Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.014 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »anni732«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 Entengeschichten 12/21: Das Phantom Teemu Pukki
Zwei Wochen sind verstrichen, seitdem wir das elfte Micky Maus Magazin dieses Jahres unter die Lupe genommen haben. Es handelte sich um eine ordentliche Ausgabe, wenngleich wir keinen der darin abgedruckten Comic als richtigen Überflieger ansahen. Unseren damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr empfandet den Comic »Held der Sagenwelt« als besten Part des Heftes (39,7 Prozent der Stimmen), an dem wir zu kritisieren hatten, dass er große Überschneidungen zur zwei Wochen vorher im Lustigen Taschenbuch veröffentlichten »Duckyssee« hatte. Seit dem 28. Mai gibt es nun ein neues Heft, und dieses haben wir uns auch genau angeschaut.

Die Höhepunkte

Dieses Mal gab es keinen Comic, den wir in diese Kategorie platzieren würden. Um es schon mal vorwegzunehmen: Eine schlechte Ausgabe war die Nummer 12 trotzdem nicht. Stattdessen gab es an allen Beiträgen mal kleinere, mal größere Dinge, die uns gestört haben, ohne dass sie die Klasse des jeweiligen Comics gänzlich heruntergerissen hätten. Doch dazu kommen wir gleich:

Die übrigen Comics

In dem Comic »Die Geldgier des Stürmers« versuchen sich Tick, Trick und Track als Redakteure eines Fußball-Fanmagazins. Da sich dieses so gut wie gar nicht verkauft, haben sie eine zündende Idee: Sie wollen den Stürmerstar des »Entenlandes« interviewen. Dieser ist zwar überaus talentiert, aber es geht ihm in erster Linie nur ums Geld: Fürs nächste Länderspiel verlangt er eine Auflaufprämie von einer Million Taler. Die Mannschaft ist ihm im Grunde genommen einerlei, ihm geht es nur um sich selbst. Tick, Trick und Track bringen ihn zu der Erkenntnis, dass Teamspielen wichtiger als Geld ist. Der Zehnseiter wurde von Gorm Transgaard geschrieben und von Andrea Ferraris gezeichnet. Abgesehen davon, dass es irritierend ist, dass Entenhausen nun plötzlich im »Entenland« liegen soll, steckt in der Story ein Problem, das sich nur durch den Hinweis auf einen zweiten Comic erklären lässt, der in dem Heft abgedruckt wurde:

Der von Kari Korhonen geschriebene und von Massimo Fecchi gezeichnete Fünfseiter »Alle für einen« erzählt die Geschichte von der neuesten Verpflichtung des Entenhausener Fußballvereins: Timo Spucki, ein Stürmerstar, der Tore wie am Fließband schießt, aber als äußerst unangenehmer Mensch gilt. Ihm wird Donald Duck als persönlicher Betreuer zur Seite gestellt, und dieser bringt ihn zu der Erkenntnis, dass Teamspielen wichtiger als die eigene Starrolle ist. Kommt euch bekannt vor? Richtig: Die beiden Fußballcomics, die in diesem Heft abgedruckt wurden, sind im Kern vollkommen identisch. In beiden geht es um einen hochtalentierten, aber furchtbar unsympathischen Torjäger, der durch das Handeln der Ducks zur Räson gebracht wird. Gleiche Moral der Geschichte, gleiches Ergebnis. Ist das den Machern des Heftes nicht aufgefallen, oder ist es ihnen einfach egal gewesen? Dem Comic »Held der Sagenwelt« konnte man vor zwei Wochen ja immerhin noch anrechnen, dass die storytechnisch ähnliche Geschichte über die »Duckyssee« kurz zuvor in einer anderen Publikation und nicht im gleichen Heft erschienen war, hier lässt sich die thematische Dopplung durch nichts rechtfertigen. Ziemlich schwach, denn im großen Disney-Fundus sollte es eine genügend große Auswahl an anderen Fußballcomics geben. An sich ist die Aussage der beiden Comics natürlich nicht schlecht, und es gibt deutlich miesere Fußballcomics, aber einer der beiden hätte nun wirklich gereicht.

Laut dem Titelblatt stammt »Alle für einen« im Übrigen nicht von Korhonen, sondern vom finnischen Fußballer Teemu Pukki (daher auch der Name des neuen Entenhausener Stürmerstars). Wie das nun zusammenpassen soll, ist nicht so ganz nachvollziehbar. Vermutlich hat Pukki einfach nur abgenickt, dass sein Name verfremdet weiterverwendet wurde. Wobei sich da überhaupt die Frage stellt: Welchen Werbeeffekt erhofft man sich überhaupt von einem Verweis auf Teemu Pukki? Ohne die Wikipedia hätten wir gar nicht gewusst, wer der Mann war, und die jungen Fans des FC Schalke, für den er offenbar vor einem knappen Jahrzehnt mal spielte, haben derzeit gewiss ganz andere Sorgen.

Wer unsere Artikel zum Micky Maus Magazin und zum Lustigen Taschenbuch regelmäßig verfolgt, der wird wissen, dass wir mit Science-Fiction-Storys aus dem Disney-Universum ziemlich auf Kriegsfuß stehen, denn sie sind nur sehr selten gut. Mit »Ein krummes Ding im All« enthält auch dieses Heft eine Begegnung mit Aliens. In diesem Fall sind es die Panzerknacker, die auf - diebische - Außerirdische stoßen. Ein paar witzige Ideen enthält der Comic, das muss man ihm lassen, allein schon in Form der tentakeligen Räuberbande. Auf welchen Schlussgag die ganze Sache hinauslaufen würde, konnte man sich allerdings bereits nach dem ersten Panel denken, da dort ein ungewöhnliches Lebensmittel explizit hervorgehoben wurde, was nicht passiert wäre, ohne dass es später noch eine entscheidende Rolle spielen würde. Der Fünfseiter stammt aus dem letzten Jahr, er wurde von Pat und Carol McGreal geschrieben und von Joan Crexells gezeichnet.

So ziemlich das gleiche Problem hat auch der nächste Comic. In dem Dreiseiter »Froh im Zoo« schauen Donald und die Kinder eine Dokumentation aus dem Entenhausener Zoo, in der man sehen kann, wie die drolligen Rüsseltiere Erdnüsse tauschen. Wenig später geht Donald das Knabberzeug aus, und so macht er sich auf, für sich selbst Erdnüsse zu besorgen. Und nun ratet mal, wo der gute Donald am Ende des Comics landet? Stoff in drei Seiten hineinzuquetschen ist halt nicht immer einfach, und hier hat man an allen Ecken und Enden gespürt, wie krampfhaft alles in die richtigen Bahnen gequetscht wurde, um den Schlussgag erklären zu können. Der Comic stammt aus dem Jahre 2019, als er von Mau Heymans erdacht wurde. Im Comicup Studio wurde er gezeichnet. Die Ursprungsversion des Comics hieß »Nootlanding« (Nusslandung) und wurde am 26. November 2000 im niederländischen Donald-Duck-Magazin abgedruckt.

Aller guten Dinge sind drei: Im Fünfseiter »Fantastisches Foto« haben sich Micky und Goofy in die Wildnis begeben, um ein Foto zu schießen, mit dem sie einen Wettbewerb gewinnen wollen. Passenderweise wurden gerade Waldmenschen-Spuren in der Gegend gefunden. Goofy interessiert sich in erster Linie aber nur für die Reiswaffeln, die er mitgebracht hat. Er knabbert und knabbert, als gäbe es nichts Wichtigers. Tja, und womit wird es am Ende wohl gelingen, den Waldmenschen zu ködern? Wie auch die beiden vorausgegangenen Comics hat auch dieser hier seine amüsanten Momente, die Berechenbarkeit ist aber schon zum Augenrollen. Ersonnen wurde die Geschichte von Unn und Stefan Printz-Pahlson, gezeichnet wurde sie von Paco Rodriguez.

Anlässlich des 87. »Geburtstages« von Donald Duck, der am 9. Juni 1934 erstmals visuell im Film »Die kluge kleine Henne« auftauchte, wurde dem Heft der Zehnseiter »Geburtstagsschock« beigefügt, der von Pat und Carol McGreal geschrieben und von Cèsar Ferioli gezeichnet wurde. Es handelt sich um den einzigen Comic dieses Heftes, der schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat, denn er stammt aus dem Jahre 2009. Er wurde bereits im 24. Micky Maus Magazin des Jahres 2010 anlässlich des damaligen »Geburtstages« von Donald Duck abgedruckt (das Heft erschien damals noch wöchentlich, deswegen war es schon die Nummer 24). Seitdem wurden nur geringfügige Änderungen vorgenommen, so wirkt die neue Kolorierung etwas pastelliger als damals. Interessanterweise sieht die 2010er Version dadurch wesentlich »historischer« aus. Insgesamt wieder ein ordentlicher Comic, bei dem allein das frühe Recycling stört. Bei dreißig, vierzig Jahre alten Comics ist ein Neuabdruck in Ordnung, bei rund zehn Jahren dürfte es hingegen den ein oder anderen Leser geben, der - wie wir - nun doppelt für den gleichen Stoff gezahlt hat.

Die Tiefpunkte

Das ist nun das Positive an diesem Heft: Zwar hatten wir an allen Comics etwas auszusetzen, trotzdem waren sie allesamt so anständig, dass es unterhaltsam war, sie zu lesen. In dem Sinne hatte dieses Heft keinen Tiefpunkt (sieht man mal vom obligatorisch unsäglichen »Enten-Kurier« ab).

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extra lag dem Heft ein »mega Schiedsrichter-Set« bei, das aus einer gelben Karte, einer roten Karte, einer Trillerpfeife und einem als Freistoßspray getarnten Wasserspritzer besteht. Zumindest Teile davon werden anlässlich von Fußballturnieren immer wieder aufs Neue dem Heft beigelegt. Immerhin kann man der Beilage dieses Mal attestieren, dass sich die Qualität verbessert hat: Während die Trillerpfeifen in der Vergangenheit so gut wie gar keinen Ton von sich gegeben haben (zumindest in den von uns gekauften Heften), funktioniert die neue Pfeife ziemlich gut, und auch die beiden Karten fühlen sich in Sachen Material ein Stück »wertiger« an als die früheren Karten.

Fazit

Summa summarum kann man sagen, dass es ganz unterhaltsam war, dieses Heft zu lesen. Angesichts von zwei Fußballcomics und einem Aliencomic gab es im Vorfeld gute Gründe, um skeptisch zu sein, letztlich hatte jedoch jede Geschichte ihre Höhen. Sie hatten auch allesamt ihre Tiefen, wie wir nun ausführlich beschrieben haben, aber mies wurde der Gesamteindruck dadurch trotzdem nicht. Die nächste Ausgabe des Micky Maus Magazins wird am 11. Juni erscheinen. Sie wird mit 39 Comic-Seiten daherkommen und einen »Mini-Flugdrachen« als Extra beinhalten, der »superweit« fliegen können soll. Na, wenn da mal nicht zu viel versprochen wird.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 169 (45,2%)
Geburtstagsschock
2
 
 73 (19,5%)
Die Geldgier des Stürmers
3
 
 72 (19,3%)
Alle für einen
4
 
 30 (8,0%)
Froh im Zoo
5
 
 15 (4,0%)
Ein krummes Ding im All
5
 
 15 (4,0%)
Fantastisches Foto
An der Umfrage haben 374 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz