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 Entengeschichten 26/20: Bibbernde Surfer, musizierende Milliardäre, diebische Mäuse
Vor zwei Wochen besprachen wir an dieser Stelle das 25. Micky Maus Magazin dieses Jahres, das sich als eine durchschnittliche Ausgabe erwies, mit »Die Filmemacher« jedoch immerhin einen wirklich lesenswerten Kurzcomic enthielt ... wenngleich dieser nicht zum ersten Mal abgedruckt wurde. Wenn ihr euch für unsere damalige Einschätzung interessiert, werdet ihr durch einen Klick hier fündig. In dieser Woche ist nun eine neue Ausgabe erschienen, und natürlich haben wir auch diese wieder durchgeschmökert. Die Rede ist von dem Heft, das auf den 11. Dezember datiert wurde.

Die Höhepunkte

Die Ausgabe enthielt einen Carl-Barks-Comic, und da war die Wahrscheinlichkeit natürlich von vorneherein groß, dass er im Abschnitt der Höhepunkte landen würde. Es handelt sich um die (zweifelsfrei ein wenig übertriebene) Donald- und Dagobert-Verwechslungsgeschichte »Verhängnisvolle Verkleidung« (Originaltitel »Double Masquerade«), die als Schlusscomic abgedruckt wurde. Darin verkleidet sich Donald als Dagobert, um nicht an einer winterlichen Surfshow teilnehmen zu müssen, und Dagobert verkleidet sich gleichzeitig als Donald, um einer Spendenaktion zu entkommen. Natürlich zieht dies allerhand Verwicklungen nach sich. Der 1963 entstandene Comic wurde schon häufig in deutschsprachigen Publikationen abgedruckt, auch im Micky Maus Magazin. Man konnte ihn in der ersten Ausgabe des Jahres 1989 lesen. Die amüsanteste Änderung der ursprünglich von Dr. Erika Fuchs erstellten Übersetzung findet sich bei den Wünschen, welche die Pfadfinderinnen von den »Kohlmeisen« damals wie heute geäußert haben: Wollten sie damals noch Mopeds und Walkmänner, sind es heute E-Roller und Handys. Interessant wäre, was die »Chickadees« eigentlich anno 1963 haben wollten, das ließ sich leider nicht herausfinden ... Walkmänner waren es damals aber zweifelsfrei noch nicht. ;)

Die übrigen Comics

Der schon auf der Titelseite als »Top-Comic« angepriesene Zehnseiter »Überraschung von der Tür« stammt von Gaute Moe und wurde von Diego Bernardo gezeichnet. Es handelt sich - passend zur Jahreszeit - um eine Weihnachtsgeschichte, in der Donald zu abgebrannt ist, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, dann aber doch kurzfristig zu Geld in Form eines ganzen Säckchens kommt, das er vor seiner Tür findet. Eine nette kleine warmherzige Geschichte, die zum Fest passt und bei der man allenfalls kritisieren kann, dass der Stein, der alles ins Rollen bringt, nicht Donalds Güte, sondern sein Jähzorn gegenüber einem vermeintlichen Straßenmusiker ist. Bis zum Ende hin wird dieser kleine Punkt jedoch wieder geradegerückt, so dass man definitiv von einer guten Auswahl für die Weihnachtsausgabe passt.

Auch in diesem Heft wurde eine Episode aus Kari Korhonens Reihe über Dagobert Ducks Anfangsphase in Entenhausen abgedruckt. Die beiden letzten Episoden hatten ein See- und ein Luftrennen geboten und waren sich nicht nur selbst sehr ähnlich, sie entsprachen auch einem »Schema F«, das man in vielen Disney-Storys über Wettfahrten bereits zur Genüge präsentiert bekommen hat. Streng betrachtet erzählt auch »Damals: Himmelsstürmer« von einem »Wettrennen«, nämlich eines mit dem Ziel, den höchsten Wolkenkratzer der Stadt zu bauen. Die Auflösung des Ganzen ist ein bißchen arg simpel geraten, aber die Story hat einige nette nostalgisch Momente, so hätte der Einsatz von höhenangstfreien Lamas im Bau auch schon vor einem halben Jahrhundert von Barks & Co. erdacht werden können. Und Korhonens Zeichnungen sind ohnehin über jede Diskussion erhaben.

Der Sechsseiter »Wechselgeld« wurde 2009 von Frank Jonker und Remco Polman erdacht und von Sander Gulien zeichnerisch umgesetzt. Die Erstveröffentlichung erfolgte im November 2011 in der damaligen 47. Ausgabe des holländischen Donald-Duck-Magazins unter dem etwas kreativeren Namen »(Ver)wisselgeld«, also »(Ver)wechselgeld«, den man eigentlich so auch hätte übernehmen können. Die Story berichtet vom neuesten erfolglosen Versuch Gundel Gaukeleys, an Dagoberts Glückszehner zu gelangen. Die Art und Weise, in der sie es dieses Mal probiert, ist neu und unverbraucht, aber man weiß ja eh, wie die ganze Sache ausgeht. Trotzdem: Es gab schon schlimmere Gundel-Comics, so dass es ein wenig überrascht, dass er beinahe zehn Jahre in einer Schublade schlummerte und auf eine Übersetzung wartete.

Die dreiseitige Ahörnchen- und Behörnchen-Geschichte »Zum Schluss eine Nuss« schildert einen falschen Vorwurf von Oma Duck an die beiden Backenhörnchen, am Diebstahl der Haselnüsse Schuld zu tragen, die sie in Vorbereitung des Backens eines Nusskuchens auf ihrem Fensterbrett platziert hatte. Angesichts des anstehenden Weihnachtsfests natürlich eine passende Story, aber - wie man es angesichts der Protagonisten erwarten kann - auch eine äußerst harmlose. Geschrieben wurde sie 2019 von Lars Jensen, die Zeichnungen steuerte María José Sánchez Núñez bei.

Die Tiefpunkte

Wie es so oft der Fall ist, so funktionierte auch dieses Mal die Extrabeilage des Heftes bei uns nicht. Dabei handelte es sich um eine »Schreck-Taschenlampe«, die nicht leuchtet, sondern eine kleine Papierschlange enthält, die mit einem Quietschgeräusch aus dem Deckel schnellt. Normalerweise müsste diese durch den »Anschalter« der Lampe aktiviert werden, was aber bei uns nicht klappte. Um die Schlange herausschnellen zu lassen, mussten wir stattdessen den Deckel mit den Fingernägeln hochziehen. Dadurch geht dann aber natürlich der »Schock-Effekt« vollkommen verloren. Immerhin: Hätte das Ding funktioniert, dann hätte es vermutlich zu den besseren Micky-Maus-Extras gezählt. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Laut einer Fußnoteninformation gibt jeder Mensch in Deutschland im Schnitt 281 Euro für Geschenke aus. Laut der Statista GmbH waren es hingegen im letzten Jahr 475 Euro pro Kopf für Weihnachtsgeschenke, und dieses Jahr sollen es 499,50 Euro werden. Die Macher des Micky Maus Magazins scheinen sich auf eine Umfrage zu beziehen, die im vergangenen Jahr von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young durchgeführt wurde. Wie man sieht, sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genießen, bei jeder Umfrage kommt etwas anderes heraus. Bei der Zahl der im vergangenen Jahr in Deutschland produzierten Schokoladen-Weihnachtsmänner und -Nikoläuse (151 Millionen) sind sich das Magazin und Statista derweilen einig, ebenso bei den verkauften Weihnachtsbäumen (29,8 Millionen).

Fazit

Alles in allem handelte es sich um eine ganz nette Weihnachtsausgabe des Micky Maus Magazines, die sich größtenteils recht harmlos präsentierte, aber das ist in der Weihnachtszeit eben auch der richtige Ansatzpunkt. Die nächste Ausgabe wird am 28. Dezember in diejenigen Geschäfte kommen, die nicht vom Lockdown betroffen sind. All diejenigen, bei denen wegen der Ladenschließungen kein geöffneter Zeitungsladen zur Verfügung steht, können das Magazin online im Egmont-Shop beziehen. Nach Weihnachten werden die Versandunternehmen hoffentlich auch nicht mehr ganz so überlastet sein, so dass man das Heft zeitnah in den Händen halten kann. Wer einen kleinen Lebensmittelshop in der Nähe hat, der nebenher auch Comics verkauft, sollte sich trotzdem sinnvollerweise dort umschauen, denn vermutlich hat man dort derzeit jeden Cent bitter nötig.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 234 (53,5%)
Verhängnisvolle Verkleidung
2
 
 95 (21,7%)
Überraschung vor der Tür
3
 
 82 (18,8%)
Damals: Himmelsstürmer
4
 
 23 (5,3%)
Wechselgeld
5
 
 3 (0,7%)
Zum Schluss eine Nuss
An der Umfrage haben 437 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz