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 Entengeschichten 15/21: Spiegelschätze und Hexenpech
Etwas mehr als zwei Wochen sind verstrichen, seitdem wir hier die vierzehnte diesjährige Ausgabe des Micky Maus Magazins unter die Lupe genommen hatten. Es hatte sich um eine der besseren Ausgaben der letzten Zeit gehandelt, kein einziger Comic hatte enttäuscht, und wenn man den darin enthaltenen Don-Rosa-Comic noch nicht kannte, bekam man sogar eine sehr lesenswerte Story serviert. Auch eine überwältigende Mehrheit von 67,3 Prozent empfand »Der magische Tunnel« als besten Beitrag des Heftes. Unseren damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 9. Juli ist eine neue Ausgabe im Handel, und auch diese haben wir uns genau angeschaut.

Die Höhepunkte

Der von Maya Astrup geschriebene und von Andrea Ferraris gezeichnete Elfseiter »Spieglein, Spieglein« wird auf dem Deckblatt des Heftes als »Super Sommer-Comic« beworben. In der Geschichte selbst geht es dann ins »Eisgebirge«. Was genau ist daran also ein Sommer-Comic? Seltsame Einstufung, aber alles andere überzeugt. Mac Moneysac versucht darin einen Spiegel zu finden, der von einem Zauberer angefertigt wurde und einem zeigt, was man sich am meisten wünscht. Moneysac erhofft sich, darin den größten Schatz der Welt zu erblicken, um ihn anschließend aufzustöbern und zur reichsten Ente der Welt zu werden. Dagobert Duck heftet sich ihm an die Fersen. Eine nette Schatzsuch-Geschichte mit vielen liebgewonnenen Gewohnheiten, etwa einem skurrilen Düsentrieb'schen Gefährt, und mit einem warmherzigen Ende inklusive einer gelungenen Auflösung von Moneysacs Wunsch. Aus der Kürze, die der Platz im Micky Maus Magazin zulässt, wurde hier alles herausgeholt, was sich herausholen lässt.

Der zwölf Seiten lange Comic »Unverhoffter Sieg« wurde von Daniel Branca gezeichnet und gehört demnach zu der Serie an Branca-Comics, die in den vergangenen Monaten im Micky Maus Magazin recycelt wurden. Geschrieben wurde er von Niels Søndergaard. Gundel Gaukeley versucht darin mal wieder an Dagobert Ducks Glückszehner zu kommen. Dieses Mal bringt sie Gustav Gans in ihren Bann und versucht, dessen sprichwörtliches Glück für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Eine von vorn bis hinten unterhaltsame Geschichte, die der üblichen Gundel-gegen-Dagobert-Konstellation geschickt ein paar neue Ideen abringt. Was man allerdings erwähnen muss: Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Comic im Micky Maus Magazin abgedruckt wurde. Schon in der Weihnachtsausgabe Nummer 50 des Jahres 1996 hatte man ihn verwendet, damals noch unter dem Titel »Gundel gibt nie auf«. Die Kolorierung wurde seitdem wie gewohnt etwas aufgemotzt, und auch die Sprechblasen wurden modifziert. So wird Dagobert beispielsweise von Gustav nicht mehr als »Erbonkel« bezeichnet, was an sich auch ziemlich anständig ist, denn schließlich implizierte der Begriff einen gedanklichen Vorgriff auf den Tod des alten Erpels und auf das zugehörige Absahnen von Talern. Dagobert bezeichnet Gundel nicht mehr als »Weibsstück«, sondern einfach als »Gundel«, was zeigt, dass sich sprachlich eben doch einiges in den letzten Jahren verbessert hat. Aus »General von Haubitz« wurde »General Knecht«, da Haubitzen heutzutage im Sprachgebrauch augenscheinlich nicht mehr so geläufig sind, und da das Wort »überkandidelt« heutzutage überkandidelt klingen würde, wurde es durch »verrückt« ersetzt. Und so weiter, und so fort.

Die übrigen Comics

Der vier Seiten lange Donald-Duck-Comic »Hitzkopf am Grill« wurde 2014 von Ruud Straatman geschrieben und von Sander Gulien skizziert, als Inker fungierte anschließend Tony Fernández. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 21. Juli 2016 im niederländischen Donald-Duck-Magazin unter dem Titel »Barbecue«. Die Kinder entsorgen darin Donalds alten Grill, um zu verhindern, dass ihr Onkel damit Unfug anstellt. Der lässt sich daraufhin von Daniel Düsentrieb einen sonnengetriebenen Supergrill anfertigen. Schlussendlich führt dies zu einem neuerlichen Streit mit Nachbar Zorngiebel. Der Ansatz ist natürlich noch halbwegs neu, schlussendlich laufen die Donald-gegen-Zorngiebel-Storys aber immer wieder auf das gleiche hinaus.

2018 wurde der Comic »Vogelfoto« von Willem Ritstier geschrieben, die Zeichnungen steuerte Marco Rota bei. Er wurde am 27. Juni 2019 im niederländischen Donald-Duck-Magazin unter dem Titel »Kierewiet« abgedruckt. Das ist offenbar ein holländischer Ausdruck für »verrückt«, bezeichnet in dem Fall aber den Gattungsnamen eines exotischen Vogels, für den Arne Voigtmann bei seiner deutschen Übersetzung den Namen »Killefit« gewählt hat. Darin wird ein Preis von 1.000 Talern ausgelobt, sollte es jemandem gelingen, den Killefit zu fotografieren, der in Entenhausen gesichtet wurde. Nachdem Donald dem Vogel bereits zuvor begegnet war, macht er sich auf, ein Foto zu schießen. Ob ihm dies gelingt, kann man sich sicher denken. Irgendwie ließ uns das Gefühl nicht los, inhaltlich deckungsgleiche Geschichten schon sehr häufig gelesen zu haben, und das nicht nur mit Vögeln, sondern auch mit anderen Tiergattungen. Nicht sehr innovativ!

In dem 2019er Comic »Mitspieler auf vier Pfoten« hat Minnie Maus eine Stelle als Trainerin der D-Jugend-Fußballerinnen des SV Entenhausen angenommen. Seitdem läuft es im Verein ziemlich gut, nun stehen aber zwei schwere Spiele gegen »Schakal 04« an. Es scheint, als wüsste man in dem Verein immer schon im Voraus, was die Gegner planen. Minnie versucht hinter deren Masche zu bekommen und erhält dabei eine unverhoffte Unterstützung durch ihren Kater. Eine relativ unspektakuläre Geschichte, bei der von vorneherein ersichtlich ist, dass der Kater zur Auflösung beitragen wird und ihm dies die Anerkennung verleihen wird, die ihm zuvor verwehrt wird. Typischer Fall von »geht so«. Der Comic hat einen Umfang von sechs Seiten, wurde von Maya Astrup geschrieben und von Cynthia Pineda gezeichnet.

In dem zweiseitigen Donald-Duck-Comic »Großputz« möchte Daisy, dass Donald und die Kinder mit ihr joggen. Diese haben keine Zeit, da Dagoberts Sekretärin Fräulein Rührig sie gebeten hat, zum Geldspeicher zu kommen. Dort sollen sie am Großreinemachen teilnehmen und produzieren dabei ein Missgeschick, dass sie am Ende so schnell flüchten, dass sie selbst an der joggenden Daisy vorbeidüsen. Die von Gaute Moe geschriebene und von Flemming Andersen gezeichnete Geschichte ist nichts mehr als ein belangloser Lückenfüller, um am Ende auf die richtige Seitenzahl zu kommen. Nichts, an das man sich ein paar Minuten später noch erinnern wird.

Die Tiefpunkte

Das ist das Positivste an diesem Heft: Hier gibt es nichts, das wir ernsthaft beanstanden konnten.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Bekanntlich sind die Extrabeilagen des Micky Maus Magazins häufig fragwürdig. Gefühlt die Hälfte davon sind Spielzeugwaffen, der Rest ist oft minderwertiger Plastikkram, und nicht selten funktionieren die Dinger nicht so, wie sie sollen. Dieses Mal ist ein »Klett-Ball Game« enthalten, das aus einem kleinen Plastikball besteht, der mit Klettband umwickelt ist, sowie aus zwei Plastikhänden, die man sich in die Hände spannen kann und mit denen man den Ball fangen kann. Tatsächlich handelt es sich dabei mal um eine Beilage, mit der man sinnvoll spielen kann und für die sich Kinder ein paar kreative Einsatzmöglichkeiten ausdenken können. Kurzum: Wir waren positiv überrascht.

Dass Micky Maus lediglich in einem Rätselcomic auftaucht und Goofy gar nicht, erlebt man sehr selten, hier war es der Fall.

Fazit

Schlussendlich können wir zufrieden schreiben, dass auch diese Ausgabe des Micky Maus Magazins erfreulich gewesen ist. Gleich zwei Comics haben richtig überzeugt, ein Totalausfall blieb aus, und selbst das Extra war dieses Mal in Ordnung - was will man mehr? So kann es weitergehen. Die nächste Ausgabe wird am 23. Juli erscheinen, einen »mega Wasserspritzer« als Extra beinhalten und mit vierzig Comicseiten daherkommen.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 211 (46,9%)
Unverhoffter Sieg
2
 
 170 (37,8%)
Spieglein, Spieglein
3
 
 26 (5,8%)
Mitspieler auf vier Pfoten
4
 
 22 (4,9%)
Vogelfoto
5
 
 12 (2,7%)
Großputz
6
 
 9 (2,0%)
Hitzkopf am Grill
An der Umfrage haben 450 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz