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  Entenmoderne 20: Der Sommermuffel
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Wer die letzten Episoden unserer »Entenmoderne« gelesen hat, in denen wir die ersten Geschichten aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch thematisiert haben, der könnte meinen, wir würden Disney-Comics nicht sonderlich mögen. Dabei ist eigentlich genau das Gegenteil der Fall: Wir lesen sie deutlich lieber, als es vermutlich der »Durchschnittserwachsene« tut. Umso bedauerlicher ist es, wenn gleich eine ganze Stafette an durchwachsenen Comics hintereinander gedruckt wurde, wie es bis hierhin im Buch »Planlos im Paradies« getan wurde. Nun haben wir den nächsten Versuch unternommen, eine gute Story in dem Band zu finden.

Der Sommermuffel

Hierbei handelt es sich um eine 24 Seiten lange dreireihige Goofy-Geschichte, die - einmal mehr - dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Dort wurde sie am 14. August 2019 erstmals unter dem Namen »Pippo e... il brontolatore estivo« veröffentlicht, was zu Deutsch »Goofy und der Sommermuffel« bedeutet. Erdacht wurde sie von Tito Faraci, für die zeichnerische Umsetzung war Giorgio Cavazzano zuständig. Hierzulande wurde der Comic im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 535 herausgegeben, das mit »Planlos im Paradies« überschrieben wurde und seit dem 21. Juli 2020 erhältlich ist. Da sich das Buch dem Thema Urlaub und Sommer verschrieben hat, passt sie inhaltlich sehr gut hinein.

Worum geht es?

Goofy schlendert durch das sommerliche Entenhausen und sieht dabei zu, wie sich die Einwohner für den Urlaub bereit machen oder vor Ort das schöne Wetter genießen. Nur ein Mann ist unzufrieden: Herr Niesel, der den Sommer für eine abscheuliche Jahreszeit hält und von allem, das die Jahreszeit ausmacht, verärgert wird. Goofy wettet daraufhin mit ihm, dass er es schaffen wird, innerhalb eines Tages etwas zu finden, das Niesel gefällt. Am nächsten Tag brechen die beiden daraufhin gemeinsam auf.

Spoiler

Goofys erste Idee besteht darin, mit Niesel an den Strand zu fahren. Dort regt sich der Mann über seinen Badeanzug auf, über das kalte und »unbequeme« Wasser, und dann geraten die beiden auch noch mit einem großen behaarten Muskelprotz aneinander, woraufhin sie flüchten. Goofy fährt mit Niesel daraufhin in die Berge. Die dortigen Bäume und Blumen findet Niesel uninteressant, da er sie aus den innerstädtischen Parks und seinem Garten kennt, und die Attacke eines Bären zwingt die beiden zur erneuten Flucht. Weiter geht es an einen See, wo Goofy mit Niesel Kanu fahren möchte. Statt mit Luft füllt Goofy das aufblasbare Boot versehentlich mit Helium (oder etwas ähnlichem), so dass die beiden nicht auf dem See fahren, sondern über ihn fliegen (und abstürzen). Die vierte Idee ist ein Picknick, bei dem sie von Ameisen angefallen werden. Beim Grillen verbrennt Goofy das Fleisch, beim Camping gibt es Probleme mit dem Zelt, bei einer Höhlenexpedition verlaufen sich die beiden. In einem Museum sorgt Goofy für Ärger, da er sich versehentlich auf ein Ausstellungsstück setzt. Daraufhin bringt Goofy Herrn Niesel nach Hause und erklärt, er selbst habe die Wette trotz allem gewonnen: Ganz offensichtlich liebt es Niesel zu meckern, und da er den ganzen Tag meckern konnte, hat Goofy es geschafft, genau das Richtige für ihn zu finden. Nachdem Niesel zugibt, dass Goofy recht hat und ihm anbietet, auch den nächsten Tag gemeinsam zu verbringen, flüchtet Goofy so schnell er kann.

Die Einschätzung

Die Sache ist die: »Der Sommermuffel« ist qualitativ eigentlich nicht weit von dem Niveau der anderen Comics entfernt, die wir bisher in diesem Lustigen Taschenbuch gelesen haben. In dem Fall war unsere Erwartungshaltung allerdings womöglich eine etwas entspanntere: Dass ein Goofy-Sommercomic nicht unbedingt mit einer komplexen Storyline oder mit Spannungsmomenten aufwarten würde, wie man es beispielsweise von der vorausgegangenen Phantomias-Geschichte erwartet hätte, war zwangsläufig von vorneherein absehbar. Vielmehr erwartet man in so einem Fall ein wenig Slapstick und alberne Momente, und vielleicht noch eine nette Schlusspointe. All das hat man hier im Grunde genommen bekommen, so dass es wenig Grund zum Beschweren gibt. Man könnte vielleicht überkritisch anmerken, dass das Prinzip »Goofy denkt sich etwas aus, es geht schief, Herr Niesel reagiert verschnupft« etwas zu oft hintereinandergepackt wurde und man schneller zum Punkt hätte kommen können, aber das wäre pedantisch. Für das, was man erhoffen konnte, war diese Story hier in Ordnung. Sie reißt das Ruder des 535. Lustigen Taschenbuchs natürlich noch nicht herum, das müssen dann die verbleibenden hundert Seiten, die wir noch nicht gelesen haben, irgendwie vollbringen. Dieser Comic hier wurde von einer unserer Mitarbeiterinnen mit der Schulnote Zwei bedacht, drei gaben ihr eine Drei, und einer von uns gab ihr eine Fünf, was summa summarum die Durchschnittsnote 3,2 bedeutete.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz