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 Entengeschichten 16/20: Supersportler und Hühner-Travestie
Nachdem wir uns in den beiden vergangenen Wochen wieder ausführlich historischen Comics aus dem Hause Disney gewidmet hatten, wollen wir uns heute wieder einmal dem aktuellen Stoff nähern und haben uns deshalb die aktuellste Ausgabe des Micky Maus Magazins vorgenommen. Hier soll es um das Heft gehen, das auf den 24. Juli datiert wurden.

Die Höhepunkte

Dieser Absatz ist ausnahmsweise recht schnell zu Ende erzählt: Richtige Höhepunkte gab es dieses Mal leider nicht. Die enthaltenen Comics hatten ihre Höhen und Tiefen, aber bei keiner der Geschichten kamen die Höhen so geballt vor, dass sie es verdient gehabt hätte, an dieser Stelle erwähnt zu werden. Deswegen können wir gleich übergehen zu unserem üblichen zweiten Bereich:

Die übrigen Comics

In der zwölfseitigen Geschichte »Sport mit Spaß« müssen die Leichtathletik-Meisterschaften wegen einer Pandemie - dem »Ferkelfieber« - verschoben werden, weswegen alle Einwohner Entenhausens aufgerufen werden, an den »Spaßspielen« teilzunehmen, einem Ersatz-Wettbewerb, bei dem die beste neue Sportart prämiert wird. Zu den Teilnehmern gehört Donald, der sich nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen mit Hilfe einer Maschine, die eigentlich Verbrechern gehört und die ihm vor die Füße fällt, Superkräfte verschafft. Damit trumpft er bei den »Spaßspielen« auf und bringt gemeinsam mit anderen Entenhausenern die Gangster zur Strecke. Die 2019 von Maya Astrup ersonnene und von Carmen Pérez gezeichnete Geschichte wird auf der Titelseite als der »Top-Comic« des Magazins angepriesen und hat durch den Virus einen netten aktuellen Bezug, will aber nicht so recht zünden und bildet schlussendlich eine seltsame Mischung aus übertriebenen Ideen und Heile-Welt-Ende.

In dem Dagobert-Duck-Dreiseiter »Verkehrte Welt« begibt sich die reichste Ente der Welt mit seinen drei Großneffen auf einen Jahrmarkt, verhält sich dort jedoch so knauserig, dass er ihnen jeglichen Spaß raubt. Tick, Trick und Track wünschen sich daraufhin von einer Zauberin, dass in der Welt alles einmal verkehrtherum sein sollte ... was schlussendlich alles zwar anders, aber auch nicht besser macht. Der 2019 von Michael Griessler und Michael Kiwic erdachte Comic, der von Maximino Tortajada Aguilar gezeichnet wurde, ist von der Idee her ganz nett, zündet aber auch nicht. Und dass das Gegenteil eines Glückszehners ein Knopf ist und nicht irgendein Pech bringendes Artefakt, ist auch etwas fragwürdig.

In dem 2019 von Gaute Moe ausgedachten und von Carmen Pérez umgesetzten Vierseiter »Verfahren« fährt Oma Duck nach Entenhausen, ist von der Größe der Stadt völlig überfordert und verfährt sich nicht nur, sie bleibt auch noch ohne Benzin liegen. Ihr Auto erweckt daraufhin die Aufmerksamkeit der Panzerknacker, die jedoch von Dorettes mitgebrachten Tieren überwältigt werden. Insgesamt eine ganz nette und amüsante kleine Geschichte, auch wenn sie vermutlich nicht in Erinnerung bleibt. Dass die Panzerknacker außergewöhnlich töricht herübergebracht werden, fällt dabei nicht weiter ins Gewicht, für Oma Ducks üblichen Charakter wurde indessen die offenbar einsetzende altersbedingte Demenz etwas überzeichnet.

Der Daniel-Düsentrieb-Zweiseiter »Zu klein« ist fast schon zu schnell wieder vorüber, um ihn hier zu erwähnen. Der geniale Erfinder gleicht hier die fehlende Größe eines Hobby-Basketballers durch Sprungfedern aus ... nun ja, nicht gerade die anspruchsvollste Erfindung, und dementsprechend auch nicht unbedingt die kreativste Comicidee. Aber das sollte offensichtlich sowieso nur eine »Füller-Geschichte« sein, um die Seiten vollzubekommen. Der Einfall zu der 2017 erschaffenen Story stammte von Peter Snejbjerg, gezeichnet wurde das Ganze von Miquel Pujol.

Auch in dieser Ausgabe des Micky Maus Magazins gab es eine Geschichte, die recycelt wurde. Die dänische Micky-Geschichte »Auf schnellen Socken« wurde 1996 von Sarah Kinney geschrieben und von Paco Rodríguez gezeichnet. In der 52. Ausgabe des Micky Maus Magazins des Jahres 1997 wurde sie bereits hierzulande veröffentlicht. Micky Maus erhält darin von Dr. Zweistein »Supersocken«, die ihn in einen Weltklasse-Sportler verwandeln. Dies führt dazu, dass er von den übrigen Sportlern des Entenhausener Leichtathletik-Teams derart böse beäugt wird, dass er sich entschließt, wieder auf die Socken zu verzichten ... was auch nicht gut endet. Wie ihr inzwischen wissen dürftet, sind bei Wiederveröffentlichungen für uns immer die Veränderungen am interessantesten, die sich im Laufe der Jahre ergeben haben. So galt 1997 beispielsweise noch ein Mann namens »Jacko Jackson« als der große Fachmann auf dem Gebiet des Tanzens, heute ist es ein Mann namens »Joachim Bbambi« ... was nachvollziehbar sein dürfte. Andere Änderungen, etwa dass das Geräuschwort »Swuuusch!« (mehrmals) in »Zisch« umgewandelt wurde, lösen hingegen nur ein Achselzucken aus. Paco Rodríguez wurde 1997 noch als »Rodriques« bezeichnet. Die meisten Änderungen - sowohl was die Texte als auch die Neukolorierung angeht - sind dieses Mal ansonsten nur Schönheitskorrekturen, inhaltlich gehört die Geschichte zu den besseren dieser Ausgabe.

Die Tiefpunkte

Die Donald-Duck-Geschichte »Feier ohne Eier«, deren Originaltitel seltsamerweise »The Hen with the Golden Egg« hieß, auch wenn darin gar kein goldenes Ei vorkommt, wurde bereits 2015 von Gaute Moe erdacht und von José Antonio González gezeichnet. Glaubt man der Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S., so wurde sie - auch in anderen Ländern und Sprachen - nicht vor 2020 veröffentlicht, sie lag also ein halbes Jahrzehnt in einer Schublade herum. Und das aus gutem Grund, denn die Story rund um eine potenzielle Pfändung von Donalds Haus, um Hühnerhalter, die Hennen nicht von Hähnen unterscheiden können und um ein Schauspielangebot ist derart absurd, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Hieran ist praktisch nichts witzig, das ist einfach nur grober Unfug.

Dem Heft war dieses Mal ein kleiner Ventilator beigelegt, was in sommerlich-warmen Zeiten eigentlich eine nette Idee ist. In den Ventilator muss man eine AA-Batterie einsetzen, wozu es nötig ist, ein kleines Fach aufzuschrauben. In unserem Fall ließ sich die Schraube nicht herausdrehen, vielmehr drehte sie in ihrem Gewinde lediglich durch. Es ist gehörig fragwürdig, wie häufig dem Magazin solche unbrauchbare Fehlerware beigelegt wird.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Die Fußnoteninfo, dass das erste Feuerwerk der Welt am 27. Juli 1769 in London abgefeuert wurde, hätte die Ergänzung »urkundlich belegt« gebrauchen können, denn natürlich wurden auch schon vorher Feuerwerke inszeniert.

Fazit

Insgesamt handelte es sich um eine eher schwächere Ausgabe des Micky-Maus-Magazins. Dass gleich drei Geschichten enthalten waren, in denen Protagonisten sportliche Zusatzkräfte entwickelt haben (mal durch einen Apparat, mal durch Spezialsocken, mal durch Sprungfedern) sollte offenbar ein roter Faden durchs Heft sein, die zugehörigen Geschichten überzeugten jedoch wenig, und die übrigen Story noch viel weniger. Dass die Heftbeilage bei uns nicht zum Funktionieren gebracht werden konnte, passte ins Bild. Daher blieben wir dieses Mal leider enttäuscht zurück.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 120 (26,4%)
Auf schnellen Socken
2
 
 106 (23,3%)
Verfahren
3
 
 92 (20,2%)
Sport mit Spaß
4
 
 73 (16,0%)
Feier ohne Eier
5
 
 55 (12,1%)
Verkehrte Welt
6
 
 9 (2,0%)
Zu klein
An der Umfrage haben 455 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz