Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.339 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »femke62«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 Entengeschichten 21/20: Weltrekorde und alte Freunde
Als wir vor zwei Wochen das 20. Micky Maus Magazin dieses Jahres analysiert hatten, kamen wir zu dem Ergebnis, dass es sich um eine ganz schön wilde Mischung handelte, denn von ansoluten Tiefpunkten bis hin zu wirklich lesenswerten Comics war alles dabei. Wer sich für unseren Artikel von damals interessiert, der kann ihn nach wie vor an dieser Stelle nachlesen. Mittlerweile - genauer gesagt am 2. Oktober - ist eine neue Ausgabe erschienen, und auch diese haben wir gelesen.

Die Höhepunkte

Das Beste kam dieses Mal ganz zuletzt: Den von Mau Heymans ersonnenen und skizzierten und anschließend vom Comicup Studio fertiggezeichneten Comic »Schreckliche Schulden« empfanden wir als den klar besten Teil des Heftes. Die 2019 verfasste, aber zuvor noch nicht andernorts veröffentlichte Geschichte ist mit ihren vierzehn Seiten nicht nur verhältnismäßig lang ausgefallen, hier stimmt auch ansonsten ziemlich alles. Sie ist auf eine klassische Weise wunderschön gezeichnet worden, die Storyline - aufgrund eines als Kind ausgestellten Schuldscheines droht Dagobert Duck die Hälfte seines Vermögens zu verlieren - ist kreativ und unterhaltsam, die Gags treffen genau die richtigen Zielpersonen (beispielsweise geldgierige Anwälte), und die am Ende auf doppelte Weise vermittelte Botschaft, dass es schönere Dinge im Leben als nur Penunzen gibt, überzeugt ebenfalls. Ein rundum gelungener Comic also.

In der 1987 von John Antrobus und Les Lilley geschriebenen und von Miguel Fernández Martínez gezeichneten Story »Aufgeräumt wie nie« versucht der außergewöhnlich Messy-haft lebende Goofy den in seinem Haus aufgeschichteten Müll endlich loszuwerden, scheitert jedoch daran, dass seine Nachbarn seinen Kontainer für die eigenen Zwecke missbrauchen. Da das alles nur auf einen (schlaffen) Schlussgag hingeschrieben war und gänzlich ohne Spannungsmomente auskam, war der Comic nicht gerade der Hit. Hoffenbar wurde er übrigens schon 1987 verfasst. Da kein Storycode abgedruckt war, ließ sich für uns leider nicht nachvollziehen, ob der Comic schon einmal im Micky Maus Magazin verarbeitet wurde, es liegt allerdings nahe.

Der von Kari Korhonen verfasste und auch sogleich gezeichnete Vierseiter »Vergessene Schätze« erzählt davon, dass Donnie Duck den Kornspeicher seiner Oma ausmisten möchte. Aufgrund seiner Unachtsamkeit sortiert er versehentlich auch altes Spielzeug aus, das ihm selbst gehörte, weswegen er fortan alles dafür tut, die Gegenstände wiederzubeschaffen. Donnie-Duck-Geschichten sind auch häufig schwach und so richtige Begeisterungsstürme hat auch diese hier nicht ausgelöst, aber immerhin war es schon nach wenigen Seiten wieder vorbei. Manchmal ist das ja auch ganz gut.

Die übrigen Comics

Die als »Top-Comic« eingestufte Auftaktgeschichte »Verrückte Rekordejagd« (deren Titel auf dem Deckblatt des Heftes im Gegensatz zur eigentlichen Überschrift noch einen zusätzlichen Bindestrich beinhaltet) fiel unserer Meinung nach tendenziell eher in die Kategorie »solala«. Für einen Dussel-Duck-Comic war es ganz in Ordnung, denn da ist die Erwartungshaltung zwangsläufig eher begrenzt ... zumal es keinerlei Sinn ergibt, dass sich Donald Duck beim Versuch, im Rahmen eines großen Stadionwettbewebs Weltrekorde zu berechen, ausgerechnet ihn als »Trainer« suchen würde. Ebensowenig erschließt sich, warum ausgerechnet Donald Entenhausen vertreten soll. Man hätte den Zehnseiter, der ganz frisch von Gorm Transgaard erdacht und von Massimo Fecchi verfasst wurde, ganz leicht in eine vergleichsweise versöhnliche Richtung lenken können, indem man Donald und Dussel am Ende nicht als die Gejagten dargestellt hätte, sondern als diejenigen, die die Panzerknacker zur Strecke gebracht haben. Offenbar war man dieses Mal jedoch nicht friedlich genug für eine solche Heile-Welt-Lösung.

Die Tiefpunkte

Wie so oft, so muss an dieser Stelle auch dieses Mal die Extrabeilage genannt werden. Dabei handelte es sich um einen »coolen XXL-Shooter«. Negativpunkt Nummer Eins: Es war schon wieder eine Waffe, und unsere Meinung zu Waffenspielzeug dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, egal wie abstrakt das jeweilige Spielzeug auch ausschaut. Negativpunkt Nummer Zwei: Das Ding funktionierte - schon wieder - nicht. Die Plastikkappen der »Projektile« waren in unserem Fall ein Stück zu breit für die Führung, wodurch die Munition steckenblieb bzw. aneckte und jämmerlich aus der Abschussvorrichtung herausplumpste. Immerhin können die Kinder mit diesem Haufen Plastikschrott das Waffenarsenal der Bundeswehr nachspielen.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Die Fußnoten empfanden wir dieses Mal als ungewöhnlich lesenswert, denn ein paar der Anekdoten - etwa der Punkt, dass der erste Google-Serverschrank teils aus Legosteinen gebaut war und dass der Begriff des »Bluetooth« (sowie auch das zugehörige Logo) auf den dänischen und norwegischen König Harald I. »Blauzahn« Gormsson zurückgeht, der Dinge verbinden konnte, die bis dahin als unvereinbar galten, dürfte für diejenigen, die bis dahin noch nichts davon gehört haben, wirklich interessant sein.

Der Einseiter »Wasserdicht« diente nun schn zum (mindestens) dritten Mal in der Geschichte des Magazins als Lückenfüller. Schlussendlich ist die Story nur aus historischen Gründen interessant. Einen sonderlichen qualitativen Mehrwert hat die Story, in der Donald mit einer Leck geschlagenen Kaminanlage herumärgern muss, indessen eher nicht.

Fazit

Dass der beste Comic in diesem Heft der längste ist, und dass es sich dabei auch noch um die Abschlussgeschichte handelt, die demenentsprechend für den allerletzten Eindruck sorgt, hat dieser Ausgabe des Micky Maus Magazins einen versöhnlich stimmenden Eindruck übergestreift, auch wenn auf dem Weg dorthin nicht unbedingt alles Gold war, was glänzte. Auf jeden Fall haben wir uns insgesamt durchaus ziemlich gut unterhalten gefühlt, obwohl es auf dem Weg von der ersten bis zur letzten Seite einiges an Belanglosigkeiten zu lesen gab. Immerhin ist das Gesamtheft damit auf einem ähnlichen Qualitätslevel wie eine Woche zuvor.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 216 (47,0%)
Schreckliche Schulden
2
 
 186 (40,4%)
Verrückte Rekordejagd
3
 
 29 (6,3%)
Aufgeräumt wie nie
4
 
 15 (3,3%)
Vergessene Schätze
5
 
 14 (3,0%)
Wasserdicht
An der Umfrage haben 460 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz