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 Entengeschichten 25/20: Schneeschurken, fiese Flieger und magische Movies
Vor zwei Wochen beschäftigten wir uns an dieser Stelle mit dem 24. Micky Maus Magazin des Jahres 2020, das sich als eine recht durchschnittliche Ausgabe erwies, die man nach dem Lesen schnell wieder vergessen haben dürfte. Die Bandbreite reichte damals von einem lesenswerten Comic namens »Magisch ausgetrickst« bis hin zu einem vollkommen unterirdischen Fünfseiter, in den Samu Haber eingebaut wurde. Unsere damalige Analyse findet ihr unter diesem Link. Inzwischen ist eine neue Ausgabe erschienen, und selbstverständlich haben wir diese wieder unter die Lupe genommen.

Die Höhepunkte

Der Comic »Die Filmemacher« gefiel uns dieses Mal am besten, was womöglich daran liegen könnte, dass wir ihn schon kannten und somit ein wenig Nostalgie beim Lesen mitschwang. Es handelt sich um einen Zehnseiter aus dem Jahre 1982, der von Joel Katz und Tom Anderson geschrieben und vom großen Vicar gezeichnet wurde. Er wurde in der 31. Ausgabe des Micky Maus Magazins des Jahres 1983 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Tick, Trick und Track besuchen darin Dagobert Ducks Filmstudios, die sich bis dato als unrentables Unternehmen erwiesen haben. Dagobert hat deswegen einen neuen Regisseur angeworben, der sich jedoch als die verkleidete Gundel Gaukeley entpuppt, die (wie stets) auf der Jagd nach Dagoberts Glückszehner ist. Die Kinder stellen sich der Hexe daraufhin in den Weg. Seit 1983 fand nicht nur eine neue (deutlich schönere) Kolorierung statt, es wurden auch viele Textbausteine geändert. Wie so oft, so wurde Dr. Erika Fuchs trotzdem weiter als Übersetzerin angegeben. Die »Duckschen Filmstudios« heißen beispielsweise inzwischen »Daguck Filmstudios«, ein paar nicht mehr ganz politisch korrekt klingende Begriffe wie »Hexenweib« wurden entfernt, die Bezeichnung »Widerlinge« wurde zu »Bengel« entschärft, und der »Glückstaler« reduzierte sich im Zeitverlauf zum »Glückszehner«. Andere Veränderungen sind nur mit der Lupe zu erkennen, so wurde beispielsweise aus dem Satz »Müllplätze reißen keinen mehr vom Hocker« das Wörtchen »mehr« entfernt, da den Machern in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich aufgegangen ist, dass Müllplätze auch in der Vergangenheit die wenigsten vom Hocker gerissen haben dürften. ;)

Die übrigen Comics

Der als »Super-Comic« auf der Titelseite beworbene dänische Zehnseiter »Schurkische Schneemänner« wurde von Lars Jensen erdacht und von Cynthia C. Pinada gezeichnet. Dagobert Duck verreist darin für einige Tage und hat sicherheitshalber ein Kraftfeld um seinen Geldspeicher errichten lassen. Donald soll überwachen, dass alles seinen Gang geht, er lässt sich jedoch von den Panzerknackern übertölpeln. Geschichten über neue Sicherheitssysteme des Geldspeichers, die von Daniel Düsentrieb ersonnen wurden und entscheidende Mankos haben, gab es schon gefühlt zu tausenden, in diesem Fall ist das Manko jedoch kein technisches Versagen, sondern die An- und Abschaltbarkeit durch einen leichtgläubigen Erpel. Ansonsten ändert sich im Vergleich zu den anderen Comics nichts, so dass man sich schon denken kann, wie das Ganze ausgeht. Unterhaltsam ist es trotzdem.

Der von Robbert Damen verfasste und von Thomas Cabellic gezeichnete Fünfseiter »Rennfahrerin entführt« wurde am 23. April dieses Jahres erstmals im niederländischen Donald-Duck-Wochenmagazin veröffentlicht. Es handelt sich um einen Micky-Maus-Comic, in dem eine Rennfahrerin kurz vor dem Training zu einem wichtigen Autorennen niedergeschlagen und entführt wird. Eine mäßige Geschichte, die vor allem darunter laboriert, dass Micky Maus nicht nur oberschlau, sondern auf eine geradezu übernatürliche Weise allwissend dargestellt wird. Interessant ist indessen etwas ganz anderes: Der Originaltitel lautete »De ontvoering van Max Vergrappen«, zu Deutsch »Die Entführung des Max Vergrappen«. In der deutschen Version wurde aus »Max Vergrappen« nun »Luise Hammelton«. Während man in Holland also auf eine Anspielung auf den Lokalmatador setzte, verzichtete man in Deutschland auf eine Anspielung auf einen deutschen Rennfahrer, sondern machte eine Frau daraus, deren Name an Louis Hamilton angelehnt wurde. Auf Sebastian Vettel wurde indessen lediglich als deren größten Konkurrenten »Bastian Kettel« angespielt.

Der Daniel-Düsentrieb-Vierseiter »Tür zu!« erschien am 27. Dezember 2019 in der damaligen Ausgabe des niederländischen Donald-Duck-Magazins unter dem Titel »Kou«, also »Kalt«. In der von Herman Roozen erdachten und von Maria José Sánchez Núñez gezeichneten Geschichte friert Daniel Düsentrieb in seiner Werkstatt, was insbesondere in den Momenten zum Problem wird, in dem Kundschaft zu Besuch kommt. Eine nichtssagende Kurzstory, die zumindest zu den momentan herrschenden Temperaturen passt. Irritierend ist vor allem, wie karg Düsentriebs Werkstatt dargestellt wird, denn der Raum ist beinahe leer.

Der Siebenseiter »Damals: Das Verschwinden der Brüder Düsentrieb« ist Teil der Reihe über die Geschichte von Dagobert Duck und der Stadt Entenhausen, die vom finnischen Starzeichner Kari Korhonen zu Papier gebracht wurde. Dieser ließ darin wieder einiges von seinem Potenzial liegen. Die Reihe ist an sich wirklich unterhaltsam und natürlich auch sehr gut gezeichnet, doch nachdem es im 24. Micky Maus Magazin als Teil der Reihe ein Schiffsrennen zu erleben gab, bei dem Klaas Klever falsch spielte, gab es dieses Mal ein Flugzeugrennen, bei dem Klaas Klever falsch spielt. Schon vor zwei Wochen haben wir angemerkt, dass das Problem an Storys wie diesen darin besteht, dass sie immer auf exakt die gleiche Weise ablaufen und daher ziemlich ausgelutscht rüberkommen. So war es auch dieses Mal der Fall. Rätselhaft ist auch der Titel der Story, denn zwar wird das Verschwinden der Ahnen von Daniel Düsentrieb hier erwähnt, jedoch spielt es nur eine vollkommen unbedeutende Nebenrolle, die nichts mit dem eigentlichen Kern der Geschichte zu tun hat.

Die Tiefpunkte

Vor zwei Wochen hatte es mit »Leid mit dem Liebeslied« einen Comic gegeben, den wir in dieser Kategorie einsortieren mussten. Dieses Mal war comictechnisch zwar auch nicht alles Gold was glänzt, aber auf dem damaligen niedrigen Niveau spielte sich keine der enthaltenen Geschichten ab. So waren dann dieses Mal die »üblichen Verdächtigen« wie der unsägliche »Entenkurier« und die Witzeseite die Tiefpunkte. Da man diese aus Macht der Gewohnheit ohnehin überliest, hat man dafür aber nicht viel mehr als ein Schulterzucken übrig.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extrabeilage enthielt das Magazin einen »Megabogen«. Diese Beilage gab es nicht zum ersten Mal, weswegen es eine Modifikation gab: Angebracht ist eine kleine Leuchtdiode, und Batterien sind bereits enthalten. Hier stellt sich vor allem die Frage: Welchen Zweck soll diese Leuchtdiode haben? Denn sie beleuchtet nicht etwa das potenzielle Ziel, sondern schimmert einfach nur am Bogen herum. Merkwürdig. Da die Herausgeber offensichtlich wissen, dass die Kinder den Bogen in erster Linie dazu benutzen werden, auf Menschen oder Tiere zu zielen, wurde der Hinweis ins Heft eingebaut, nicht damit auf Menschen oder Tiere zu zielen.

Die in unseren Augen interessanteste eingebaute kleine Nebeninformation des Heftes bestand in dem Hinweis darauf, dass es in der kolumbianischen Stadt Medellín einen Labrador namens Eros gibt, der dazu eingesetzt wird, Stammkunden eines Supermarktes mit Lebensmitteln zu beliefern. Diese Geschichte ist bislang ganz an uns vorbeigegangen, obwohl Eros offenbar schon seit Jahren im Einsatz ist. Ein nettes Fundstück also. Wer ihn im Einsatz erleben will, kann ihn beispielsweise in diesem Youtube-Video anschauen. Es gibt dort noch allerhand weitere Videos von ihm. Ganz eigenständig scheint er im Übrigen nicht zu arbeiten, die Begleitperson wird aber freundlicherweise nicht mitgefilmt, um seine Leistung besser ins Rampenlicht zu rücken.

Fazit

Auch diese Ausgabe des Micky Maus Magazins hat sich als recht durchschnittlich erwiesen. Positiv festzuhalten ist, dass es nichts daran gibt, was wirklich gestört hat, wie es noch zwei Wochen zuvor der Fall gewesen ist. Daher kann man sagen, dass man ein paar Minuten ganz gut unterhalten wird. Wenn man »Die Filmemacher« schon an anderer Stelle gelesen haben sollte, reduziert sich der Mehrwert des Heftes allerdings tüchtig.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 189 (47,0%)
Die Filmemacher
2
 
 125 (31,1%)
Damals: Das Verschwinden der Brüder Düsentrieb
3
 
 69 (17,2%)
Schurkische Schneemänner
4
 
 8 (2,0%)
Tür zu!
5
 
 7 (1,7%)
Rennfahrerin entführt
6
 
 4 (1,0%)
Schneeschuhe
An der Umfrage haben 402 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz