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 Entengeschichten 18/20: Panische Münzsammler, marschierender Mais und sieben Weltwunder
Vor zwei Wochen waren wir mit der damaligen Ausgabe des Micky Maus Magazins ziemlich zufrieden, wie wir euch an dieser Stelle berichtet haben. Inzwischen ist eine neue Ausgabe erschienen, und auch diese haben wir inzwischen durchgeschmökert. Es handelt sich um das Heft, das auf den 21. August datiert wurde.

Die Höhepunkte

Das Magazin enthält einen Carl-Barks-Comic, womit recht schnell klar war, was der Höhepunkt der Ausgabe sein würde. »Der Münzsammler« ist eine Geschichte aus dem Jahre 1944, die in den sechziger Jahren von Dr. Erika Fuchs erstmals ins Deutsche übertragen wurde. Seitdem wurden diverse Änderungen an ihren Texten vorgenommen, trotzdem wird sie immer noch als Übersetzerin angegeben. Inzwischen wurde die Geschichte schon mindestens ein Dutzend Mal in verschiedenen Heften und Büchern auf Deutsch verwendet, auch im Micky Maus Magazin, wo sie als »Donald, der Münzsammler« am 25. Mai 1968 abgedruckt wurde. In der damaligen Ausgabe der zu diesem Zeitpunkt noch größten Jugendzeitschrift der Welt handelte es sich noch um die Titelgeschichte, nicht um die Schlussstory. Die Kolorierung des Zehnseiters ist heute natürlich etwas schöner ausgefallen, die Identitäten von Tick, Trick und Track wurden natürlich wieder einmal durcheinandergewirbelt, für uns waren aber - wie immer in so einem Fall - die Änderungen interessant, die sich seit der ersten Übersetzung eingeschlichen haben. So wurde die fortschreitende Inflation berücksichtigt: Sammelte Donald einst noch Ein-Kreuzer-Münzen, sind es dieses Mal schon Fünfzig-Kreuzer-Münzen. Die wertvollste stammte damals aus dem Jahre 1869, dieses Mal aus dem Jahre 1921. Der Preis von Eis hat sich geändert, und während Donald seine Neffen in einer Eisdiele beim Erstabdruck schlicht und ergreifend nicht antraf und weiterzog, zieht er dieses Mal weiter, weil sie sich dort aufgrund des höheren Eispreises nicht aufhalten konnten. Die Blumenstraße heißt inzwischen Bachstraße, beim Annaplatz und Annengässchen durften die Namen hingegen behalten werden ... das verstehe, wer will. Warum aus einer Apfeltorte eine Heidelbeer-Sahne-Torte wurde, ohne ihre (missratene) Optk zu ändern, erschließt sich auch nicht. Aus der politisch korrekten Vermutung, dass jemand, der »groß und stark« ist, »sicher immer Hunger hat«, wurde die politisch weit weniger korrekte Formulierung, dass »große und dicke« Menschen »sicher immer Hunger« hätten. Das hätte man eher andersherum erwartet. Und so weiter, und so fort. Das Entscheidendste ist aber: Den Comic zu lesen macht auch heute noch großen Spaß, vermutlich kein Stück weniger als in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Carl-Barks-Comics sind halt so gut wie immer eine Klasse für sich.

Die übrigen Comics

Die 2020 von Jaakko Seppälä erdachte und von Paco Rodríguez gezeichnete Geschichte »Die sieben Weltwunder« wurde von den Machern des Magazins als »Top-Comic« eingestuft und ist genau das, was der Titel aussagt: Eine Schilderung der sieben Weltwunder der Antike. Primus von Quack besucht dabei Donald und dessen drei Neffen und erläutert ihnen, worum es sich bei den Wunderwerken gehandelt hat. Dabei werden jedem der Weltwunder zwei Seiten gewidmet, und unzählige Protagonisten aus dem Duck-Universum schlüpfen in die Rollen historischer und mythischer (bzw. daran angelehnter) Figuren, um jede Erklärung in eine kleine Mini-Geschichte zu verpacken. Dadurch ist der Sechzehnseiter eigentlich kein zusammenhängender Comic, sondern eine Aneinanderreihung von sieben kleinen Comics plus kurzer Rahmenhandlung (und mäßigem Schlussgag). In diesem Fall kann man den Comicmachern attestieren, dass sie ein gutes Ziel hatten, nämlich die Vermittlung von Wissen, und dieses dürften sie erreicht haben. Die einzelnen Mini-Storys sind indessen zu belanglos, um sie sinnvoll als gut oder schlecht einstufen zu können.

Bei der vierseitigen Geschichte »Scharfe Scheine« handelt es sich um einen holländischen Comic aus dem Jahre 2009, der von Herman Roozen geschrieben und von Bas Heymans gezeichnet wurde. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 8. April 2011 in der damaligen Ausgabe des niederländischen Donald-Duck-Magazins, hierzulande war er zuvor noch nicht veröffentlicht worden. Dagobert Duck erhält darin eine Lieferung niegelnagelneuer Geldscheine, die aus einer besonders »schnittigen« Papiersorte hergestellt wurden und Wunden hinterlassen, als er versucht, darin zu baden. Zu allem Überfluss wird die Lieferung auch noch von den Panzerknackern gestohlen, die daran allerdings keinen großen Spaß haben. Letztlich entpuppt sich das Ganze als eine recht harmlose Geschichte, die auf einen etwas albernen Schlussgag zugeschnitten (haha!) wurde und nicht lange in Erinnerung bleibt.

Der Minnie-Maus-Comic »Perfekter Wachkater« wurde vor zwei Jahren von Andreas Pihl verfasst und von Paco Rodríguez in Bilder umgesetzt. Minnie fungiert darin als Assistentin einer berühmten Unterwasser-Fotografin. Am Strand wartet ihr Kater Figaro und »bewacht« die dort zurückgelassene Ausrüstung. Nachdem ein Oktopus die Lebensmittelvorräte des Teams plündert, fällt der Verdacht auf Figaro, doch der weiß sich mit einem außergewöhnlichen Mittel zu helfen. Auch dieser Fünfseiter dürfte niemandem sonderlich lange in Erinnerung bleiben, da er eigentlich über gar keinen Spannungsbogen verfügt und eine Spur zu viel heiler Welt ausstrahlt, um wirklich unterhaltsam zu sein.

Der Vierseiter »Eine kleine Maismusik« könnte derweilen schon ein wenig länger in Erinnerung bleiben, da seine Pointe solch großer Nonsens ist, dass man sie sich nicht so einfach aus dem Kopf streichen kann. Oma Duck soll darin für das große Emil-Erpel-Fest der Stadt Mais liefern, der jedoch nicht rechtzeitig fertigwächst. Mit Hilfe einer Erfindung von Daniel Düsentrieb beginnt der Mais im Rhythmus von Musik herumzumarschieren (!). Um es genau zu nehmen, erkennt man nicht, dass er dadurch auch schneller wächst, denn er sieht hinterher genauso aus wie vorher, trotzdem wird Oma Ducks Problem dadurch irgendwie gelöst. Ein ziemlicher Quatsch also, dem man zumindest noch zugute halten kann, dass er nebenher kritisch darauf hinweist, dass Mais heutzutage en masse für Biosprit verbraucht wird und deshalb in vielen anderen benötigten Formen nicht mehr zur Verfügung steht. Wenigstens etwas! Der Comic wurde im vergangenen Jahr von Evert Geradts geschrieben, von José Antonio González skizziert und anschließend vom Comicup Studio getuscht. Er wurde erstmals am 7. November des letzten Jahres in der damaligen Ausgabe des holländischen Donald-Duck-Magazins veröffentlicht.

Die Tiefpunkte

Die beiden im Magazin Rätselcomics sind bekanntlich häufig recht fragwürdig - manchmal sind sie total trivial, manchmal wiederholten sie schon unzählige Male verwendete Lösungen, und manchmal sind sie so schlecht gezeichnet, dass man die Lösung kaum erkennen kann, selbst wenn man weiß, wonach man schauen muss. Im Rätselcomic »Der Erdbeerdieb« geht es um einen Früchtediebstahl, bei dem man den Dieb herausfinden kann, weil ... sich das Diebesgut (bzw. ein Teil davon) unmittelbar neben ihm auf dem Tisch befindet, an dem er sitzt. Wie kann man da bitteschön allen Ernstes noch von einem »Rätsel« sprechen?

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extra lag dem Magazin dieses Mal ein »Scherz-Set« mit drei »fiesen Streichen« dabei. Die drehbare »Spaghetti-Gabel« kann man bei Lichte betrachtet nicht unbedingt als Streich bezeichnen und der »Spritz-Kaugummi« ist albern, aber die enthaltene kleine Gummispinne ist immerhin realistisch genug ausgefallen, dass sie bei unserem Versuch, ob man damit jemanden auf nette Weise ärgern kann, tatsächlich den gewünschten Effekt erzielt hat. Immerhin!

Fazit

Das ansprechende Niveau des vorausgegangenen Micky Maus Magazins, in dem wir gleich drei Comics als »Höhepunkt« klassiert hatten, konnte in dieser Nummer nicht ganz gehalten werden. Positiv ist indessen, dass bei den Comics kein Totalausfall dabei war und selbst bei den Geschichten, die uns nicht so recht zu überzeugen wussten, wenigstens noch kleine Details herausgefischt werden konnten, die man ihnen auf der Habenseite anrechnen konnte. So ergab sich ein zwar nicht allzu überragendes Magazin, aber trotzdem eine Ausgabe, die man mal zwischendrin gelesen haben kann.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 314 (66,8%)
Der Münzsammler
2
 
 110 (23,4%)
Die sieben Weltwunder
3
 
 16 (3,4%)
Scharfe Scheine
4
 
 15 (3,2%)
Eine kleine Maismusik
5
 
 8 (1,7%)
Spiegelei
6
 
 7 (1,5%)
Perfekter Wachkater
An der Umfrage haben 470 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz