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 Entengeschichten 16/21: Skurrile Spiele, rudernde Räuber und hohe Hüte
Vor rund zwei Wochen haben wir hier die fünfzehnte diesjährige Ausgabe des Micky Maus Magazins unter die Lupe genommen. Es handelte sich um eine der besten Ausgaben seit langer Zeit, und es gab so gut wie gar nichts auszusetzen. Unsere damalige Besprechung findet ihr an dieser Stelle. Bei eurer Abstimmung, welchen Beitrag ihr am besten fandet, gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Geschichten, an dessen Ende der Daniel-Branca-Comic »Unverhoffter Sieg« mit 46,9 Prozent eurer Stimmen die Oberhand behielt. Am 23. Juli ist nun ein neues Heft erschienen, und auch dieses haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Der niederländische Zwölfseiter »Herren mit hohen Hüten« ist erst fünf Jahre alt, erinnert in seiner Erzählstruktur jedoch an Donald-Duck-Klassiker, auch wenn er zeichnerisch nicht mit deren Klasse mithalten kann. Donald Duck hegt und pflegt seinen Garten darin so sehr, dass es seinen Neffen auf die Nerven geht. In seinem Wohnviertel ist er hingegen dadurch sehr beliebt. Als eines Tages drei Männer mit Zylindern vor seinem Haus auftauchen, fürchtet Donald, es würde sich um Schuldeneintreiber vom Finanzamt handeln, weswegen er seinen Garten sich selbst überlässt und mit den Kindern flüchtet. Die Reise führt die Ducks per Schiff in Richtung Peru, und dort geht es bis zu den höchsten Gipfeln der Anden ... immer wieder durchsetzt mit unangenehmen Begegnungen. Der Comic wurde von Hugo Sauer ersonnen und von José Antonio González skizziert, anschließend waren die Inker des Comicup Studios im Einsatz. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 20. Mai 2020 in der damaligen Ausgabe des holländischen Donald-Duck-Magazins unter dem Titel »De hoge hoeden«, was man mit »Die hohen Hüte« übersetzen kann. Der Comic wurde allerdings ursprünglich nicht unter diesem Titel verfasst, sondern unter dem Namen »Terug in de Andes«, was »Zurück in die Anden« bedeutet.

Die übrigen Comics

Die Startgeschichte »Schwirrball« wird bereits auf dem Titelblatt als »Super-Comic« beworben. Sie wurde von Carol und Pat McGreal verfasst und ist gleichzeitig auch zu Ehren des Letztgenannten abgedruckt worden. Pat McGreal starb Ende Mai im Alter von 68 Jahren. In den vergangenen Jahren wurden sehr, sehr viele Geschichten der McGreals im Micky Maus Magazin abgedruckt, und wenn man ganz ehrlich ist, war nie der ganz große Wurf dabei ... anders gesagt: Aus dem Stehgreif könnte keiner von uns eine McGreal-Geschichte nennen, die so gut war, dass man sie unbedingt gelesen haben muss. Die User von I.N.D.U.C.K.S. haben der Daniel-Düsentrieb- und Helferlein-Story Verschollen in der Zukunft die beste Note gegeben, die anno 2001 im Micky Maus Magazin mit der Nummer 49 abgedruckt worden war. »Schwirrball« ist ein von Carmen Pérez und Tony Fernández zeichnerisch realisierter Zehnseiter aus dem Jahre 2020, in dem eine gleichnamige Sportart in Entenhausen zum beliebtesten Außensport avanciert ist. Daran treten zwei Mannschaften gegeneinander an und versuchen einen von Daniel Düsentrieb konstruierten krumm fliegenden elastischen Ball in Tore zu befördern. Dabei dürfen sie alle Gegenstände als Hilfsmittel nutzen, die sie wollen. Dies gab den Machern natürlich die Möglichkeit, unfassbar viele abstruse Ideen in den Spielverlauf einfließen zu lassen, und so wirkt das Ganze etwas überdreht. Eingeflochten wurde das Spiel in eine neue Episode der Fehde von Donald und Gustav. Alles recht konfus, aber durchaus unterhaltsam.

Auch der dreiseitige Panzerknacker-Comic »Rudernde Räuber« aus dem Jahre 2020 wurde von Pat und Carol McGreal geschrieben, hier sorgte Flemming Andersen für die zeichnerische Umsetzung. Abermals geht es um ein sportliches Ereignis, nämlich um einen Ruder-Wettbewerb auf der Gumpe. Die Panzerknacker nutzen die Gelegenheit, um den Kassenwart zu bestehlen. Die Polizei kommt ihnen auf die Schliche, so dass es zu einer Verfolgungsjagd kommt, bei der die Ganoven ungewollt zum Teil des Wettbewerbs werden. Insgesamt ein recht vorhersehbarer Verlauf. Was übrigens ein Kennzeichen vieler McGreal-Comics ist: Sehr oft werden altbekannte Motive verwendet, und sehr oft verlaufen die Comics genauso, wie man es nach dem Betrachten der ersten zwei, drei Panels erwartet. Sonderlich schlecht ist das selten, aber es bleibt eben auch nicht nachhaltig in Erinnerung. Skurril ist übrigens, dass die Panzerknacker einen riesigen Sack Geld stehlen konnten - wie hoch sind bitte die Entenhausener Eintrittspreise für Ruderwettbewerbe? ;)

Von Jaakko Seppälä stammt der 2020er Vierseiter »Goldkehle«, in dem der mäßig talentierte Donald an einem Gesangswettbewerb teilnehmen möchte, während Tick, Trick und Track mit einem Chemie-Baukasten herumexperimentieren und versuchen, Gold herzustellen. Durch ein Missgeschick gelangt ein Teil ihrer chemischen Mixtur in den Gemüseaufstrich, den Donald auf einem Brot schnabuliert, und dies hat ungeahnte Folgen. Eine ziemlich merkwürdige Story, bei der es eine fragwürdige Gleichsetzung des Wertes von goldener Farbe und dem Material Gold kommt und die ziemlich wenig Sinn ergibt. Dass Donald darin am Ende der Gelackmeierte ist, obwohl Dagobert Duck eine dümmliche Geschäftsentscheidung trifft, ist auch nicht gerade zufriedenstellend. Für die Zeichnungen waren hier wieder Carmen Pérez und Tony Fernández verantwortlich.

Auch dieses Heft enthält wieder einen Daniel-Branca-Comic. Von dessen Arbeiten war in den vergangenen Wochen fast jedes Mal ein Beitrag dabei. Dieses Mal handelt es sich um den von Jim Kenner geschriebenen Comic »Ein braves Bootchen«, den Branca 1978 zeichnerisch umsetzte. Trotz seines Alters wurde die story erstmals im Micky Maus Magazin abgedruckt, sie wurde in der Vergangenheit nur in einer Ausgabe der »tollsten Geschichten von Donald Duck« auf Deutsch veröffentlicht. Nun neigt man ja schnell dazu, einen scheinbaren Klassiker wie diesen reflexartig in den Absatz der »Höhepunkte« zu schieben, aber dieser Siebenseiter macht es einem nicht gerade leicht. Donald fährt mit den Kindern darin zur Küste, um Schlauchboot zu fahren, und er ignoriert, dass ein schweres Unwetter aufzieht. Es kommt, wie es kommen muss, man erleidet Schiffbruch. Zum Glück haben die Kinder etwas mitgebracht, das ihnen in der Situation weiterhilft. Auch dieser Comic ist unheimlich vorhersehbar, Donald verhält sich mächtig töricht, und funktionierende Gags sind Mangelware.

Die Tiefpunkte

Das ist das Erfreuliche: Obwohl nicht alle Comics übermäßig gut waren, war dieses Mal auch keiner dabei, der es verdient hätte, in dieser Sektion unseres Artikels zu erscheinen.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extrabeilage enthielt dieses Heft einen »mega Wasser-Spritzer«, also eine Wasserpistole. Ausprobiert haben wir das Spielzeug nicht, aber zumindest gehörten die Wasserpistolen in den vergangenen Jahren zu den Beilagen, die immer funktionierten. Von den »vergangenen Jahren« können wir schreiben, weil es sich um eine Beilage handelt, die dem Magazin standardmäßig in jedem Sommer beigefügt wird, wobei sich die Dinger jedes Mal in Aussehen und Handhabe ändern, es ist also nicht immer 1:1 die gleiche Wasserpistole.

Fazit

Mit dem wirklich exzellenten fünfzehnten Micky Maus Magazin dieses Jahres konnte das neue Heft nicht ganz mithalten, aber dennoch handelte es sich um eine Ausgabe, die sich ganz gut hat schmökern lassen. Einzig vom Daniel-Branca-Comic hätte man vielleicht etwas mehr erhofft, aber andererseits war es auch nicht das erste Mal, das einer seiner Beiträge hinter den Erwartungen zurückblieb. Das nächste Heft wird am 6. August erscheinen, einen »coolen Flugring« beinhalten und mit vierzig Comicseiten aufwarten.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 140 (35,2%)
Herren mit hohen Hüten
2
 
 104 (26,1%)
Schwirrball
3
 
 73 (18,3%)
Ein braves Bootchen
4
 
 44 (11,1%)
Rudernde Räuber
5
 
 32 (8,0%)
Goldkehle
6
 
 5 (1,3%)
Drache aus Sand
An der Umfrage haben 398 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz