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 Entengeschichten 20/20: Mars-Hexen und Was-wäre-wenn-Maschinen
Vor rund zwei Wochen hatten wir das 19. Micky Maus Magazin dieses Jahres analysiert und es für durchaus respektabel befunden, den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Am 18. September ist nun eine neue Ausgabe erschienen, und auch diese haben wir unter die Lupe genommen.

Die Höhepunkte

Als der unserer Meinung nach klar beste Comic dieser Ausgabe des Magazins hat sich die Schlussgeschichte »Was wäre, wenn?« herausgestellt. Diese war schon einmal im 15. Micky Maus Magazin des Jahres 2007 abgedruckt wurden und wurde nun augenscheinlich - durchaus zurecht - für so gut befunden, dass sie noch einmal verwendet wurde. In den meisten Fällen werden ja eher Geschichten »recycelt«, die vor der Jahrtausendwende entstanden sind, so dass dies ein ungewöhnlicher Fall ist. In dem 2005 von Paul Halas ersonnenen, von José Massaroli skizzierten und von Raúl Barbero reingezeichneten Comic muss Donald Duck als Putzmann für seinen Onkel arbeiten und wird von ihm regelrecht gequält. Nachdem Tick, Trick und Track vermuten, der unterschiedliche Erfolg von Dagobert und Donald läge allein daran, dass der Erstgenannte einst seinen ersten selbstverdienten Zehner behalten hatte, wirft Dagobert einen Blick in eine von Daniel Düsentrieb erfundene »Was-wäre-wenn-Maschine« und erhält dadurch einen Einblick in den Verlauf, den sein Leben genommen hätte, wenn er die Münze weggegeben hätte. Fortan weht ein feiner Hauch der guten alten Klondyke- und Goldsucher-Comics durch den Neunseiter. Diesem nostalgischen Flair kann man sich einfach nicht entziehen, und ein schön warmherziges Finale hat die Geschichte auch noch. So gefällt uns das!

Die übrigen Comics

Die als »Super-Space-Comic« angepriesene Auftaktgeschichte »Unternehmen Goldglanz« kann sich nicht mit »Was wäre, wenn?« messen. Die von Andreas Pihl in diesem Jahr geschriebene und von Wanda Gattino umgesetzte Story berichtet von einem Flug zum Mars, den Dagobert mit seinen Neffen und Großneffen unternimmt, um Rohstoffe auf dem roten Planeten zu suchen. Da er seinen Glückszehner mitnimmt, schließt sich Gundel Gaukeley heimlich dem Trip an, um Dagobert auf dem Mars das gute Stück zu entreißen und die Ducks anschließend zurückzulassen. Man kann dem Zehnseiter zugutehalten, dass er der altbewährten Gundel-gegen-Dagobert-Story mal ein paar neue storytechnische Impulse gibt, raketenhaft zünden will das Ganze dann aber leider doch nicht. Insbesondere die Art und Weise, ind er Gundel schlussendlich bezwungen wird, ist - da es sich um ein reines Zufallsprodukt handelt - schon eher ernüchternd.

Der Micky-Maus-Comic »Andere Welten« wurde 2018 von Pat und Carol McGreal geschrieben und von Fabrizio Petrossi gezeichnet. In dem Comic springt Pluto durch ein von Professor Zweistein erschaffenes Dimensionsportal und landet in einem Paralleluniversum. Micky springt hinterher, um seinen Hund zu retten. In der Parallelwelt sind die Rollen von Hunden und Herrchen vertauscht. Es folgt ein Wechsel von einer Welt in eine andere, bis sich herausstellt, dass alles nur ein Traum war, den Micky geträumt hat. Soweit ganz witzig, allerdings sind geträumte Storys, in denen das Erwachen am Ende den Deus ex Machina darstellt, die in sämtlichen Medienformen vermutlich ausgelutschteste Idee eines Twists überhaupt.

Die 2017 von Kari Korhonen geschriebene und auch direkt gezeichnete Donni-Duck-Story »Du bist, was du liest« kommt fast vollständig ohne Sprechblasen aus. Der Dreiseiter, in dem Donni und sein Kumpel Dennis in einer Bibliothek ein Buch nach dem anderen schmökern und anschließend das Gelesene nachspielen, ist komplett auf den Schlussgag zugeschnitten, aber leider ist die vermeintliche Pointe auch beim besten Willen keine Pointe.

Der Franz-Ganz-Comic »Feinschmecker« wurde im Jahre 2013 von Pasqua Heymans ersonnen und von seinem Vater Bastiaan »Bas« Heymans gezeichnet. Der Originaltitel der niederländischen Geschichte lautete »Fijnproeven en sterren geven«, was zu Deutsch »Fein schmecken und Sterne verteilen« bedeutet. Offenbar wurde die Geschichte trotz ihres Alters auch in ihrem »Heimatland« erst in diesem Jahr veröffentlicht. Eigentlich schade, denn für eine Story, in der Franz Gans die Hauptfigur ist und man somit eine recht gedrosselte Erwartungshaltung hat, ist sie eigentlich ziemlich gut ausgefallen. Oma Ducks Knecht wird darin für das Verzehren der meisten Torten von der Zeitschrift »Mampfen heute« zum »Mitesser des Monats« gekürt und versucht sich anschließend als Restauranttester. Das Ganze wirkt unverbraucht und amüsant, und auch wenn man sich früh denken kann, worauf die Story hinausläuft, handelt es sich um fünf überzeugende Seiten.

Die Tiefpunkte

Dieses Mal wurde die vierhundertste Ausgabe des »Entenkuriers« gefeiert, der nun schon seit dreizehn Jahren die Rückseite des Magazins verunziert. Vierhundert Ausgaben »Entenkurier«, das ist gleichbedeutend mit vierhundert verschwendeten Seiten, denn mal ehrlich: Gibt es auch nur einen einzigen Leser, der etwas daran unterhaltsam oder gar witzig findet? All das, was anlässlich des Jubiläums eingebaut wurde (Sonderseiten, Fußnoten) weist ein weiteres Mal eindrücklich nach, dass der »Entenkurier« grober Unfug ist. Es wäre definitiv wesentlich besser gewesen, in jedem der vierhundert Hefte einen zusätzlichen einseitigen Comic abzudrucken. Solche Einseiter sind zwar nur selten richtig gut - mit »Schlagzeilen« ist ein lustiges Beispiel in dieser Ausgabe enthalten -, aber besser als der »Entenkurier« wäre es allemal gewesen. Und die Macher des Magazins sollten dringend eine Content Evaluation erwägen, um festzustellen, was das eigene Publikum von solchen Rubriken hält.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Der »Startlacher« war in diesem Fall ein drei Panels umfassender Madam-Mim-Comicstrip. Da sich Madam Mim ansonsten ziemlich ins Reich der Vergessenheit verabschiedet hat, war es nett, die alte Zauberin mal wiederzusehen.
Als Extra enthielt das Magazin eine Rakete und ein »Glibber-Alien«. Zumindest die Rakete kann man als eine ganz nette Beilage bezeichnen, da sie sich von den üblichen Spielzeugwaffen und Scherzartikeln abhebt, und weil sie in unserem Fall - das trifft ja leider nicht auf jede Beilage zu - tatsächlich funktionstüchtig war.
Last but not least war die Witzeseite dieses Mal recht unterhaltsam, während dort ja sehr oft Material repetiert wird, das schon im letzten Jahrtausend kaum noch Lacher hervorzaubern konnte.

Fazit

Alles in allem kann man diese Ausgabe des Micky Maus Magazins als eine qualitativ bunte Mischung einordnen, denn hier war vom absoluten Tiefpunkt bis zum schönen und unterhaltsamen Comic so ziemlich die gesamte Bandbreite vertreten. Damit steht diese Ausgabe in einem ziemlichen Kontrast zur letzten, denn dort hatte es keine großen Ausbrecher nach oben und unten gegeben. In der Summe gleichen sich die beiden Magazine dann aber wieder, denn der Durchschnitt ist in beiden Fällen »okay«.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 167 (38,6%)
Unternehmen Goldglanz
2
 
 141 (32,6%)
Was wäre, wenn?
3
 
 59 (13,6%)
Feinschmecker
4
 
 31 (7,2%)
Schlagzeilen
5
 
 23 (5,3%)
Andere Welten
6
 
 8 (1,8%)
Angepasst
7
 
 4 (0,9%)
Du bist, was du liest
An der Umfrage haben 433 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz