des speziellen Hinweises, um erahnen zu können, dass auch diese Geschichte ursprünglich aus dem italienischen Magazin »Topolino« stammt. Dort wurde sie am 9. Mai des Jahres 2018 unter dem Titel »Paperino e la banconota da un milione di sterline« herauszugeben, was zu Deutsch »Donald Duck und die Eine-Millionen-Pfund-Sterling-Banknote« bedeutet. Der 37 Seiten lange Dreireiher wurde von Marco Meloni erdacht, und Meloni hat ihn auch selbst gezeichnet. Hierzulande erschien die Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 535, das mit »Planlos im Paradies« betitelt wurde und sich im Wesentlichen sommerlichen Urlaubsthemen widmete, auch wenn dieser Comic hier inhaltlich in eine ganz andere Richtung geht.

Worum geht es?

Meloni versetzt seine Leser zurück ans Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Hier nehmen Donald & Co. andere Rollen ein als ihre angestammten, im Gegensatz zu den meisten Comics dieser Art wurden jedoch ihre Namen nicht leicht abgewandelt, sondern in gewohnter Weise verwendet. Nachdem Birnenverkäufer Donald in San Francisco einen Brand verursacht, flüchtet er per Schiff nach London, wo er am Hungertuch nagt. Zwei Milliardäre (Dagobert und Klaas Klever) haben indessen eine Eine-Millionen-Taler-Banknote erworben und darum gewettet, dass jeder unerfahrene und mittellose Fremde in der Lage wäre, mit dieser einen Monat lang vernünftig umzugehen. Dieser mittellose Fremde wird - dank Gevatter Zufall - niemand anderes als Donald.

Spoiler

Donald geht zunächst essen. Als er dem Wirt die Banknote hinhält, um mit ihr zu bezahlen, zeigt sich dieser so begeistert darüber, dass ein solch reicher Mann bei ihm gastiert hat, dass er ihm die Rechnung komplett erlässt. Auf die gleiche Weise kommt Donald bei einem Herrenausstatter zu edler Kleidung. Nach und nach gewähren ihm immer mehr Unternehmer Kredit, und schon bald ist er als der »Millionär mit der Weste« bekannt. Auf einer Gala lernt er die attraktive Daisy kennen, der er gesteht, wer er eigentlich wirklich ist. Sie reagiert nicht abgeschreckt, sondern amüsiert, und eine Beziehung zwischen beiden bahnt sich an. Auf der gleichen Gala trifft Donald seinen alten Freund Sören wieder, der wie er einst Obstverkäufer war, anschließend sein Glück mit Feigenplantagen versuchte und nun in akute Geldnot geraten ist. Donald bürgt für ihn bei der High Society der Stadt und beschert ihm dadurch lukrative Angebote für seine Plantagen. Die daraus resultierenden Erlöse teilen sich die beiden. Als der Wettmonat abgelaufen ist und Dagobert und Klaas Klever zurückkehren, gibt er ihnen nicht nur die Banknote wieder, er zeigt ihnen obendrein, dass er 200.000 weitere Taler verdient hat. Dagobert nimmt ihm diese ab, da sich herausgestellt hat, dass er der Besitzer der Fabrik in San Francisco war, die Donald durch ein Missgeschick abgefackelt hat. Daisy entpuppt sich als Nichte von Dagobert, weist ihren Onkel aufs Schärfste zurecht und sorgt dafür, dass Donald sein Geld behalten kann. Dann marschieren sie und Donald ab, um den Rest ihres Lebens miteinander zu verbringen.

Die Einschätzung

Wie schon eingangs erwähnt, hebt sich die Geschichte wohltuend von allem ab, was bis zu diesem Zeitpunkt im 535. Lustigen Taschenbuch aufgefahren worden war. Hier hatte einfach alles Hand und Fuß. Die historische Atmosphäre wurde nett in Szene gesetzt, die Idee mit der riesigen Banknote war frisch und bot Platz für kreative Einfälle, und die Geschichte wurde schlüssig bis hin zu ihrem Happy End erzählt. Selbstverständlich war auch Platz für eine Szene, in der Klaas Klever seine Kopfbedeckungen verzehrt. Welche Wirkung allein das Wissen über womöglich vorhandenes Vermögen haben kann, wurde ebenfalls gut rübergebracht, und dass es allein der Besitz von Geld ermöglicht, ohne großen Einsatz zu noch viel mehr Geld zu kommen, als es ein Birnenverkäufer im Laufe seines Lebens jemals erreichen könnte, ist vermutlich ein interessanter Denkanstoß für junge Leser, die sich über so etwas noch nie Gedanken gemacht haben. Kurzum: So schwach das Lustige Taschenbuch bis hierhin auch gewesen ist, hat diese Story aus unserer Sicht eine Menge wieder aufgewogen. Schlussendlich bewerteten zwei unserer Mitarbeiter den Comic mit der Schulnote Eins, zweimal wurde eine Zwei vergeben, und einmal eine Drei, was summa summarum auf die Durchschnittsnote 1,8 hinausgelaufen ist.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz