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 Entengeschichten 22/20: Schattige Häuser und Elektrohexen
Das Micky Maus Magazin, das wir vor zwei Wochen hier thematisiert hatten, war zwar nicht in allen Belangen überzeugend, hatte aber trotzdem einen weitgehend positiven Eindruck hinterlassen. Unsere damalige Besprechung könnt ihr nach wie vor an dieser Stelle nachlesen. Am 16. Oktober ist nun eine neue Ausgabe erschienen, und selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch diese durchzuschmökern. Diese stand ganz im Zeichen von Halloween.

Die Höhepunkte

An dieser Stelle würden wir die ein, zwei Comics nennen, die uns in dem Heft am besten gefallen haben. Am Ende konnten wir uns dieses Mal nicht durchringen, eine der Geschichten als »Höhepunkt« einzustufen ... und das, obwohl sogar eine Carl-Barks-Story recycelt wurde. Um gleich vorzubeugen, dass wieder E-Mails eintrudeln, die uns fragen, warum wir das Magazin denn lesen, wenn es uns doch gar nicht gefällt: Die Abwesenheit von Höhepunkten bedeutet nicht zwangsläufig, dass es ein schlechtes Heft wäre. Dieses Mal waren einfach eine Menge Comics dabei, die der Kategorie »kann man lesen, muss man aber nicht« entsprechen. Womöglich war dies der Halloween-Thematik geschuldet, denn da sich die Hälfte der Geschichten eben jenem Fest widmen sollten, hatten die Macher des Magazins nicht die freie Auswahl an Geschichten, sondern mussten aus einem deutlich kleineren Vorrat auswählen. Zumindest ist das unsere Theorie.

Die übrigen Comics

Dieses Mal wurde kein »Spitzen-Comic« auf der Titelseite des Magazins beworben, sondern ein »Grusel-Comic«. Wirklich gruselig wird es in dem Zehnseiter »Vampirjäger« natürlich nicht - das würde auch gar nicht ins Duck-Universum passen -, aber zumindest war die Geschichte inhaltlich dem Anlass (also Halloween) angemessen. Tick, Trick und Track besuchen darin heimlich eine alte heruntergekommene Villa, die man als das »Haus der Schatten« kennt, um darin nach einem Vampir zu suchen. Dicky, Dacky und Ducky schauen sich ebenfalls in dem Gebäude um. Tatsächlich geht ein Vampir in dem Haus herum und versucht die Kinder zu schnappen, schlussendlich missinterpretieren die Jungs seine Versuche jedoch bis zum Ende als Streiche der Mädchen. Keine besonders spektakuläre oder innovative Idee, aber immerhin ganz unterhaltsam. Geschrieben wurde die Geschichte von Peter Snejbjerg, für die Zeichnungen war Paco Rodríguez zuständig.

Aus dem Jahr 2011 stammt die holländische Geschichte »Köstliche Kürbissuppe«, die von Herman Roozen geschrieben, von Sander Gulien skizziert und von den Inkern des Comicup Studios fertig gezeichnet wurde. Es vergingen sieben Jahre, ehe sie erstmals veröffentlicht wurde, dann erschien sie als »Pompoensoep« im niederländischen Donald-Duck-Magazin vom 6. September 2018. Dass sie so lange in einer Schublade verblieb, wundert nicht, denn sonderlich lesenswert ist eigentlich nichts daran. Es handelt sich um einen Oma-Duck-Comic, in dem die alte Dame mit einem Kürbis auf einem Fest für Aufsehen sorgen möchte, was ihr jedoch von Franz Ganz zunichte gemacht wird. Der Knecht wird dabei als besonders dümmlich dargestellt, und der Schlussgag sitzt nicht. Wenigstens ist das Ganze nach drei Seiten auch schon wieder vorbei.

Der Fünfseiter »Wegerecht« führt die Fehde von Donald Duck und seinem Nachbarn Zorngiebel in eine weitere Runde. Dieses Mal entdeckt Zorngiebel in einem alten Vertrag, den die Ururur-Großonkel der beiden Streithähne unterzeichnet hatten, dass ihm Donald die Möglichkeit gewähren muss, sein Grundstück zu überqueren. Donald muss den Vertrag einhalten, versucht es Zorngiebel dabei aber so unangenehm wie möglich zu machen. Die 2016 von Evert Geradts ersonnene und von Bas Heymans gezeichnete Story entstammt dem holländischen Donald-Duck-Magazin vom 1. November 2018. Letztlich bietet sie genau das, was man von einer Story über die beiden verfeindeten Nachbarn erwartet. Dieses Mal war allenfalls der Wille, einander ernsthaft zu verletzen, noch ein wenig größer als sonst. Davon abgesehen eine unspektakuläre Geschichte.

In dem Sechsseiter »Furcht im Forst« entwischen Gundel Gaukeleys Nichten Hokus und Pokus ihrer Zauberschule, um ihr Haustier Greifbart zu besuchen. Im Wald werden sie mit vermeintlich menschenfressenden Monstern konfrontiert, welche ihre Schule schon vor hundert Jahren überfallen hatten. Der Comic ist völlig unspannend, hat aber immerhin eine nette Botschaft: Man sollte nicht alles glauben, was einem gesagt wird, und Äußerlichkeiten können über den wahren Kern hinwegtäuschen. Obendrein muss man der Story attestieren, dass sie zu Halloween passt. Sie wurde 2017 von Byron Erickson geschrieben und von Carlos Mota zeichnerisch umgesetzt.

Comics, in denen sich Micky Maus mit einem seiner Erzfeinde (und einigen anderen Beteiligten) ein Autorennen liefert, bei dem der Schurke unlautere Mittel zum Einsatz bringt und dafür sorgt, dass ein anderes Fahrzeug nach dem anderen ausfällt, werden in unregelmäßigen Abständen immer wieder aufs Neue gezeichnet und veröffentlicht. In genau diese Kategorie fällt der Fünfseiter »Ein wüstes Rennen«, der 2019 von Andreas Pihl geschrieben und von Paco Rodríguez gezeichnet wurde. In diesem Fall wird bis zum Finish wirklich jedes Klischee erfüllt, das man von diesen Geschichten kennt. Immerhin haben die Macher des Comics noch einen kleinen Twist in Form eines Missgeschicks eingebaut, der zu einem anderen Rennergebnis führt als üblich. Vor der Austauschbarkeit kann dieser den Comic dann aber auch nicht gerade retten.

Und dann wäre da noch der Carl-Barks-Comic: »Düsenhexe« wurde von ihm 1961 geschrieben und gezeichnet. In den Micky Maus Magazinen 8/1977 und 8/1993 erschien der Comic als »Rosenmontags-Rummel«, in der Nummer 45/2003 dann als »Halloween-Hektik«. Dr. Erika Fuchs verwendete bei ihrer ersten Übersetzung vermutlich den Rosenmontag, da Halloween zu jener Zeit im deutschsprachigen Raum noch vollkommen unbedeutend (oder gar unbekannt) war. Der Comic ist halbwegs okay, tritt aber trotzdem den Beweis an, dass auch bei Barks nicht immer alles Gold war, was glänzte. Insbesondere ist das Chaos, das Donald darin anrichtet, eine Nummer zu groß ausgefallen. Die hohe Qualität von Barks' Zeichnungen steht indessen auch hier außer Frage. Im Vergleich zu 1977 wurde der Comic deutlich besser koloriert, die Sprechblasen wurden (abgesehen vom Austausch der beiden Feste) größtenteils beibehalten. Einige besonders überholte Begriffe wurden ersetzt, etwa »genasführt« durch »reingelegt«, trotzdem lesen sich ein paar der Aussagen seltsam altbacken.

Die Tiefpunkte

Die Geschichte der Extrabeilagen des Micky Maus Magazins ist eine Aneinanderreihung von Enttäuschungen und Debakeln. In dieser Ausgabe lag dem Heft eine »riesige Springspinne« bei, die säuberlich abgepackt in einer Extrapackung angeklebt war. Als wir die Packung öffneten, fiel ein weißes Etwas heraus, das sich als der Luftbeutel entpuppte, der sich im Inneren der Spinne durch das Hineinpumpen von Luft aufrollen und die Spinne damit zum Springen bringen sollte. Das Dumme daran: Der Beutel war abgerissen und ließ sich nicht wieder anbringen, so dass das Spielzeug komplett unbrauchbar war. Nun könnte man schreiben: Das kann ja mal passieren. Gefühlt ist jedoch jede zweite Spielzeug-Beilage in diesem Jahr defekt bei uns angekommen, wir ihr vermutlich schon wisst, wenn ihr unsere Beiträge regelmäßig verfolgt. Entweder ist unser Postbote ein kompletter Chaot und demoliert beim Transport alles, oder die Beilagen sind einfach Ramsch. Von außen war jedenfalls keine Fremdeinwirkung zu erkennen, die dazu geführt haben könnte, dass die Spinne kaputt war.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Bei der Fußnote, ein Durchschnittsamerikaner würde über Halloween etwa 1,7 Kilogramm Süßigkeiten essen, rechneten die Macher des Magazins nicht mit amerikanischen, sondern mit europäischen Pfund. Tatsächlich entsprechen die 3,4 amerikanischen Pfund, die man in den amerikanischen Medien findet, »nur« etwa 1,5 Kilogramm. Dass dies ungefähr siebzehn Tafeln Schokolade entspricht, kommt hingegen wiederum hin, da die Macher des Micky Maus Magazins nicht bedacht haben, dass es heutzutage nicht mehr Standard ist, dass Schokoladentafeln hundert Gramm wiegen, sondern in vielen Fällen nur noch neunzig oder gar 85 Gramm. Laut einer weiteren Fußnote geben die Amerikaner jährlich 2,08 Milliarden Dollar für Halloween-Süßigkeiten aus, laut Internetquellen waren es im vergangenen Jahr jedoch bereits 2,6 Milliarden. Natürlich ist all das nur alberne Pedanterie unsererseits, zumindest die Größenordnungen stimmen schließlich.

Fazit

Die diesjährige Halloween-Ausgabe des Micky Maus Magazins fiel unserer Meinung nach in die Kategorie »ging so«. Einen wirklichen Ausbrecher nach oben gab es leider nicht, es gab jedoch auch keinen Comic, der vollkommen enttäuschte. Anders ausgedrückt: Alles an dieser Ausgabe ist irgendwie durchschnittlich gewesen, und so strecken wir den Daumen dieses Mal weder nach oben noch nach unten.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 285 (64,8%)
Düsenhexe
2
 
 59 (13,4%)
Ein wüstes Rennen
3
 
 55 (12,5%)
Vampirjäger
4
 
 25 (5,7%)
Wegerecht
5
 
 12 (2,7%)
Furcht im Forst
6
 
 4 (0,9%)
Köstliche Kürbissuppe
An der Umfrage haben 440 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz