Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
43.743 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »lydia32«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 Entengeschichten 14/20: Himmelsschreiber und Online-Denunzianten
In der neuesten Ausgabe des Micky Maus Magazins wurde den kleinen Lesern eine Kombination aus Entengeschichten präsentiert, in denen es zum größten Teil entweder ums Fliegen oder ums Fußballspielen geht ... wie auch immer die Macher des Magazins ausgerechnet auf diese Mischung gekommen sind. Es handelt sich um die Ausgabe, die auf den 26. Juni datiert wurde.

Die Höhepunkte

Der unserer Meinung nach klar beste Comic dieser Ausgabe ist der Zwölfseiter »Ein himmlischer Künstler«, der im Jahre 1984 von Mike Sharland und Donne Avenell erdacht und vom großen Vicar gezeichnet wurde. Donald Duck ist darin ein Spezialist für Himmelswerbung, der mit seinem kleinen Eindecker an den Entenhausener Himmel fliegt und von dort aus Werbematerial auf die Stadt schweben lässt, Wolken umgestaltet und Transparente flattern lässt. Nachdem Entenhausen dann hohen Besuch - den Maharadscha von Monetistan - bekommt, wird Donald vom Bürgermeister engagiert, um den Ehrengast mit ein paar spektakulären Aktionen zu beweihräuchern. Natürlich geht ausgerechnet an diesem Tag alles schief, der Maharadscha verlässt verärgert die Stadt und Donald flüchtet nach Grönland. Womöglich spielte bei uns der Nostalgiefaktor eine Rolle, denn wir kannten diese Geschichte schon, aber auf jeden Fall hat uns das Ganze sehr gut gefallen. Der gesamte Aufbau bis hin zum Schlussgag ist natürlich auch ein vielfach erprobtes System. Die Geschichte wurde im Übrigen schon im Micky Maus Magazin 14/1985 abgedruckt. Obgleich Dr. Erika Fuchs immer noch als Übersetzerin angegeben wurde, gab es seitdem (wie gewohnt) diverse Änderungen der Sprechblasen. Zum Beispiel bezeichnet der Entenhausener Bürgermeister eine Aussage seiner Assistentin nicht mehr als »Geschwätz«, und Donald wird nicht mehr als »Schwachsinniger«, sondern als »Luftteufel« beschimpft. Nicht zuletzt wurde das missverständliche »Was kostet dieser Mann? Ich möchte ihn haben!« in »Dieser Mann muss auch für mich arbeiten!« umgewandelt. Die auffälligste Änderung ist jedoch eine Korrektur zweier Bilder: 1985 wurde der Name einer Schreibmaschinenfirma, die Donald durch Wolkengestaltung bewerben sollte, von »ACME« in »Top Tipp« geändert, was grafisch katastrophal umgesetzt wurde, indem man über die originale Wolkenschrift die neue Schrift leidlich lesbar drüberzeichnete. Dieses Mal verzichtete man darauf und beließ den Firmennamen bei »ACME«.

Die übrigen Comics

In der als »Top-Comic« angepriesenen Geschichte »Willkommen bei Duckflug« wird ebenfalls Werbung am Himmel betrieben, jedoch nicht durch Donald, sondern durch Elly Einhorn, eine Art Amelia Earhart im Enten-Look. Sie betreibt praktsch die gleiche Kunst, die Donald in der Vicar-Geschichte beherrschte. Donald hingegen bietet Gästen Rundflüge über Entenhausen an. Aufgrund des Verhaltens seiner neuesten Gäste kommt es in der Luft zu einer Menge Chaos, was damit endet, dass sich Donald und Elly gegenseitig retten und fortan gemeinsame Sache machen. Die Geschichte wurde 2019 von Peter Snejbjerg erdacht und von Paco Rodríguez gezeichnet. Der Zehnseiter ist deutlich moderner gezeichnet und dürfte aufgrund seiner wilden Actionszenen am Himmel jüngeren Lesern vielleicht besser gefallen als die oben genannte Story, uns gefiel jedoch der »alte Schinken« sowohl stilistisch als auch inhaltlich besser.

Die von Wouter Goudswaard stammende und von José Antonio González gezeichnete Micky- und Goofy-Geschichte »Sauber gelöst« stammt ebenfalls aus dem Jahr 2019, wurde jedoch deutlich traditioneller gezeichnet ... und das liegt nicht nur an Micky roter Hose. In dem Sechsseiter wird ein von Emil Erpel angefertigtes Gesetzbuch aus einem Museum gestohlen, und wie sich zeigt, steckt eine Erpressung durch Kater Karlo dahinter. Auch wenn uns der zeichnerische Stil wirklich zusagt, ist die Story selbst eher solala, und das Druckmittel, das Kater Karlo bei seinem Erpressungsversuch anwendet, ist regelrecht albern.

Die Tiefpunkte

Die dreiseitige Fußballgeschichte »Die Macht der Medien« wurde 2019 von Maya Âstrup erdacht und von Cynthia C. Pineda gezeichnet. Darin laboriert der FC Entenhausen an der schlechten Qualität der Trikots, die Dagobert Duck den Spielern zur Verfügung stellt. Donald bringt seinen Onkel daraufhin dazu, neue Trikots zu kaufen, indem er auf »Finstagram« die schlechte Qualität der Duck-Produkte bloßstellt. Mal davon abgesehen, dass Sparen beim Material natürlich fragwürdig ist: Ist es wirklich eine so gute Aussage eines Comics, dass man mit dem öffentlichen Anschwärzen in sozialen Medien jemanden dazu erpressen kann, sein Verhalten zu ändern?

Die Hugo-Habicht-Geschichte »Der Pokalklau« stammt aus dem Jahre 2017, wurde von Jaakko Seppälä geschrieben und von Michaela Frare gezeichnet. Der böse Erfinder entführt darin einen Sicherheitstransporter, der einen Pokal zum Fußballstadion bringen sollte. Abgesehen von einer unlogischen Komponente (ein Peilsignal verschwindet, als der Transporter von einem größeren LKW aufgesammelt wird, taucht jedoch alsbald wieder auf, obwohl sich der Transporter nach wie vor in dem LKW befindet) ist die ganze Story eigentlich völlig zweitrangig, da der Fünfseiter nur den Zweck verfolgt, einen (dürftigen) Schlussgag vorzubereiten. Das war leider nix.

Die Auflösung des Rätselcomics »Verbrechen vor dem Finale« aus dem vorausgegangenen Heft ergibt keinerlei Sinn. Damals wurden die Medaillen eines Fußballfinals gestohlen und die Leser sollten herausbekommen, ob der Schuldige der Platzwart, der Fanartikelverkäufer oder die Zeugwärtin war. Als Lösung wurde präsentiert, dass der vermeintliche Platzwart nicht der Platzwart war, sondern jemand, der sich als Platzwart ausgegeben hat, was man daran erkennen konnte, dass er vollkommen falsche Linien auf den Platz gezeichnet hat. Mit welcher Logik erkennt man einen falschen Platzwart an den falschen Linien und nicht daran, dass da offenbar ein ganz anderer Mensch als der eigentliche Platzwart steht!?

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Neben einem Poster (der vergrößterten Version eines doppelseitigen Bildes aus dem Comic »Willkommen bei Duckflug«) enthält das Heft eine Spritzpistole und eine Mini-Spritzpistole als Beilage. Wer unsere »Entengeschichten« regelmäßig verfolgt, der dürfte wissen, was wir von Waffenspielzeug als Beilage des Micky Maus Magazins halten. Irgendwie ist der Eindruck, den man bei einer Spritzpistole hat, nicht der gleiche wie bei einer Spielzeugpistole, die Plastik-Projektile abfeuert. Ob man in so einem Fall mal die eigenen Ansichten überdenken müßte!?

Fazit

Comictechnisch war diese Ausgabe des Micky Maus Magazins leider unterdurchschnittlich. Ganz gut wurde es immer dann, wenn sich Enten auf Flugzeugen über Entenhausen bewegten, alles andere war leider nicht sonderlich lesenswert.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 266 (62,9%)
Ein himmlischer Künstler
2
 
 106 (25,1%)
Willkommen bei Duckflug
3
 
 36 (8,5%)
Der Pokalklau
4
 
 8 (1,9%)
Die Macht der Medien
5
 
 7 (1,7%)
Sauber gelöst
An der Umfrage haben 423 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz