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  Entenmoderne 11: Heldenwerkzeug in Halunkenhand
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In der neuesten Ausgabe unserer Reihe »Entenmoderne«, in der fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die eigentlich schon viel zu alt dafür sind, Comics aus dem Universum von Donald Duck und Micky Maus lesen, möchten wir uns wieder einer Geschichte widmen, in der Phantomias vorkommt ... wenngleich er eigentlich nur eine Nebenrolle einnimmt, während die Panzerknacker im eigentlichen Zentrum der Geschichte stehen.

Heldenwerkzeug in Halunkenhand

Hierbei handelt es sich um eine Geschichte, die zu den kürzeren im Lustigen Taschenbuch abgedruckten Comics zählt, denn der Dreireiher ist nur zwanzig Seiten lang. Veröffentlicht wurde er hierzulande am 23. Juni im 534. Lustigen Taschenbuch, das den Titel »Einfach mal abtauchen« trägt. Ursprünglich entstammt sie - wie so oft - dem italienischen »Topolino«-Magazin und wurde dort am 13. Juli 2019 auf die Comicwelt losgelassen. Die Idee zur Story hatte Marco Bosco, für die Umsetzung in Bilder war Lara Molinari zuständig. Der ursprüngliche Titel lautete »I Bassotti e il gadget prodigioso«, was zu Deutsch in etwa »Die Panzerknacker und das erstaunliche Gerät« bedeutet.

Worum geht es?

Mit einer großen Tunnelbohrmaschine wollen die Panzerknacker in den Keller der Bank von Entenhausen gelangen, um diese auszuräumen. Stattdessen bohren sie sich in das geheime Hauptquartier von Phantomias. Von dort aus »borgen« sie sich ein geheimnisvolles Gerät, von dem sie ausgehen, dass es sich um eine Superwaffe handelt. Sie beschließen, die Wundermaschine mitzunehmen und vor Ablauf des Tages wieder zurückzubringen, damit nicht auffällt, dass sie damit Schindluder getrieben haben.

Spoiler

Bei einem ersten Testlauf scheint das Gerät nicht zu funktionieren, woraufhin die Panzerknacker es reparieren lassen wollen. Daniel Düsentrieb schaut es sich aufgrund von Zeitproblemen jedoch gar nicht erst an, und ein krimineller Experte hat keine Idee, was man tun könnte. Die Panzerknacker kommen daraufhin selbst zu dem Schluss, dass die Batterien fehlen müssen. In Entenhausen sind sämtliche AA-Batterien allerdings ausverkauft, weil die große Hitze zu Ventilator-Hamsterkäufen und einem entsprechenden Run auf die zugehörigen Batterien geführt hatte. In einem kleinen Dorf finden die Gangster schließlich doch die benötigten Batterien, doch das Gerät funktioniert nach wie vor nicht. Frustriert bringen sie es zurück in Phantomias' geheimes Quartier. Als sie mitbekommen, dass der Held im Anmarsch ist, flüchten sie überhastet und nehmen auf den letzten Drücker noch ein paar Bonbons mit. Diese entpuppen sich als »Vergall-Pillen«, die das Gedächtnis der Verbrecher auslöschen, so dass sie nur wenige Minuten später nichts mehr von ihren Erlebnissen des Tages wissen. Phantomias stellt wenig später selbst fest, dass das Gerät nicht mehr funktioniert und bringt es zu Daniel Düsentrieb. Dieser bemerkt, dass er einen Plus- und Minuspol verwechselt hatte. Das Gerät ist schlussendlich nicht mehr als ein Handventilator, der nur die Form einer Superpistole hat.

Die Einschätzung

Als wir zuletzt eine Phantomias-Story thematisiert hatten, hatten wir angemerkt, dass die Comics mit seiner Beteiligung nicht mehr ganz die positive Wirkung von früher erreichen. Außerdem hatten wir verschiedene Vermutungen angestellt, woran dies liegen könnte. Eine Vermutung hatten wir dabei noch ganz außer acht gelassen, nämlich die, dass die Phantomias-Figur teils in ganz schön albernen Storys verheizt wird. Hier haben wir nun eine Geschichte, die einzig und allein auf ihren Schlussgag hingeschrieben wurde, und dieser ist zwar soweit ganz witzig, aber einer Superhelden-Geschichte an sich schon ein wenig unwürdig.

Noch ein ganzes Stück fraglicher aber ist, wie die Macher des Lustigen Taschenbuchs die Geschichte eingeleitet haben. Es gibt hierzu eine einseitige Vorgeschichte, in der die Panzerknacker vor Phantomias flüchten, weil dieser wegen den in »Heldenwerkzeug in Halunkenhand« geschilderten Geschehnissen »sicher mit ihnen abrechnen« wollen würde. Welchen Sinn soll das aber ergeben, wenn denn das Gedächtnis der Panzerknacker am Ende ausgelöscht wurde? Haben die Macher des Lustigen Taschenbuchs womöglich gar nicht die Geschichte bis zu ihrem Finale gelesen!?

Der eigentliche Schlussgag hat auch gewisse fragwürdige Momente. Wenn denn Super-Erfinder Daniel Düsentrieb Plus- und Minuspol verwechselt hat, wieso lag das Gerät dann überhaupt in Phantomias' Hauptquartier? Soll man ernsthaft glauben, dass Düsentrieb es nach der letzten Reparatur nicht mal kurz getestet hat? Einen Ventilator, für den der Test ungefähr eine Sekunde Zeit benötigt hätte? Wenn ja, dann sollte Düsentrieb besser nicht mehr der Zuarbeiter eines Superhelden sein, denn so eine Zerstreutheit könnte glatt lebensgefährlich werden. ;)

Aber im Ernst: Die Geschichte ist an sich ganz nett, aber auch gleichzeitig fürchterlich harmlos und nun wirklich nicht das, was man lesen möchte, wenn man einen Phantomias-Comic in der Hand hält. Da sollte es einfach ein Stück spannender und atmosphärischer zugehen. Eine unserer Mitarbeiterinnen entschied sich dennoch dafür, der Story die Schulnote Zwei zu geben, zwei gaben ihr eine Drei, und zwei eine Vier, was am Ende auf die Durchschnittsnote 3,2 hinauslief.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz