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 Entengeschichten 19/20: Falsche Spukhäuser und falsche Nordlichter
Vor zwei Wochen hatten wir euch an dieser Stelle unsere Einschätzung zum 18. Micky Maus Magazin dieses Jahres vorgestellt und davon berichtet, dass uns dieses nicht ganz so zugesagt hatte wie die vorausgegangene Ausgabe. Nun ist ein neues Magazin erschienen, und auch dieses haben wir wieder unter die Lupe genommen.

Die Höhepunkte

Der im April des Jahres 1950 von Paul Murry geschaffene Comic »Schwer begeistert« wurde offenbar vorher noch nie im Micky Maus Magazin veröffentlicht, vielmehr konnte man ihn nur 2005 in einer Paul Murry gewidmeten Ausgabe des Buchs »Disneys Hall of Fame« sowie in einer ebenfalls 2005 veröffentlichten Ausgabe der »tollsten Geschichten von Donald Duck« lesen. Ins Micky Maus Magazin schaffte es stattdessen (mehrmals) die Carl-Barks-Story über die »Ritter von Quackenstein«, die eine sehr ähnliche Geschichte erzählt. In Murrys Comic erbt Donald ein Haus, das er sogleich wieder verkaufen will. Tick, Trick und Track würden es hingegen gerne als ihr neues Klubhaus haben und unternehmen deshalb alles, um den Verkauf zu verhindern. Vielleicht ist »Schwer begeistert« storytechnisch nicht der allergrößte Wurf, aber es ist ein schöner Einblick in eine »gute alte« Comiczeit, insbesondere deshalb, weil es sich eben ausnahmsweise nicht um eine Geschichte handelt, die schon x-mal abgedruckt wurde.

Die übrigen Comics

Die von den Magazinmachern als »Top-Comic« eingestufte Geschichte »Kampf ums Nordlicht« wurde in diesem Jahr von Aleksander Kirkwood Brown ersonnen und von César Ferioli zeichnerisch umgesetzt. Die Story führt die Ducks nach Alta in Norwegen, wo Dagobert Duck ein neues Hotel errichtet hat, mit welchem er Touristen anlocken möchte, die das Nordlicht sehen möchten. Konkurrenz wird ihm durch Mac Moneysac gemacht, der ebenfalls aus dem Nordlicht Kapital schlagen möchte und sich dabei unlauterer Mittel bedient. Der Comic enthält ein paar Details, durch die junge Leser ermutigt sein könnten, selbst zu recherchieren, was es damit auf sich hat, etwa wer Bjørn Tore Wirkola war oder was ein Lávvu ist. Das kann man ihm positiv anrechnen. Die Story selbst hat ein paar Haken und Ösen, etwa was Mac Moneysacs Eskapaden angeht oder das zu klischeebeladene Bild schweigsamer Skandinavier, ist alles in allem aber ganz okay.

Der Dreiseiter »Heimlicher Held« ist eine Pluto-Geschichte aus dem Jahr 2018, die von Stefan Prinz-Pahlson geschrieben und von dem spanischen Künstler Ángel Rodríguez gezeichnet wurde. Micky Maus kümmert sich darin vorübergehend um Minnies Kater Figaro, mit dem Pluto anfangs nicht gut zurechtkommt. Nachdem es zu einem Einbruch in Mickys Haus kommt, verbünden sich die beiden Vierbeiner dann jedoch gegen den Einbrecher. Eine nette kleine Heile-Welt-Geschichte, die auch schon vor einem halben Jahrhundert so geschrieben und gezeichnet hätte werden können.

Die ursprünglich aus Holland stammende Geschichte »Aus heiterem Himmel« wurde schon 2011 von Gaute Moe ersonnen und von Jordi Alfonso gezeichnet, es dauerte jedoch offenbar bis zum 25. Juli 2019, bis sie in der damaligen Ausgabe des niederländischen Donald-Duck-Magazins erstveröffentlicht wurde. Da stellt man sich natürlich schon die Frage, wie groß das Vertrauen in einen Comic sein konnte, der erst einmal acht Jahre in einer Schublade belassen wurde. In dem Sechsseiter kommt es - wieder einmal - zum Besuch eines Außerirdischen. Dieser hat einen Schlüssel verloren, mit dem sich nahezu magische Dinge mit Autos anstellen lassen. Die Panzerknacker versuchen sich der Technologie zu bedienen, werden jedoch von dem Alien und von Donald Duck gestoppt, wofür letzterer eine Auszeichnung erhält, die die Fieselschweine vor Neid verblassen lässt. Die Geschichte fällt wiederum in die Kategorie »okay«, man muss aber auch sagen, dass einem die Alienbesuche schon ein wenig zum Halse heraushängen, wenn man zu häufig Duck-Comics liest.

Der 2017 von Andreas Pihl geschriebene und von Silvio Gamboni bildlich umgesetzte Sechsseiter »Die Sphinx von Luxoria« ist ein Gundel-Gaukeley-Comic, in dem die Hexe eine güldene Sphinx zum Leben erweckt, die sich daraufhin (unter Auflagen) dazu bereiterklärt, ihr einen Wunsch zu erfüllen. Der Wunsch besteht natürlich in Dagoberts Nummer Eins. Nachdem Gundel diesen einschmilzt und zu einem Amulett verarbeitet, avanciert sie zur Herrscherin über Entenhausen, ehe sie sich mit der Sphinx zerstreitet, die daraufhin alles wieder rückgängig macht. Eigentlich ein interessanter Storyansatz, der in dieser Form im Gegensatz zu vielen anderen Gundel-Angriffen auf Dagoberts wichtigstes Geldstück noch unverbraucht daherkommt, am Ende aber ein wenig zu rasant in Wohlgefallen aufgelöst wird.

Der Oma-Duck-Vierseiter »Wo ist Wasser?« wurde 2005 von Ruud Stratman erdacht und von Eli Marcos M. Leon gezeichnet, woraufhin er vier Jahre später - am 24. Juli 2009 in der damaligen Ausgabe des holländischen Magazins »Donald Duck« - veröffentlicht wurde. Auf Deutsch konnte man den Comic bis dato noch nicht lesen. Ein sonderlich großer Verlust war dies nicht, denn zwar ist die Suche von Franz Gans und Oma Duck nach einer neuen Wasserquelle auf ihrem Bauernhof nicht langweilig oder dergleichen, Oma Ducks wiederholter Verzicht auf reiche Kostbarkeiten ist jedoch ebenso albern wie der wirklich ziemlich dürftige Schlussgag,

Die Tiefpunkte

Als Extrabeilage enthält dieses Heft eine batteriebetriebene »coole Furz-Wurst«, die zwei Furzgeräusche von sich gibt, und welche die jungen Leser des Magazins nur drehen müssen, um »sich kaputtlachen« zu können. Mal abgesehen davon, dass das generell ein fragwürdiger Grund wäre, um sich »kaputtzulachen«, hören sich die beiden Töne absolut jämmerlich an. Vielleicht bezieht sich das Kaputtlachen auf die Qualität des Extras?

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Während die Auflösung des Rätselcomics »Motorisierter Missetäter« wirklich sehr trivial ist, hat sich uns die Lösung des Rätselcomics »Der Steuerbescheid«, in dem sich Micky Maus gegen das Finanzamt stellt, nicht erschlossen. Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch diese Lösung ziemlich trivial ist und wir einfach nur betriebsblind sind. ;)

Fazit

Summa summarum würden wir sagen, dass es sich um eine ganz respektable Ausgabe des Micky Maus Magazins handelt. Es gab vielleicht nicht den allergrößten Aha-Moment, aber die Comics waren alle soweit ganz in Ordnung und in Sachen Qualität war kein auffälliger Ausrutscher nach unten dabei. Viel besser als beim letzten Mal war es zwar auch nicht unbedingt, aber es schadet auch nicht, diese Ausgabe gelesen zu haben.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 185 (39,1%)
Kampf ums Nordlicht
2
 
 159 (33,6%)
Schwer begeistert
3
 
 55 (11,6%)
Aus heiterem Himmel
4
 
 41 (8,7%)
Die Sphinx von Luxoria
5
 
 25 (5,3%)
Wo ist Wasser?
6
 
 8 (1,7%)
Heimlicher Held
An der Umfrage haben 473 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz