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 Entengeschichten: Newtons Gesetze und schwebende Entenfragmente
In der heutigen Ausgabe unserer »Entengeschichten« nehmen wir die Ausgabe des Micky Maus Magazins unter die Lupe, die auf den 15. Mai datiert wurde. In dieser Kolumne stellen wir im Abstand von zwei Wochen die jeweils aktuelle Ausgabe der Zeitschrift in den Mittelpunkt.

Die Höhepunkte

Dieses Mal verdiente die von den Micky-Maus-Magazin-Machern als »Topcomic« eingestufte Titelgeschichte »Newtons Apfel« tatsächlich ihre Vorschusslorbeeren. Donald und Dussel Duck reisen darin mit einer Zeitmaschine zu Isaac Newton ins siebzehnte Jahrhundert, wodurch die jungen Leser nicht nur Zeuge des berühmten fallenden Apfels werden, sondern womöglich auch zum ersten Mal etwas von den Newtonschen Gesetzen erfahren. Die Schlusspointe der Geschichte ist, nun ... sagen wir mal: solala, allerdings wurde hier ein schöner Mittelweg zwischen Unterhaltung und Lerneffekt getroffen, und womöglich wird das ein oder andere Kind dazu gebracht, ein wenig mehr über Newton zu ergoogeln. Kurzum: So stellen wir uns einen wirklich guten Micky-Maus-Comic vor. Der norwegische Zehnseiter stammt aus dem Jahr 2019 und wurde von Tormod Løkling ersonnen. Für die zeichnerische Umsetzung war Arild Midthun zuständig.

Acht Seiten sind einer Geschichte gewidmet, die der große Vicar auf Basis eines Skripts von Jack Sutter umgesetzt hatte. »Ein Unglückstag« wurde 1975 erschaffen und 1976 von Erika Fuchs übersetzt. Neben einigen Veröffentlichungen in Sonderheften wurde die Story schon im Micky Maus Magazin 47/1976 unter dem Titel »Zwei halbe Portionen« veröffentlicht. Dagobert Duck versucht darin unter Zuhilfenahme eines Wundersprays, das von Daniel Düsentrieb erfunden wurde, einen großen Sack Geld hinter dem Rücken der Panzerknacker zur Bank zu bringen. Wir ihr inzwischen wissen dürftet, sind für uns bei Geschichten wie dieser die Änderungen im Zeitverlauf der interessanteste Aspekt. Diese Story wurde ein wenig friedlicher formuliert als früher, so findet Dagobert nicht mehr, dass Daniel »gewaltig spinnt«, vielmehr rechnet er ihm nun eine Portion »Wirrköpfigkeit« zu. »Spray« wurde 1976 noch als »Sprüh« bezeichnet. Und während Dagobert 1976 noch freigiebig war und Düsentrieb für seine Arbeit erst zehn Taler bot, dann sogar noch einen weiteren Taler drauflegte, machte man sich in der neuen Übersetzung einen Spaß daraus, ihn erst ein Zwei-Taler-Angebot unterbreiten zu lassen, das er dann unkommentiert in zwei Schritten auf fünfzig Kreuzer herunterredet. Auch wenn es an Majestätsbeleidigung grenzt, gefiel uns die neue Übersetzung tatsächlich einen Tick besser als die Originalworte von Frau Dr. Fuchs. Und a propos Tick: Tick, Trick und Track haben im Vergleich zu 1976 mal wieder ihre Mützen und damit ihre Identitäten getauscht. Die Geschichte selbst ist ein Klassiker, oder zumindest empfanden wir ihn als solchen, da wir uns selbst noch aus Kindertagen an sie erinnern konnten und dadurch ein wenig Nostalgie mitschwang.

Die übrigen Comics

Der niederländische Micky-Maus-Comic »Alles in einem Bild«, der im vergangenen Jahr von Robbert Damen verfasst und von Miguel Fernandez Martinez gezeichnet wurde, ist sechs Seiten lang und berichtet von einem Bild, das Klarabella und Minnie Maus in einem Geschäft für antike Gegenstände erwerben. In einer etwas fahrigen Storyline führt dies zunächst dazu, dass Micky Maus und Rudi Ross ein teures Auto vor dem Sturz von einer Klippe retten, und schließlich rettet einen Möhrenkuchen eine Kuh vor der Verzweiflung. Klingt nicht sehr logisch, nicht wahr? ;) Für sechs Seiten waren das zu viele Ideen und die Umsetzung arg konfus, aber immerhin war die Kombination aus klassischem Zeichenstil inklusive Micky in roten Hosen mit gelben Knöpfen und dynamischen actionreichen Bildern nett anzusehen.

Der Sechsseiter »Heldentraum« wurde 2011 von Robbert Damen verfasst und von Sander Gulien und Tony Fernández in Bilder umgesetzt. Seltsamerweise scheint es trotzdem bis 2018 gedauert zu haben, ehe er erstmals veröffentlicht wurde (in Nummer 48/2018 des niederländischen Donald-Duck-Magazins). Der Titel der Geschichte, die in einem historischen Ambiente spielt, in dem Daisy eine Prinzessin, Donald einen Ritter und Gustav einen Raubritter darstellt, spoilert leider bereits, worauf das Ganze am Ende hinausläuft. Durch das Fantasy-Flair und das Vorkommen eines Drachen dürfte die Geschichte bei einer jüngeren Leserschaft dennoch ziemlich gut ankommen. Uns missfiel die Darstellung von Daisy (mal wieder), denn dass diese Donald als einen »Dussel« oder einen »Hofnarr von einem Freund« abkanzelt, ist - unabhängig von dessen »Vergehen« - einfach eine furchtbar unsympathische Charakterzeichnung für eine Figur, die man eigentlich gerne haben soll.

Die Geschichte »Raffiniert programmiert« ist fünf Seiten lang und wurde 2018 von Jaakko Seppälä erdacht, Miguel Fernandez Martinez steuerte die Bilder bei. In der Geschichte bekommt die Schule, die von Tick, Trick und Track besucht wird, eine neue Schülerin: Stella, ihres Zeichens hochbegabt inklusive eines besonderen Talentes fürs Programmieren. Schlussendlich spielen sie und ein Kakaofleck eine große Rolle beim Versuch Daniel Düsentriebs, ein Virtual-Reality-Spiel zu erstellen. Hier wirkte uns vieles zu erzwungen, einerseits die Erschaffung der neuen Figur; die Tatsache, dass sich Daniel von einem Kind beim Programmieren helfen lassen muss und Düsentriebs Projekt an sich. Erzwungen in der Hinsicht, dass das alles ein bißchen sehr zeitgemäß und auf ein Publikum aus VR-Fans hingeschrieben wurde. Womöglich trifft es aber das Herz der Zielgruppe recht gut.

Die Tiefpunkte

Als beiliegendes Extra enthielt das Magazin dieses Mal eine Plastik-Schusswaffe, die sich mit einem Handgriff auch in ein Plastik-Messer umwandeln lässt. Wer unsere Kolumne regelmäßig verfolgt, dürfte unsere Meinung zu Waffenspielzeug als Beilage bereits kennen, in diesem Fall hat man gleich zwei Waffentypen in einem. Minus und Minus ergibt viel Minus.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

In der Sektion »Irre Infos« wird erwähnt, dass die schärfste Chili der Welt den Namen »Carolina Reaper« trägt. Tatsächlich wurde »Carolina Reaper« vor ziemlich genau drei Jahren durch die Sorte »Dragons Breath« abgelöst, die ein Mann aus Wales aus Versehen gezüchtet hat, wie ihr beispielsweise in diesem Artikel nachlesen könnt, der damals in der »Welt« veröffentlicht wurde.

Fazit

Sieht man mal von dem Waffenspielzeug ab, handete es sich unserer Meinung nach um eine schöne Ausgabe des Micky Maus Magazins. Und natürlich ist die Pistolensache auch eine Ansichtssache, die andere Eltern nicht teilen müssen. Die eigentliche Zeitung war so oder so überzeugend.


Welcher Comic gefiel euch am besten?
1
 
 305 (68,5%)
Ein Unglückstag
2
 
 66 (14,8%)
Newtons Apfel
3
 
 43 (9,7%)
Heldentraum
4
 
 24 (5,4%)
Raffiniert programmiert
5
 
 7 (1,6%)
Alles in einem Bild
An der Umfrage haben 445 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz