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 Entengeschichten 23/20: Kriminelle Konkurrenten, bärtige Boxer und wirbelnde Winde
Vor zwei Wochen hatten wir das 22. Micky Maus Magazin dieses Jahres an dieser Stelle thematisiert, und wir hatten es für mittelmäßig befunden: Kein einziger der darin enthaltenen Comics stach sonderlich positiv heraus, es gab jedoch auch keinen einzigen Totalausfall. Unser komplettes Fazit könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Am 30. Oktober ist nun eine neue Ausgabe erschienen, und auch diese haben wir unter die Lupe genommen.

Die Höhepunkte

Der als »Super-Comic« angepriesene Auftaktcomic »Damals: Das erste Jahr in Entenhausen« verdiente dieses Mal tatsächlich diese Einstufung. Die von Kari Korhonen erdachte und gezeichnete Geschichte gehört zu dem Geschichtengeflecht, das der finnische Comicmacher über das Leben von Dagobert Duck auf dessen Weg zum Reichtum erschaffen hat. Einige Episoden wurden in den vergangenen Jahren bereits im Micky Maus Magazin abgedruckt und strotzen vor Querverweisen auf andere Geschichten. In der vierzehn Seiten langen Story, die dieses Mal veröffentlicht wurde und die aus dem Jahre 2019 stammt, setzt Dagobert erstmals einen Fuß in seine zukünftige Heimatstadt, versucht hier ein Bankhaus aufzubauen, kommt mit den kriminellen Machenschaften des Onkels von Klaas Klever ins Gehege, und er lernt Rita Rührig kennen, seine spätere Sekretärin. Auch wenn man natürlich andere Dagobert-Backgroundstorys kennt und schätzt, sind die Korhonen-Versionen fast immer sehr überzeugend, so auch diese hier. Interessant ist übrigens, dass der Finne Entenhausen optisch an New York City angelehnt hat, was ja sonst überhaupt nicht üblich ist.

Die übrigen Comics

In dem Dreiseiter »Wer steckt unter der Maske?«, der im laufenden Jahr von Sune Troelstrup geschrieben und von Fernando Guell gezeichnet wurde, hat sich Donald für eine Talentshow angemeldet. Nachdem sich andere Kandidaten über seinen Matrosenanzug lustig machen, sucht er im Backstagebereich nach einem anderen Anzug, landet jedoch stattdessen in einem Dinosaurierkostüm und erfindet auf diese Weise ungewollt die Entenhausener Version von »The Masked Singer«. Dass die Macher des Micky Maus Magazins diese Story gerade jetzt veröffentlichen wollten, da Pro Sieben eben jene Show derzeit ausstrahlt, ist nachvollziehbar, wirklich amüsant ist sie aber nicht.

Der Fünfseiter »Unverhoffter Sieg« wurde 1974 vom großen Vicar auf Basis einer Storyidee von Ebbe Iversen gezeichnet und von Dr. Erika Fuchs erstmals ins Deutsche übersetzt. Schon in der 34. Ausgabe des Micky Maus Magazins jenes Jahres erfolgte ein erster Abdruck auf Deutsch, später wurde der Comic für »Die tollsten Geschichten von Donald Duck« aufgegriffen. Donald prahlt darin über seine potenziellen Fähigkeiten als Boxer, wird von den Kindern für einen Wettkampf angemeldet und gewinnt diesen kampflos, da er mit einem falschen Schnurrbart wie sein unbezwingbarer Boxervetter Dalli Duck aussieht und dadurch für Angst und Schrecken sorgt. Für einen Vicar-Comic ist das ein bißchen dünn, allerdings sieht das Ganze natürlich gut aus und versprüht in Sachen Storytelling ein nostalgisches Flair. Die Kolorierung ist deutlich schöner ausgefallen als in der 1974er Version, und natürlich gab es auch dieses Mal wieder einige Umformulierungen, von denen die wenigsten wirklich notwendig wirkten. So hat Eike Eisenbeiß, der Favorit des Turniers, nach dem Anblick des vermeintlichen Dnlli Duck anno 1974 noch mit der Begründung Reißaus genommen, dass er »Muttchen versprochen [hat], früh nach Hause zu kommen«, dieses Mal behauptet er, den Geburtstag seiner Oma vergessen zu haben.

In dem Fünfseiter »Raubroboter« versucht Dagobert Duck Roboter als Sicherheitssystem der Zukunft zu etablieren, doch seine Prototypen werden von den Panzerknackern gehackt und gegen ihn gerichtet. Die von Henrik Farley geschriebene und von Carmen und Tony gezeichnete Story ist überdreht und auf einen wenig überzeugenden Schlussgag gerichtet verfasst worden. Nichts wirklich Lesenswertes, aber vermutlich sind die Macher der Geschichte davon ausgegangen, dass man mit Kampfrobotern bei einer jungen Leserschaft immer punkten kann, auch wenn der Comic inhaltlich eher dürftig ist. Womöglich haben sie sogar damit recht.

Der von Oscar ten Houten geschriebene und anschließend von Sander Gulien und Tony Fernández zeichnerisch umgesetzte Zehnseiter »Abgeblättert« stammt aus dem Jahre 2015 und wurde am 14. November des Jahres 2019 als »Listige wervelwind« (Schlauer Wirbelwind) erstmals im niederländischen Donald-Duck-Magazin abgedruckt. Scheinbar dauert es bei den holländischen Comics immer länger als üblich, ehe sie aus der Schublade geholt werden. Die Geschichte schreibt ein neues Kapitel in der Rivalität, die Donald Duck und Gustav Gans um die Gunst von Daisy führen. Was hier vor allem auffiel, ist die Tatsache, dass Donald Duck ausnahmsweise mal wieder die Rolle des Bösewichts eingenommen hat, während Gustav hier zwar gewohnt faul auftrat, sich aber ansonsten eher anständig verhielt. Natürlich gab es diese Umkehrung der Rollen in der Vergangenheit schon ab und an, aber irgendwie hat man sich so sehr an die »normalen« Verhältnismäßigkeiten gewöhnt, dass es hier irritierend rüberkam.

Die Tiefpunkte

Das ist der eigentliche Meilenstein dieser Ausgabe des Micky Maus Magazins: Dieses Mal gab es nichts, das wir so sehr zu beanstanden hätten, dass wir es in diesem Abschnitt aufführen müssten. Vielleicht den »Enten-Kurier«, aber der ist jedes Mal solcher Nonsens, dass ihn vermutlich ohnehin niemand ernsthaft liest. Dass es ansonsten nichts zu kritisieren gab, kommt nun wirklich nicht alle Tage vor, daher kann man das den Machern dieser Ausgabe hoch anrechnen.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Die meisten der Extrabeilagen im Micky Maus Magazin sind - gelinde gesagt - ziemlicher Schrott: Es ist viel zu viel minderwertiger Plastikkram dabei, vieles funktioniert schlicht und ergreifend von Anfang an nicht, außerdem gibt es eine zu hohe Quote an Spielzeugwaffen. Dieses Mal enthielt das Heft indessen ein Furzkissen, das als »Super-Reinleger für Halloween« angepriesen wurde. Furzkissen kommen in regelmäßigen Abständen in der Micky Maus vor und sind ganz gewiss kein »Super-Reinleger«, aber zumindest kann man dem Ding zugute halten, dass es keine Waffe ist und ausnahmsweise sogar mal funktioniert hat. Was die Extrabeilagen des Magazins angeht, muss man auch einfach mal mit den kleinen positiven Dingen zufrieden sein.

Fazit

Alles in allem hatten wir den Eindruck, ein ordentliches Micky Maus Magazin in den Händen gehalten zu haben. Einer der Comics hat sich als wirklich lesenswert herausgestellt, die anderen waren zumindest keine Nieten, und auch ansonsten gab es dieses Mal wenig Negatives, was man anmerken könnte. Natürlich ist das Heft trotzdem kein übermäßig großer Wurf gewesen, doch auf jeden Fall eine der besseren Ausgaben dieses Jahres.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 189 (44,3%)
Damals: Das erste Jahr in Entenhausen
2
 
 160 (37,5%)
Unverhoffter Sieg
3
 
 50 (11,7%)
Abgeblättert
4
 
 14 (3,3%)
Raubroboter
5
 
 8 (1,9%)
Wer steckt unter der Maske?
6
 
 6 (1,4%)
Der Badeanzug
An der Umfrage haben 427 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz