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  Entenmoderne 1: Der siebte Rabe
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Seit einigen Wochen gibt es bei uns die »Entenchroniken«, in deren Rahmen wir fünf Kinder unserer Mitarbeiter historische Disney-Comics lesen lassen, um sie darauf zu überprüfen, ob sie auch im Hier und Jetzt bei der jungen Generation noch funktionieren. Nachdem das Ganze bis dato (zumindest nach den Aufrufzahlen zu urteilen) sehr erfreulich angekommen ist, wollen wir nun genau den umgekehrten Versuch starten: Wir haben fünf Mitarbeiter, die schon seit einigen Jahren über die eigentliche Zielgruppe hinausgeschossen sind, auf brandaktuelle Disney-Comics angesetzt und sie prüfen lassen, inwiefern diese nach wie vor ihren Nerv treffen.

Der siebte Rabe

Loslegen wollen wir mit einer Geschichte, die im aktuellen Lustigen Taschenbuch erschienen ist, welches die Nummer 533 trägt und »Alles auf Anfang« heißt. Es kam am 26. Mai in den Handel. Die Story, der wir uns angenommen haben, trägt den Titel »Der siebte Rabe« und wurde in dem Buch - warum auch immer - zweigeteilt abgedruckt. Die beiden Teile heißen »Freundschaftsdienst« und »Familienbande« und haben insgesamt einen Umfang von 45 Seiten. Ersonnen wurde die Geschichte von Francesco Artibani, für die Zeichnungen war Lorenzo Pastrovicchio zuständig. Im italienischen Original erschien die Story als »Topolino e il settimo corvo« in der am 19. Juni 2019 veröffentlichten Ausgabe des »Topolino«-Magazines.

Worum geht es?

Micky Maus wird von seinem Freund Maxi Smart (Senior) aus Gründen, die er ihm nicht am Telefon sagen möchte, nach London gerufen. In einem dortigen Hotel angekommen, wird Micky zunächst überfallen, dann trifft er auf Maxi. Dieser erzählt ihm, dass sein Adoptivsohn Bruno (alias Maxi Smart Junior) an die falschen Leute geraten sei: Unter Vorspiegelung der Behauptung, man könne ihm mehr über seine eigentliche Herkunft sagen, wurde er zum Mitkommen überredet. Was die Gangster mit ihm vorhaben, erschließt sich zunächst noch nicht.

Spoiler

Mit Hilfe eines Anhängers, den der Angreifer aus dem Hotel trug, begeben sich Micky und Maxi auf die Spur der Verbrecher. Unterstützt werden sie dabei durch Maxis Freund Hauptmann Habacht, der in London gute Verbindungen hat. Dieser ermittelt, dass der Halunke Fred Fiesel mit der Sache in Verbindung stehen dürfte. Nach einem Abstecher in Fiesels Stammkneipe führt sie eine heimliche Verfolgungsjagd zum »Rabenmeister« von London. Dieser kümmert sich um sechs Raben, die im Tower von London leben, da eine Legende besagt, dass das Königreich untergehen wird, sobald dort keine Raben mehr leben. Micky und Maxi finden heraus, dass der Rabenmeister erpresst wird: Bruno soll in der Verkleidung eines Raben in den Tower eingeschleust werden, um dort die Sicherheitsanlagen auszuschalten und den Gangstern damit den Weg zu den Kronjuwelen zu ebnen. Mittels eines Geheimganges gelangen Micky und Maxi in den Tower, wo sie die Gangster überwältigen. Deren Gruppenführerin Tina Täuschke versucht mit einem wertvollen Zepter auf einem Motorboot über die Themse zu entkommen, doch Maxi und Micky schaffen es auf das Boot. An dessen Steuer sitzt der Verbrecher Ralf Gier, den Maxi von früher kennt. Er entpuppt sich einerseits als der Vater von Tina Täuschke, aber auch als derjenige, der einst den kleinen Bruno ausgesetzt hatte, woraufhin ihn Maxi adoptiert hatte. Micky und Maxi bringen das Boot zum Kentern, woraufhin Gier und seine Tochter von der Polizei eingesammelt werden.

Die Einschätzung

Es gibt einige Dinge an der Geschichte, die wirklich überzeugend sind. So ist die Legende der Tower-Raben (Wikipedia) nicht von den Machern des Comics frei erfunden worden, sondern es gibt sie tatsächlich. Dass dem so ist, geht an der Stelle leider nicht hervor, sondern man muss selbst danach suchen - ein kleines Manko des Lustigen Taschenbuchs gegenüber dem Micky Maus Magazin, in dem vermutlich in der Fußzeile herausgearbeitet worden wäre, dass man sich die Legende in London wirklich erzählt. A propos London: Die Stadt wurde durch ihre Wahrzeichen wirklich gut in Szene gesetzt. Die Zeichnungen sind generell wunderbar, und auch einige Gags - etwa der skurrile »Parkours«, den Gäste im Garten von Hauptmann Habicht bewältigen müssen - funktionieren auf den Punkt genau sehr gut. Einiges an »Der siebte Rabe« ist hingegen weniger überzeugend. Das fängt mit den beiden Maxi Smarts an: Obwohl es die Figuren nun schon seit vielen Jahrzehnten gibt und wir auch dunkel in Erinnerung hatten, dass wir schon mal Comics gelesen haben, in denen sie (oder einer von ihnen) vorkamen, verbinden wir absolut gar nichts mit ihnen. Ob das nun an der Seltenheit ihrer Auftritte oder an einer allgemeinen Farblosigkeit ihrer Charaktere liegt, lässt sich dabei schwer abschätzen. Einige Segmente der Geschichte - etwa die Verfolgungsjagden oder die Szene auf dem Buch - vermitteln den Eindruck, man hätte sie schon gefühlte hundert Mal in durchschnittlichen Filmen gesehen. So ergibt sich insgesamt eine Geschichte, die ganz in Ordnung ist, aber die man nicht lange in Erinnerung behält. Eine unserer Helferinnen gab ihr die Schulnote Zwei, dreimal gab es die Drei, einmal die Vier, was am Ende die Durchschnittsnote 3,0 ergibt.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz