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 Entengeschichten 25/21: Schlitterpartien und temporale Turbulenzen
Vor rund zwei Wochen haben wir an dieser Stelle das 24. Micky Maus Magazin dieses Jahres besprochen. Es erwies sich zunächst als eine recht durchschnittliche Ausgabe, die dann jedoch durch einen Kari-Korhonen-Comic aus der Jugend Dagobert Ducks auf ein deutlich besseres Level gehoben wurde. Ihr empfandet »Damals: Das erste Abenteuer« ebenfalls als den besten Beitrag des Heftes: 69,4 Prozent von euch waren laut eurer Abstimmung dieser Meinung, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Seit dem 26. November ist nun die Nummer 25 im Handel, und auch dieses Heft haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Eine gewisse Einschränkung vorab: »Gefahr auf der Gumpe«, der Comic, den wir als den Höhepunkt dieser Ausgabe betrachten, erweckt sehr stark den Eindruck, dass es sich dabei um ein Remake eines Klassikers handelt. Wir haben jedoch nicht herausgefunden, um welchen es sich dabei handeln könnte. Falls es sich hier um triviales Story-Recycling handeln sollte, dann möge man uns bitte darauf hinweisen. Womöglich liegt es aber auch ganz einfach daran, dass die Geschichte eine schöne Retro-Micky-Maus-Comic-Atmosphäre verbreitet. Das fängt bei der erzählten Story selbst an, es betrifft die Erzählweise und den Zeichenstil, und dann kommen auch noch Auftritte wie der des kleinen Jungen Herbert, den Carl Barks anno 1944 erfand und der fortan immer nur sehr sporadisch eingesetzt wurde, hinzu. In der Story ist die Gumpe zugefroren, was Donald und die Kinder nutzen, um Schlittschuh laufen zu gehen. Donald hat dabei eine besondere Überraschung für Daisy vorbereitet, jedoch kommen ihm Gustav Gans und sein sprichwörtliches Pech in die Quere. Ein schöner Comic, der wie aus einer anderen - besseren - Comiczeit entsprungen wirkt. Offenbar ist er allerdings erst zwei Jahre alt, er wurde von Frank Jonker geschrieben und von Ulrich Schröder gezeichnet. Am 30. Dezember des vergangenen Jahres wurde er im holländischen Donald-Duck-Magazin erstmals abgedruckt und hieß damals »Het kan vriezen en het kan dooien« (Es kann gefrieren und es kann tauen), zudem wurde auch noch der Zweittitel »Schaatstocht met Katrien« (Schlittschuhlaufen mit Daisy) festgelegt.

Die übrigen Comics

Der Zehnseiter »Zeit für neue Geigen« wird auf dem Titelblatt als »Top-Comic« beworben. Er stammt von Knut Nærum und Tormod Løkling und wurde von Arild Midthun gezeichnet. Tick, Trick und Track spielen darin fürchterlich schlecht Geige, während Donald seine Ohren versiegelt hat und sich aufs Sofa gelegt hat, wo er friedlich schlummert. Dadurch verpasst er eine Verabredung mit Daisy, mit der er gemeinsam ein Konzert besuchen wollte (oder sollte). Um seinen Schnitzer zu beseitigen, setzt er auf Daniel Düsentrieb und nicht weniger als eine Zeitreiselösung. Ein wenig übertrieben für einen solchen Anlass, aber immerhin mal eine ganz witzige Idee, die sich vom üblichen Einheitsbrei rund um Düsentrieb'sche Zeitmaschinen abhebt. Auch die sich daraus ergebenden temporalen Verstrickungen sind ganz amüsant. Was den logischen Part daran angeht, muss man natürlich gewisse Abstriche machen ... aber bei welchen Zeitreisegeschichten muss man das nicht. Insgesamt durchaus eine anständige Geschichte.

In dem Zweiseiter »Der Kamin bleibt kalt« hat sich eine Eule auf dem Schornstein von Oma Ducks Bauernhof ein Nest gebaut. Um den Kamin anzünden zu können, versuchen Dorette und Franz Gans, den ungebetenen Besucher zum Umzug zu bewegen. Bereits durch den Titel bekommt man eine gewisse Ahnung, wohin die Reise am Ende geht. Ein ziemlich unspektakulärer kleiner Beitrag, den der im Mai verstorbene Pat McGreal im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Frau Carol erschuf und der von Joan Crexells gezeichnet wurde.

«Fest der Verwechslungen« ist ein fünfzig Jahre alter Sechsseiter, den der große Vicar einst auf Basis einer Idee von Ebbe Iversen zeichnete. Der internationale Titel lautet »An Effective Costume«. Er wurde nicht nur in der 25. Ausgabe dieses Jahres verwendet, sondern bereits in der 25. Ausgabe des Jahres 1976, damals noch als Startgeschichte. Dagobert Duck soll darin ein Kostümfest ausrichten und verkleidet sich als Alien, und just in dem Moment kommt ein tatsächlicher Besucher aus dem Weltraum angeflogen. Erika Fuchs wurde nach wie vor als Übersetzerin angegeben, die Sprechblasen wurden seitdem jedoch teilweise sehr stark verändert. Neben grundlegenden Satzumstellungen wurde beispielsweise aus einem »Fresskorb« ein »Futterkorb«, aus der Kostümbezeichnung »Grünes Männchen« wurde der Begriff »Der Außerirdische«, man passte auch die Kolorierung von Dagoberts Kostüm von grün auf rot an, entsprechend der geänderten Helmfarbe bezeichnet Daisy den echten Alien als Blau- statt Grünkopf, aus einem religiösen »O Gott« wurde ein weniger verdächtiges »Herrje«, Oma Duck bringt nicht mehr Schweinesülze mit zum Fest wie anno 1976, sondern einen mutmaßlich vegetarischen Zwiebelkuchen, Aliens leiden nicht mehr an Rheumatismus wie damals, sondern an »Raumübelkeit«, »Marssteine« heißen jetzt »Siriussteine«, und so weiter, und so fort. Trotz all der Änderungen bleibt die Geschichte durchschnittlich.

«Kommando Schwarzes Phantom« hat auch schon achtzehn Jahre auf dem Buckel. Der Comic wurde 2003 von Paul Murry geschrieben und gezeichnet, und offenbar wurde er seitdem noch nicht auf Deutsch abgedruckt. Warum dies so ist, lässt sich inhaltlich nicht so recht erklären, denn eigentlich handelt es sich bei dem Micky- und Goofy-Beitrag um keinen schlechten Comic. Zwar ist die Grundidee nicht übermäßig kreativ: Micky und Goofy wollen das schwarze Phantom schnappen, dieses ist ihnen jedoch immer einen Schritt voraus, da es ihm gelingt, ein spezielles technisches Hilfsmittel einzusetzen. Aber man kann dem Comic durchaus zugestehen, dass die Idee trotzdem die acht Seiten ordentlich trägt. Man merkt dem »Kommando Schwarzes Phantom« im Übrigen sein Alter an, etwa durch ein wiederholt auftauchendes Uralt-Telefon.

Im Dreiseiter »Nächtlicher Besuch« hat Donald Duck schon wieder Kopfhörer über den Ohren und merkt dadurch nicht, was rund um ihn herum geschieht. Als er nachts noch einmal zum Kühlschrank taumelt und dabei Musik hört, bekommt er nicht mit, dass gerade ein Einbrecher - ein Mann, der zu schlecht gezeichnet wurde, um ein Panzerknacker sein zu können - im Haus ist. Eine ziemlich belanglose Story mit einem albernen Ende, die von Gaute Moe geschrieben und von Sander Gulien gezeichnet wurde. Im Dezember 2011 wurde sie im holländischen Donald-Duck-Magazin erstmals abgedruckt und hieß damals »Sinterklaas presents« (Weihnachtsgeschenke).

Die Tiefpunkte

Der Entenkurier natürlich. Ansonsten ist dieses Mal aber nichts dabei gewesen, das so schlecht war, dass man von einem echten Tiefpunkt sprechen könnte.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extrabeilage enthielt das Heft dieses Mal ein »Leuchtschwert«, das ursprünglich schon einmal für die Nummer 23 angekündigt worden war, damals jedoch durch eine andere Extrabeilage ersetzt wurde. Zum Leuchten kann man es bringen, wenn man Batterien einsetzt. Das haben wir nun nicht extra gemacht, wie das gute Stück ohne Beleuchtung aussieht, könnt ihr jedoch oben auf dem Bild mit unserem vierbeinigen Webseiten-Maskottchen sehen.

Fazit

Im Grunde genommen kann man für die Nummer 25 ein ähnliches Fazit ziehen wie beim letzten Mal: Es wurde wieder viel Durchschnittskost geboten, und eine Geschichte riss den Gesamteindruck wieder ein Stück weit nach oben. Es wäre schön, wenn es beim nächsten Mal mehr als nur eine wäre. Das kommende Heft wird am 10. Dezember erscheinen, vierzig bunte Comicseiten beinhalten und einen »coolen LED-Pfeil« als Extra aufweisen.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 144 (34,1%)
Fest der Verwechslungen
2
 
 126 (29,9%)
Gefahr auf der Gumpe
3
 
 101 (23,9%)
Zeit für neue Geigen
4
 
 28 (6,6%)
Kommando Schwarzes Phantom
5
 
 12 (2,8%)
Nächtlicher Besuch
6
 
 11 (2,6%)
Der Kamin bleibt kalt
An der Umfrage haben 422 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz