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  Entenmoderne 16: Planlos im Paradies
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Für die neuesten Episoden unserer Reihe »Entenmoderne« haben wir uns die (längeren) Geschichten aus dem kürzlich erschienenen 535. Lustigen Taschenbuch vorgenommen und sie von fünf Mitarbeitern unserer Webseite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, lesen lassen. Heute soll es mit den zugehörigen Beiträgen losgehen, und den Auftakt macht dabei die Titelgeschichte, die - der Jahreszeit angepasst - in ein sommerlich-tropisches Ambiente platziert wurde (was nicht bei jeder enthaltenen Geschichte der Fall ist, wie man meinen könnte).

Planlos im Paradies

Wie so viele andere Comics aus dem Lustigen Taschenbuch auch, so wurde auch »Planlos im Paradies« dem italienischen »Topolino«-Magazin entnommen. Dort wurde die Story am 12. Juni des Jahres 2019 unter dem Titel »Zio Paperone e il guazzabuglio linguistico« veröffentlicht, was zu Deutsch in etwa »Onkel Dagobert und das Sprach-Wirrwarr« bedeutet. Der dreißig Seiten lange Dreireiher wurde von Carlo Panaro entwickelt und von Libero Ermetti in Bilder umgesetzt. Hierzulande erschien die Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 535, das nach ihr benannt wurde und seit dem 21. Juli 2020 erhältlich ist.

Worum geht es?

Auf der tropischen Insel St. Anana gedeiht die leckerste Ananas-Sorte der Welt wie Unkraut. Sie wächst ausschließlich auf der Insel und nirgendwo sonst auf der Welt, und um sie exklusiv in seinem Imperium verkaufen und verwenden zu können, reist Dagobert Duck mit Donald und Dussel Duck auf die Insel, um dort mit dem »Chef« des Eilandes über einen Vertrag zu verhandeln. Dabei geschehen Dagobert zwei Missgeschicke: Dussel lässt im Flugzeug seinen Rucksack auf Dagoberts Kopf fallen, wodurch sein Zwicker kaputtgeht, auf der Insel angekommen wird der reiche Erpel der Welt dann von einer Frau über den Haufen gerannt. Letzteres hat schwerwiegende Konsequenzen.

Spoiler

Dagobert redet nach dem Zusammenprall plötzlich nur noch Kauderwelsch. Ein Arzt diagnostiziert ihm daraufhin, dass er an »Linguakonfusio« leidet, eine Krankheit, die ihn für mehrere Wochen nur noch sinnloses Zeug brabbeln lassen wird. Die Verhandlungen gestalten sich dadurch sehr schwierig, auch wenn sich Dagobert nach wie vor schriftlich artikulieren kann. Der Inselchef möchte von ihm kein Geld, sondern schmackhafte Lebensmittel, um nicht ständig Ananas essen zu müssen. Alle Gerichte, die ihm die Ducks daraufhin vorschlagen, passen ihm nicht in den Kram, aber er gibt ihnen eine Nacht, um sich noch eine adäquate Delikatesse zu überlegen. In jener Nacht wird Dagobert entführt. Er erwacht in einer Höhle, und der außergewöhnlich schlaue Panzerknacker Iku (IQ-176) sowie die Frau, die ihn umgerannt hatte, stehen vor ihm. Wie sich zeigt, war der Zusammenstoß ein abgekartetes Spiel, und die Frau ist eine Komplizin des Panzerknackers. Dieser hat einen »Linguakonfusor« entwickelt, einen kleinen Apparat, mit dem er Dagoberts Sprachzentrum stört. Iku war (in Verkleidung) der Arzt, der Dagobert untersucht hatte. Nun versuchen die beiden Ganoven eine Million Taler von Dagobert zu erpressen, ansonsten wird das Gerät mit einer noch stärkeren Wirkung reaktiviert, und dann könnte Dagobert nicht mal mehr schreiben. Mit Hilfe seines zerbrochenen Zwickers zerschneidet Dagobert seine Fesseln, überrumpelt die Verbrecher und rettet sich zu den Insulanern. Diese nehmen die Gangster fest. Abschließend einigt sich Dagobert mit dem Inselchef, ihm im Gegenzug zu den Ananas einen Gourmet-Obstsalat zu liefern, und Dussel und Dagobert wird »zum Dank« für ihre Unterstützung nur ein Tag des Insel-Wochenendes als Urlaubstag berechnet.

Die Einschätzung

Die Geschichte hat durchaus ihre amüsanten Momente, und ein paar eingeflochtene Gags sind schlauer, als sie auf den ersten Blick wirken. Der Flughafen von St. Anana liegt beispielsweise in der Stadt »Port-de-Broma«, was nicht nur darauf anspielt, dass die Ananas zu den Bromeliengewächsen gehört, »Broma« ist gleichzeitig das spanische Wort (bzw. ein spanisches Wort) für das Veräppeln von Leuten. Andere Dinge wissen weit weniger zu überzeugen, so wurde hier zwar mit schönen satten Farben gearbeitet, aber die eigentlichen Zeichnungen sind nicht richtig schön anzusehen, und die Story selbst ist auch nur ziemlich begrenzt unterhaltsam. Die Verhandlungen kommen eher zäh als witzig rüber, Iku und seine Komplizin wirken nicht sonderlich gefährlich, und das Zustandekommen des Vertrages (ein paar Ananas landen im Meerwasser --> Dagobert bekommt die »geniale« Idee, sie mit anderen Früchten zu vermischen) ist nun auch nicht gerade übertrieben kreativ. Dass die Geschichte ausgewählt wurde, um einen sommerlichen Einstieg in die Juli-Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs zu kreieren, ist prinzipiell eine nachvollziehbare Entscheidung, aber es wäre kein Verlust gewesen, wenn diese Story niemals übersetzt worden wäre. Schlussendlich gab eine unserer Mitarbeiterinnen ihr die Note Drei, drei gaben ihr eine Vier, und einer eine Fünf, was summa summarum die Durchschnittsnote 4,0 ergab.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz