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 Entengeschichten 24/20: Mächtige Magier, schneidige Schiffe ... und Samu Haber
Vor zwei Wochen hatten wir an dieser Stelle das 23. Micky Maus Magazin dieses Jahres thematisiert. Das Heft hatte sich vielleicht nicht als der allergrößte Wurf herausgestellt, gehörte jedoch zu den besseren Ausgaben des Jahres 2020. Wenn ihr euch für unsere komplette Analyse oder für die Ergebnisse unserer Userbefragung interessiert, werdet ihr an dieser Stelle fündig. Am Freitag ist nun wieder eine neue Ausgabe erschienen, und natürlich haben wir auch diese unter die Lupe genommen.

Die Höhepunkte

Die erste Geschichte jedes Heftes wird in der Regel als »Super-Comic« auf der Titelseite angekündigt, ist häufig jedoch kein ganz so überzeugender Beitrag. »Magisch ausgetrickst«, die Auftaktgeschichte des neuen Heftes, wurde ausnahmsweise nicht als »Super-Comic« eingestuft, ist dieses Mal aber tatsächlich der Höhepunkt der Ausgabe. In dem Zehnseiter, der im Laufe des aktuellen Jahres von Jaakko Seppälä geschrieben und anschließend von Cèsar Ferioli zeichnerisch umgesetzt wurde, hat sich Donald Duck mittels intensiven Trainings zu einem herausragenden Zauberer gemausert. Dank seiner Fähigkeiten avanciert er zum Star bei einem Wettbewerb, in dem Entenhausener Hobbyzauberer gegeneinander antreten, anschließend wird er jedoch aufgrund der gleichen Fähigkeiten in einen Kriminalfall hineingezogen. Dafür, dass das Ganze nur zehn Seiten lang ist, wird hier eine ordentliche Storyline mit einer geschickten Wendung geboten. Die Zeichnungen empfanden wir als eher durchschnittlich, aber was das Erzählte angeht, ist das hier - für zehn Seiten - schon ziemlich gut.

Die übrigen Comics

In der vergangenen Ausgabe empfanden wir den damals abgedruckten Comic der »Damals«-Reihe von Kari Korhonen als den absoluten Höhepunkt des Heftes. Der Siebenseiter »Damals: Die schwarzen Klippen« knüpft storytechnisch daran an, befindet sich qualitativ jedoch nicht auf dem gleichen Level. Denn mal im Ernst: Wie oft kamen in Disney-Comics und anderen Medien nun schon Schiffsrennen vor, in denen es ein Ziel zu umrunden und zum Start zurückzukehren gilt, bei denen dann einer der beiden Wettbewerber falsch spielt und den anderen behindert? Der Comic ist schön gezeichnet und recht unterhaltsam, aber die Idee ist einfach extrem ausgelutscht. Dennoch darf man gespannt sein, was die »Damals«-Reihe noch so alles bieten wird.

Prinzessin Oona ist unserer Meinung nach eine recht gewöhnungsbedürftige Figur, da sie aufgrund ihrer reduzierten sprachlichen Fähigkeiten und sonstigen Kompetenzen eben nur eingeschränkt einsetzbar ist und sich viele Elemente von Comics mit ihrer Beteiligung ziemlich gleichen. Da es nun schon ein Vierteljahrhundert her ist, dass der große Vicar sie im November 1995 erstmals ins Bild setzte, erhielt sie mit »Ehrensache« einen Jubiläumscomic im aktuellen Lustigen Taschenbuch. Der Fünfseiter wurde von Unn und Stefan Printz-Pahlson geschrieben und von Wanda Gattino gezeichnet, und er behinhaltet eine Oona, die erst mit ihrer Verständnislosigkeit für Chaos sorgt und anschließend mit ihrer körperlichen Kraft die Situation rettet. Das kommt euch bekannt vor? Uns wundert das ncht.

Der achtseitige Gundel-Gaukeley-Comic »Falschgeld« entstammt ursprünglich dem niederländischen Donald-Duck-Magazin vom 28. November 2019 und hieß dort »Met gelijke munt«, was zu Deutsch »Mit der gleichen Münze« bedeutet. Geschrieben wurde die Geschichte von Frank Jonker und Paul Hoogma, die Skizzen stammen von Carmen Pérez, und als Inker fungierten die Fachleute vom Comicup Studio. Gundel Gaukeley verwandelt sich in dem Comic in der Hoffnung, dass Dagobert sie aufliest und selbständig in den Geldspeicher transportiert, in eine Talermünze. Nun ... man muss dieser Idee zugestehen, dass sie so noch nicht dagewesen ist. Daher ergeben sich hier auch ein paar unverbrauchte Situationen. Aber finden wir das nun gut oder schlecht? Da sind wir uns selbst nicht ganz sicher, irgendwie war uns das eine Nummer zu extravagant. Dass es sich um eine holländische Geschichte handelt, wundert uns jedenfalls nicht. ;)

Die Tiefpunkte

Wir sind selten dazu gezwungen, unter den Tiefpunkten Comics zu erwähnen, vielmehr müssen wir hier häufig die beiliegenden Extras oder falsche Fußnoten erwähnen, und theoretisch müsste der »Entenkurier« hier Stammgast sein. Dieses Mal empfanden wir einen Comic jedoch als derart schlecht, dass wir ihn bei den Tiefpunkten der Ausgabe einordnen müssen. Die Rede ist von »Leid mit dem Liebeslied«, ein Fünfseiter, den Kari Korhonen (angeblich?) gemeinsam mit Samu Haber verfasst hat, dem Frontman der Band »Sunrise Avenue« und Coach und Jurymitglied der Castingshow »The Voice of Germany«. Gezeichnet wurde der Comic von Miguel Fernandez. Die Story erschien erstmals am 15. Januar im finnischen Magazin »Aku Ankka« unter dem Titel »Tulisten tunteiden tulkki«, zu Deutsch »Interpret feuriger Gefühle«. Es mag ja ganz nett für den Künstler sein, selbst an einem Comic mitwirken und sogar darin auftreten zu können, aber das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sehr so etwas gegen den Baum gehen kann, wenn man auf Krampf einen Prominenten in einen Comic hineinquetscht. Das bringt vielleicht mediale Aufmerksamkeit, die Geschichte ist aber einfach dünn. Dass »Johannes Erdling« - die Entenhausener Version von Johannes Oerding - im Gegensatz zum gezeichneten Samu Haber keinerlei Ähnlichkeit zum Original hat, liegt übrigens daran, dass dessen Figur von Länderversion zu Länderversion an einen anderen Sänger angelehnt ist, ohne dass sie optisch angepasst wurde.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Einseiter thematisieren wir normalerweise nicht, es sei aber an der Stelle darauf hingewiesen, dass »Die Überwachungskamera« recycelt wurde: Der Comic wurde bereits in der Ausgabe 49/1989 abgedruckt, damals jedoch nochohne Titel. Die Kolorierung ist dieses Mal um viele Klassen besser ausgefallen.
Die Extrabeilagen werden von uns häufig kritisiert, dieses Mal waren wir ganz zufrieden. Die »Nachtsichtbrille« erfüllt ihren Zweck und kann als Spielzeug sicherlich von Kindern sinnvoll eingesetzt werden. Ausnahmsweise funktioniert hier mal ein Extra ohne Probleme, und eine Waffe ist es auch nicht. Erfreulich. Natürlich ist es keine neue Idee, eine Nachtsichtbrille beizulegen, bei den Extras wiederholt sich eben alles immer wieder.

Fazit

Letztlich handelte es sich bei der Nummer 24 dieses Jahres um eine durchschnittliche Ausgabe des Micky Maus Magazins, die nicht sonderlich lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der Auftaktcomic war ein guter, alles andere war weitgehend okay, dürfte aber nicht viel mehr als ein Schulterzucken auslösen. Der Auftritt von Samu Haber mag aus Marketinggründen sinnvoll gewesen sein - da sind wir uns nicht sicher, denn womöglich ist die Zielgruppe des Magazins zu jung, um sich mit seiner Fangruppe zu überschneiden -, der Comic selbst war jedoch ein Reinfall. Hoffen wir also, dass die nächste Ausgabe wieder etwas besser wird. Sie wird am 27. November erscheinen, kommt mit einem Pfannkuchen zubereitenden Donald auf dem Titel daher und wird leider mal wieder eine Spielzeugwaffe als Beilage haben.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 183 (39,7%)
Damals: Die schwarzen Klippen
2
 
 164 (35,6%)
Magisch ausgetrickst
3
 
 32 (6,9%)
Falschgeld
4
 
 30 (6,5%)
Leid mit dem Liebeslied
5
 
 29 (6,3%)
Die Überwachungskamera
6
 
 23 (5,0%)
Ehrensache
An der Umfrage haben 461 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz