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 Entengeschichten 24/21: Schwarze Schätze und steile Sterne
Zwei Wochen sind verstrichen, seitdem wir hier die 23. Ausgabe des Micky Maus Magazins thematisiert hatten. Diese war überraschend dick - dicker als angekündigt - und auch qualitativ durchaus überzeugend. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr empfandet den vierzehnseitigen Dagobert-Duck-Comic »Damals: Das erste Abenteuer« aus der Feder von Kari Korhonen als den besten Beitrag der Ausgabe (58,5 Prozent von euch waren dieser Meinung). Seit dem 12. November ist nun ein neues Heft im Handel, und auch dieses haben wir uns angesehen. Es handelte sich um eine ziemliche Wundertüte, denn es hatte im letzten Heft ausnahmsweise keine Mini-Vorschau gegeben.

Die Höhepunkte

Wer den eben erwähnten Korhonen-Beitrag »Damals: Das erste Abenteuer« gut fand, der kann sich freuen: Mit »Damals: Das Gold des Pharaos« ist (dieses Mal am Ende des Heftes) ein weiteres vierzehnseitiges Werk aus dieser Reihe abgedruckt worden. Das vermittelt schöne nostalgische Erinnerunen an die Zeit, in der das Micky Maus Magazin noch lange Fortsetzungscomics enthielt, die über mehrere Wochen gestreckt wurden. Korhonen hat sich in seiner Reihe der Zeit vor Dagobert Ducks Erlebnissen am Klondike River gewidmet. In diesem Fall ist Dagobert eigentlich auf dem Weg nach Australien, wo Gold gefunden wurde, er macht jedoch in Ägypten einen Zwischenhalt und begibt sich dort unfreiwillig auf die Suche nach einem Pharaonenschatz. Hier gilt im Grunde genommen das gleiche, das wir schon vor zwei Wochen geschrieben haben: Auch dieser Comic ist ein ganzes Stück von den Dagobert-Duck-Abenteuern der alten Disney-Meister entfernt und kann weder optisch noch storytechnisch mithalten, aber dennoch zählt er mit zu dem Besten, das in diesem Jahr im Micky Maus Magazin abgedruck wurde. Spannend und unterhaltsam, und die gute Seele des späteren reichsten Erpels der Welt blitzt durch. Man kann nur hoffen, dass es mit Korhonens Reihe im Micky Maus Magazin weitergeht, denn diese wertet das Heft definitiv auf.

Die übrigen Comics

«Gipfelstürmer« ist der erste Comic dieser Ausgabe, wurde allerdings ausnahmsweise nicht als der Beitrag auserkoren, der auf dem Deckblatt als »Super-Comic« beworben wurde. Donald und Daisy fahren darin mit den Kindern zur »Satanszacke«, einem Berg, an dem die Fieselschweiflinge den »Steilen Stern« erkämpfen wollen, eine Auszeichnung fürs Bergsteigen. Nachdem Gustav Gans zur Szenerie hinzustößt, entwickelt sich aus dem geplanten Kinderbergsteigen ein Wettrennen zwischen Donald und Gustav um die Gunst von Daisy: Wer als erster den Gipfel erreicht, darf sie ausführen. Ein typischer Donald- gegen Gustav-Comic mit genau den Szenen, die man bei dieser Ausgangssituation in Kombination mit einem hohen Berg erwarten würde. Absolut null innovativ, aber durchaus unterhaltsam. Daisys Selbstinszenierung als Wanderpokal der beiden Vettern wirkt derweilen wie gewohnt unangenehm. Der Zehnseiter wurde vom Gaute Moe erdacht und von César Ferioli gezeichnet.

Der Dreiseiter »Urlaub im Kühlschrank« basiert auf der bizarren Idee, dass ein Kühlschrank aus einem Trödelladen ein Portal in eine Urlaubsregion ist, in der man mitten im schmuddeligen Winter ein Stück Sonne tanken kann. Warum auch immer sich ein Trödelhändler überhaupt von solch einem Schatz trennen sollte, landet das Gerät in den Händen Donalds. Ein merkwürdiger Comic, der einzig und allein auf einen mäßig witzigen Schlussgag hin geschrieben wurde. Verfassz wurde die Geschichte im Jahre 2019 von Michael Grissler und Michel Kiwic, für die zeichnerische Umsetzung war Maximino Tortajada Aguilar zuständig.

Der ebenfalls drei Seiten lange Comic »Heiß auf Eis« ist dem holländischen Donald-Duck-Magazin entliehen worden. Dort erschien er im Januar in der fünften Ausgabe dieses Jahres unter dem Titel »Het ijsfeest«, was man mit »Die Eiscreme-Party« übersetzen kann. Er stammt von Frank Jonker und Paul Hoogma und wurde von Massino Fecchi gezeichnet. Goofy hat darin Eistorte und Stieleis hergestellt, um damit das »Eisfest« zu besuchen, das in Entenhausen stattfindet. Dieses entpuppt sich dann jedoch gar nicht als Feierlichkeit zu Ehren des Speiseeises, sondern als Eislauf-Event. Kurzerhand entschließt sich Goofy, an einem Wettlauf auf dem Eis teilzunehmen. Ein ziemlich unspektakulärer und null spannender kleiner Beitrag der Kategorie Heile-Welt-Comic, der niemanden stören dürfte.

In »Familientherapie« geht Daisy das ewige Gestreite im Haus von Donald und den Kindern so sehr auf die Nerven, dass sie ihnen einen Familientherapeuten ins Heim schickt. Dessen Methoden kommen nicht ganz so gut an, wie sie sich das erhofft hat. Aus irgendeinem Grund hielt es Maurits Heymans, der den Comic vor drei Jahren schrieb und skizzierte, für eine gute Idee, den Therapeuten als vollkommen wahnsinnig dreinblickenden Hillbilly zu gestalten. Diese Absurdität ist witziger als die eigentliche Pointe, auf die der Comic hingeschrieben wurde. Bis dahin handelt es sich um einen durchschnittlichen Comic: Durchschnittlich witzig, durchschnittlich unterhaltsam. Und er erweckt den Eindruck, dass man das Ganze irgendwie schon mal gelesen hat. Der von den Inkern des Comicup Studios finalisierte Sechsseiter wurde 2018 für das niederländische Donald-Duck-Magazin geschrieben und dort am 28. Februar 2019 als »De gezinscoach« (Der Familien-Coach) veröffentlicht.

Die Tiefpunkte

Kannibalismus im Hause Duck ist nicht neu, schon vor vielen Jahrzehnten kamen bei unseren Lieblingsenten andere Enten und Gänse auf den Tisch. In diesem Fall wird im Comic »Familientherapie« um Eier gestritten, einer der noch nicht ausgebrüteten Gefiederverwandten landet gar in Daisys Gesicht. Vermutlich werden solche Szenen ganz bewusst und nicht ohne Selbstironie gezeichnet, aber sie haben immer einen sehr merkwürdigen Beigeschmack.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extrabeilage enthielt das Heft ein »Tatort-Set«, das aus Spielzeug-Handschellen, einem Stück Kreide und etwas Absperrband bestand. Zuletzt war das Tatort-Set Anfang 2018 die Beilage des Heftes, wenn wir nichts übersehen haben sollten. Offenbar geht man beim Verlag also davon aus, dass eine Generation Micky-Maus-Leser potenziell rund drei Jahre dabeibleibt, ehe sie herauswächst, so dass man dann die gleichen Artikel wieder ans Heft kleben kann. ;) Als Spielzeug oder Requisite gehört das Set sicherlich zu den etwas besseren Micky-Maus-Extras.

Fazit

Dank des Korhonen-Comics macht diese Ausgabe des Micky Maus Magazins am Ende noch einen Schwenk in den positiven Bereich, während bis dahin eher nur Durchschnittskost abgeliefert wurde. So schlägt man das Heft mit zufriedenem Gemüt zu. Die nächste Ausgabe wird am 26. November erscheinen, mit 39 bunten Comicseiten daherkommen und ein »Leuchtschwert« enthalten. Dieses war eigentlich schon für die Nummer 23 vorgesehen gewesen. Uns wäre es nicht unrecht, wenn das Ding wieder durch Extra-Comicseiten ersetzt werden würde. ;)


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 297 (69,4%)
Damals: Das Gold des Pharaos
2
 
 75 (17,5%)
Gipfelstürmer
3
 
 35 (8,2%)
Familientherapie
4
 
 11 (2,6%)
Urlaub im Kühlschrank
5
 
 10 (2,3%)
Heiß auf Eis
An der Umfrage haben 428 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz