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  Entenmoderne 18: Pension Phantomias
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Die beiden ersten Geschichten aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch haben nicht gerade einen vielversprechenden Start gebildet, doch wir haben uns davon nicht demotivieren lassen und abermals fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, in dem Buch schmökern lassen. Dabei haben sie sich dieses Mal einer Story gewidmet, in der Donald Duck in seinem Alter Ego des Superhelden Phantomias auftritt.

Pension Phantomias

«Pension Phantomias« erschein im vergangenen Sommer als Zweiteiler im italienischen »Topolino«-Magazin. Die Geschichte wurde am 7. und 14. August als »Paperinik e l'inghippo del B&B« veröffentlicht, was zu Deutsch »Phantomias und der Betrug mit dem B&B« heißen dürfte. Der dreireihige und 44 Seiten lange Comic wurde von Marco Gervasio erdacht, und der gleiche Mann hat die Geschichte auch direkt in Bilder umgesetzt. Hierzulande entschied man sich dafür, die beiden Teile separat mit »Gäste und Geister« und »Kabale und Hiebe« zu betiteln. Dass man in einem Fall wie diesem die Zweiteilung beibehält, obwohl die beiden Teile der Story direkt hintereinander abgedruckt werden, ist jedes Mal aufs Neue etwas seltsam. Erschienen ist die deutsche Version der Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 535, das den Titel »Planlos im Paradies« trägt und seit dem 21. Juli 2020 erhältlich ist.

Worum geht es?

Dagobert Duck hat sich dazu entschieden, das von seinem Neffen bewohnte Haus in ein Bed & Breakfast umzuwandeln, da Donald nie die Miete zahlt. Donald soll sich um die Gäste kümmern, doch da er sich weigert, wird ihm ein Räumungsbescheid in die Hand gedrückt. Donald muss innerhalb eines Tages verschwinden, Gustav übernimmt die Leitung des B&B, und die ersten Gäste ziehen bereits ein. Da sich unter dem Haus das Geheimversteck von Phantomias befindet, das nicht auffliegen darf, versucht Donald daraufhin den vorherigen Zustand wieder herzustellen.

Spoiler

Donalds erste Idee besteht darin, sich als Gespenst zu verkleiden und die Gäste zu erschrecken. Ehe er den Plan in die Tat umsetzen kann, taucht ein zweites Gespenst im Hof auf und erschreckt die Leute. In seiner Rolle als Phantomias heftet sich Donald an die Fersen des unbekannten Spukwesens und erfährt, dass es sich dabei um Klaas Klevers Assistenten Anwantzer handelt. Die Gründe für die Aktion erschließen sich nicht, doch mehr kann Donald bzw. Phantomias vorerst nicht herausfinden, da Gustav inzwischen die Polizei gerufen hat und in Donalds Zimmer die (nicht benutzte) Gespensterverkleidung gefunden wurde. Donald wird deshalb (fälschlicherweise) als das Gespenst identifiziert und wegen Ruhestörung sowie wegen Beamtenbeleidigung verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Mit einigen Phantomias-Hilfsmitteln, die er rechtzeitig einsteckt und - wie auch immer er das schafft - in seine Zelle schmuggeln kann, schafft er anschließen den Ausbruch. Er erfährt, dass der Entenhausener Bürgermeister eine Ausschreibung ins Leben gerufen hat, durch die es Fördermittel für B&B-Besitzer gibt. Dagobert möchte diese Fördermittel durch die kurzfristige Eröffnung des B&Bs abgreifen, Klaas Klever will hingegen durch den Einsatz seines Assistenten verhindern, dass jemand außer ihm selbst in der Stadt ein B&B führt. Donald sabotiert daraufhin sein bisheriges Wohnhaus, was die Gäste mitten in der Begehung durch den Bürgermeister dazu bringt, wutschnaubend zu flüchten. Phantomias klärt den Bürgermeister und dessen Abordnung über das auf, was Dagobert vorhatte, und mit einem Foto von Anwantzer im Gespenster-Kostüm stellt er auch Klaas Klever bloß. Dadurch bekommt keiner der Milliardäre die Fördermittel, vielmehr fließen diese an das Fähnlein Fieselschweif. Donald darf sein Haus behalten, und der Bürgermeister zwingt Dagobert dazu, es zu renovieren.

Die Einschätzung

Zwei Dinge kann man voranstellen: Im Vergleich zu »Planlos im Paradies« und »Im Land der Gorillas«, den beiden vorausgegangenen Comics aus dem 535. Lustigen Taschenbuch, ist dieser hier deutlich schöner gezeichnet, und auch in Sachen Unterhaltungsfaktor ist er klar besser. Dass es sich hierbei um einen richtig guten Comic handelt, wäre allerdings wiederum (viel) zu viel gesagt. Bei einer Phantomias-Geschichte erwartet man den Beschützer von Entenhausen im Kampf gegen das fiese Verbrechen, hier erlebt man ihn in einer eher seichten Story ohne große Untaten. An einigen Stellen, etwa in dem Moment, in dem die Gäste des B&B mit »Gespenstern« erschreckt werden, droht die Erzählung sogar haarscharf ins Zu-Kindische abzurutschen. Dem entgegen stehen ein paar gelungene Gags - Zitat: »Um diese Uhrzeit stolpere ich hier bestimmt nicht über einen Beamten. Nicht mal einen schlafenden.« -, ein paar ganz gute und unverbrauchte Ideen und eine allgemein nette Grundstimmung. Für das Heile-Welt-Ende hat sich der Zeichner vielleicht ein bißchen zu viele Seiten gegönnt. Eventuell wären wir ein Stück kritischer gewesen, wenn die beiden ersten Comics aus dem Buch nicht derart schwach gewesen wären und im Gegensatz zu ihnen alles andere automatisch ein Stück besser gewirkt hätte, so oder so aber vergab eine unserer Mitarbeiterinnen die Schulnote Zwei, und jeweils zweimal wurden die Noten Drei und Vier vergeben. Das bedeutete summa summarum die Durchschnittsnote 3,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz