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 Entengeschichten 17/21: Heldenhafte Hunde und wunderliche Wichtel
Inzwischen sind schon fast drei Wochen vergangen, seitdem wir hier zuletzt ein Micky Maus Magazin besprochen haben, da wir uns in der Zwischenzeit erst einmal dem aktuellen Lustigen Taschenbuch widmen wollten. Die sechzehnte Ausgabe dieses Jahres hatten wir für ordentlich befunden, wenngleich sie nicht ganz mit dem vorausgegangenen Heft mithalten konnte. Unseren damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr empfandet den niederländische Zwölfseiter »Herren mit hohen Hüten« als den besten Comic des Heftes, den wir auch als dessen Höhepunkt eingeordnet hatten. Am 6. August ist nun ein neues Heft erschienen, und auch dieses haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Zu Beginn des Jahres hatten die Macher des Micky Maus Magazins einen Wettbewerb ausgerufen, in dem man sich um den Posten des »Junior-Chefredakteurs für einen Tag« bewerben konnte, indem man eine lustige Comicidee einsandte. Die damaligen Einsendungen sind auf dieser Webseite zu finden. Der »Junior-Chefredakteur« durfte die Inhalte des 17. Heftes dieses Jahres aussuchen, also des eben vorliegenden Heftes. Gewonnen hatte ein junger Mann namens Romeo, und dieser stellte nicht nur das Heft zusammen und tauchte in einem Panel als junger Erpel auf, auch sein Comic wurde abgedruckt. »Gejagt« wurde als Einseiter von Miguel Fernandez zeichnerisch umgesetzt. Und man kann eindeutig sagen: Das gute Stück braucht sich vor den Geschichten der alteingesessenen erwachsenen Comicschreiber absolut nicht zu verstecken.

Die übrigen Comics

Der zwölfseitige Einstiegscomic »Erwachsenenfrei« wurde im vergangenen Jahr von Gaute Moe geschrieben und von Paco Rodriguez gezeichnet. Darin müssen Tick, Trick und Track nach den Sommerferien erstmals wieder zur Schule und haben darauf ganz und gar keine Lust. Zu ihrem Glück begegnen sie einem kleinen Zauberwichtel, dem sie einen Gefallen tun und fortan einen Wunsch frei haben, weswegen sie sich alle Erwachsenen aus Entenhausen weg wünschen. Soweit eine ganz nette Idee, die allerdings nur bedingt zündet, da man die ganze Zeit den Eindruck hat, ähnliches schon mal gelesen oder gesehen zu haben (wenn auch nicht unbedingt im Disney-Kosmos). Selbst der Schlussgag, der in einem Epilog der eigentlichen Story nachgeschoben wurde, wirkt nicht gänzlich neu.

In dem Dreiseiter »Eine Frage des Gleichgewichtes« sind Donald und Daisy gemeinsam im Urlaub. Am Strand stehen sie vor der Wahl, entweder eine actionreiche Jetskifahrt zu machen, oder gemütlich zu paddeln. Daisy ist auf Ruhe aus und tendiert daher zum Stand-Up-Paddling, während Donald alleine Jetski fahren geht. Schlussendlich entwickelt sich Daisys Tag ganz anders als geplant. Worauf die ganze Sache hinausläuft, kann man sich schon nach wenigen Panels denken, aber mit seinen drei Seiten hat der Comic genau die richtige Kürze, um trotzdem nicht zu langweilen. Er stammt von Jaakko Seppälä und wurde von Diego Bernardo gezeichnet.

Die zehnseitige Geschichte »Urlaub ohne Helferlein« stammt aus dem Jahre 2019 und wurde von Oscar ten Houten geschaffen. Daniel Pérez war für die Zeichnungen zuständig. Die Erstveröffentlichung erfolgte im Juni 2020 im niederländischen Büchlein »Willie Wortel Vakantieboek«, einer Urlaubspublikation rund um Daniel Düsentrieb. Der Originaltitel lautete »Reddeloos«, was zu Deutsch schlicht und einfach »Hilflos« bedeutet. Daniel Düsentrieb fliegt darin in den Urlaub, während sein kleiner Assistent Helferlein in Dagobert Ducks Geldspeicher zurückbleibt. Nachdem Düsentrieb in ein Gewitter gerät und vom Blitz getroffen wird, strandet er auf einer einsamen Insel. Dort stellt er immer wieder aufs Neue fest, wie sehr ihm sein kleiner Unterstützer fehlt. Wieder eine nette Geschichte, bei der man aufs Neue darüber erstaunt wird, wie viele Emotionen eigentlich in so ein kleines Lämpchen hineingeschrieben werden können.

Der Zehnseiter »Heldenhund« basiert auf einer weiteren Jaakko-Seppälä-Idee und wurde von Cesàr Ferioli anlässlich des 85. Jubiläums von Bolivars erstem Auftauchen in einem Comic in Bilder umgesetzt. Darin wird geschildert, wie Donald Duck eigentlich zu Bolivar kam. In diesem Fall geht es in die Berge, wo Donald einst Skilehrer werden wollte, jedoch ausgerechnet in den Sommermonaten eintrudelte. Statt mit Skihaserln bekommt er es mit undankbaren Aufgaben zu tun, und immer wieder ist es Bolivar, mit dem er dabei (sowohl im Positiven wie auch im Negativen) aneinandergerät. Dass bei einer Kennenlernstory nicht auf einen übermäßig hohen Spannungsfaktor gesetzt wird, sondern es einfach nur darum geht, ein paar schöne Heilewelt-Momente aufzubauen, dürfte klar sein, und das ist den Machern des Comics durchaus gelungen. Man kann sich allerdings kaum vorstellen, dass es bisher noch nie eine Bolivar-Hintergrundgeschichte gegeben haben soll.

Die Tiefpunkte

Eigentlich haben wir dieses Mal nichts Weltbewegendes zu beanstanden. Natürlich könnten wir über den wie eh und je unsäglichen Entenkurier herummosern, und dass der Rätselcomic »Der Schlupfwinkel« schon mal im Micky Maus Magazin (und in einer weiteren deutschsprachigen Publikation) verwendet wurde und daher keinen großen Mitrateeffekt für Dauerfans hat, ist auch nicht sonderlich schön, aber das kennt man eh alles schon und muss nicht noch einmal gesondert bemängelt werden.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Es gab dieses Mal keinen Startlacher. Wir nehmen an, dass die Erklärung, was es mit dem Junior-Chefredakteur auf sich hatte, so lang ausgefallen ist, dass dafür kein Platz blieb. Stattdessen gab es mit »Gejagt«, »Neuer Freund«, dem Knackerknaben-Comic »Dämlich« sowie »Der Uhrensteller« ausnahmsweise gleich vier Einseiter.

Als Extra lag dem Heft ein »cooler Flugring« bei, der für »Spiele draußen und drinnen gut geeignet« ist. Für Letzteres ist er nur dann gut geeignet, wenn nichts Zerbrechliches herumsteht. Immerhin ein Extra, mit dem sich mal etwas anfangen lässt und mal etwas anderes als die allsommerliche Wasserpistole, die es zwei Wochen zuvor als Extra gab.

Fazit

Wir können wieder nicht meckern: Das Heft war in Ordnung. Vielleicht fehlte der richtig große Wurf in Comicform, aber die abgedruckten Geschichten hatten allesamt durchaus ihren Flair. Dass so viele Einseiter verwendet wurden, statt sie zugunsten einer etwas längeren Geschichte in der Schublade zu belassen, war ein wenig schade. Das nächste Heft wird am 20. August erscheinen und dem siebzigsten Jubiläum des Heftes gewidmet sein. Die inzwischen schon unzählige Male nachgedruckte erste Ausgabe war am 29. August des Jahres 1951 erschienen. Als Extrabeilage sind Urzeitkrebse vorgesehen, also etwas, das schon eine ähnlich lange Zeit diversen Comiczeitschriften beigelegt wird. Spätestens ab den siebziger Jahren tauchten sie immer wieder aufs Neue auf, der »Yps« lagen sie sage und schreibe zwanzig Mal bei, und seit der Nummer 6 des Jahres 1994 kennt man sie auch aus dem Micky Maus Magazin.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 131 (33,1%)
Heldenhund
2
 
 125 (31,6%)
Urlaub ohne Helferlein
3
 
 66 (16,7%)
Erwachsenenfrei
4
 
 34 (8,6%)
Eine Frage des Gleichgewichtes
5
 
 16 (4,0%)
Gejagt
6
 
 11 (2,8%)
Neuer Freund
7
 
 9 (2,3%)
Dämlich
8
 
 4 (1,0%)
Der Uhrensteller
An der Umfrage haben 396 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz