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 Entengeschichten 11/21: Antike Legenden und moderne Song Contests
Vor knapp drei Wochen hatten wir an dieser Stelle das zehnte Micky Maus Magazin dieses Jahres thematisiert und waren zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine ganz ordentliche Ausgabe handelte, wenngleich es etwas fraglich war, dass die beiden besten darin enthaltenen Beiträge recycelte ältere Comics waren, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten und in der Vergangenheit bereits im Micky Maus Magazin zu lesen waren. Den damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr empfandet damals den Science-Fiction-Comic »Rätselhafte Lichter« als besten Part des Heftes (28,1 Prozent eurer Stimmen gingen an die Geschichte). Am 14. Mai ist nun die Nummer Elf erschienen, und auch diese haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Als den gelungensten Comic dieses Heftes empfanden wir die Geschichte »Lieder für Sieger«, die im vergangenne Jahr von Frank Jonker und Paul Hoogma geschrieben und anschließend von Daniel Pérez skizziert wurde, und deren Tuschereinzeichnungen im Comicup Studio angefertigt wurden. Der niederländische Comic wurde im vergangenen Mai als »Songfestival in Duckstad« anlässlich des damals ausgefallenen Eurovision Song Contests im holländischen Donald-Duck-Wochenmagazin veröffentlicht. Nachdem der Eurovision Song Contest in diesem Jahr - genauer gesagt an diesem Wochenende - wieder stattfindet, haben ihn die Macher des Micky Maus Magazins aufgegriffen. Entenhausen richtet darin als Titelverteidiger die neueste Ausgabe des jährlichen »Liederfestes« aus. Donald hat passenderweise einen Liedtext geschrieben und hofft, ihn bei dem Wettbewerb unterzubringen. Dabei stößt er auf einen Saboteur. Bei dem Comic stimmt nicht nur das Timing der Veröffentlichung und die eigentliche Storyline, es wird darin auch ein gelungener Seitenhieb auf den »richtigen« Eurovision Song Contest ausgeteilt, denn bei diesem wird ja regelmäßig thematisiert, dass die Show das ausrichtende Land Unmengen von Geld kostet, weswegen nicht wenige Amtsträger froh sind, wenn ihr Land nicht gewinnt. Genau dieser Punkt wurde hier auf gelungene Weise aufgegriffen.

Die übrigen Comics

In dem auf der Titelseite als »Top-Comic« angepriesenen Beitrag »Held der Sagenwelt« gehen Daisy und Donald mit den Kindern ins Museum. Letztere sind ein wenig gelangweilt, da es nur Vasen zu sehen gibt. Donald erzählt ihnen daraufhin die Geschichte von Odysseus im Kampf um Troja, Daisy berichtet ihnen vom Labyrinth des Königs Midas auf Troja. Historische Gegebenheiten (bzw. Sagen) in Disney-Comics zu verarbeiten, ist im Prinzip immer eine gute Idee, das Timing ist allerdings ein wenig missraten. Ausgerechnet das aktuelle Lustige Taschenbuch, das zwei Wochen vor diesem Heft herauskam, hat sich bereits mit der Odyssee beschäftigt. Und so sah man in der »Duckyssee« bereits Micky und Donald aus dem Trojanischen Pferd hüpfen, hier Donald mit Düsentrieb und ein paar Soldaten. Normalerweise sollte sich so etwas besser koordinieren lassen, schließlich stammen beide Publikationen aus der Egmont Ehapa Media GmbH. »Held der Sagenwelt« ist im Übrigen zehn Seiten lang und wurde 2020 von Jaakko Seppälä geschrieben. Für die Zeichnungen war »Paco« Francisco Rodriguez Peinado im Einsatz.

Der sieben Seiten lange Comic »Der Verkehrsrowdy« wurde 1991 von Gail Renard und Kym Hempson-Simpson ersonnen, für die Zeichnungen war Daniel Branca zuständig. Donalds Führerschein ist in dem ursprünglich »The Driving Test« heißenden Comic abgelaufen, so dass er zur Nachprüfung muss, und ausgerechnet Daisy ist seit neuestem die dafür zuständige Prüferin. Aus der Prüfungsfahrt wird eine Chaosrunde rund um einen extrem gereizten Donald Duck und einem gejagten Verbrecher. Nicht unwitzig, aber völlig übertrieben. Der Comic war bereits im 25. Heft des Jahres 1992 verwendet worden. Natürlich wurden die Sprechblasen seitdem abgeändert, so hat das KfZ-Prüfungszentrum des Jahres 2021 eine Chefin, nachdem es 1992 noch einen Chef hatte. »Langfinger-Larry« hat seinen Namen ersatzlos eingebüßt, die Texte von heute sind kürzer und knackiger, die Farben schöner. Insgesamt eher kleine, aber unbestreitbare Verbesserungen.

Der Zweiseiter »Tolle Blasen« stammt aus dem Jahre 2019. Goofy hat darin den Auftrag bekommen, sich während einer Party um die Nichten von Minnie und deren Freundinnen zu kümmern. Er will mit Seifenblasen überzeugen, nachdem jedoch eine Katze einen Kleber in den »Seifenblubber« kippt, entstehen keine Seienblasen, sondern massive Kugeln. Kein wirklich sinnvoller Beitrag, insbesondere da der Schlussgag schlicht und ergreifend gar keiner ist. Im Original hieß der Comic »Mr. Bubbles«, und er stammt von Lars Jensen. Paco Rodriguez erledigte die zeichnerischen Arbeiten.

Der Gundel-Gaukeley-Vierseiter »Zu viele Hexen« wurde im vergangenen Jahr von Pat und Carol McGreal geschrieben und von Joan Crexells gezeichnet. Gundel bewirbt sich darin auf eine Bürostelle in der Gilde der Magier, muss dazu eine Prüfung bestehen und versucht diese zu lösen, indem sie ein Abbild von sich selbst erschafft. Womit wir wieder bei schlechtem Timing wären: Dies ist das elfte Heft dieses Jahres, und erst im neunten Heft war der 1993er Daniel-Branca-Comic »Die doppelte Hexe« recycelt worden, in dem Gundel ein Abbild von sich herbeihexte. Zwar geht der Comic letztlich in eine andere Richtung, aber es wirkt einfach sehr seltsam und ideenlos, wenn man in kurzen Zeitabständen auf ähnliche Grundgedanken stößt. Das Duck-Universum sollte mehr zu bieten haben!

Der dreiseitige Primus-von-Quack-Comic »Die Krone der Schöpfung« ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Evolution, in der grob angerissen wird, was es mit Mutationen auf sich hat und welchen Einfluss diese auf die Entwicklung von Arten haben. Unterhaltungswert hat der Comic nicht, aber dafür punktet er eben mit dem Bildungsaspekt, und dass dafür ein paar Seiten pro Heft freigeräumt werden, ist aller Ehren wert. Der Schlussgag zündet nicht. Geschrieben wurde der Comic von Peter Snejbjerg, die Zeichnungen fertigte Diego Bernardo an.

Die Tiefpunkte

Sieht man mal von dem erwähnten doppelt schlechten Timing - also dem Aufgreife von Ideen, die erst vor kurzem thematisiert wurden - ab, haben wir dieses Mal nichts zu beanstanden. Wer hätte das gedacht! Den »Enten-Kurier« haben wir sicherheitshalber nicht gelesen, um uns am Ende nicht nochmal herunterziehen zu lassen.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extra lagen dem Magazin dieses Mal drei »Emojiji-Flitzer« mit »Rückzieh-Motoren« bei. Natürlich handelt es sich nicht um wirkliche Motoren. Spielzeug wie diese findet man in jedem zweiten Kinderüberraschungs-Ei, nur dass es sich dann nicht um fahrende Smileys handelt, sondern um (minderwertige) Plastikautos. Wie man ausgerechnet auf die Idee gekommen ist, Smileys herumfahren zu lassen, macht einen ein wenig ratlos, aber immerhin sind die Dinger besser als Waffenspielzeug. Und sie haben ausnahmsweise sogar alle drei funktioniert.

Fazit

Alles in allem kann man sagen, dass auch diese Ausgabe des Micky Maus Magazins ganz in Ordnung gewesen ist. Kein darin abgedruckter Comic war ein wirklicher Überflieger, aber insgesamt wurde man ganz gut unterhalten. Das nächste Heft wird am 28. Mai erscheinen und dann der Fußball-Europameisterschaft gewidmet sein. Als Extra werden ein als Freistoß-Spray getarnter Wasserspritzer, eine Trillerpfeife sowie eine gelbe und eine rote Karte beiliegen. Die Pfeife und die Karten werden dem Heft immer wieder aufs Neue beigelegt - Fußballturniere finden halt häufig statt, und das Micky Maus Magazin geht dies immer wieder auf die gleiche Weise an. Hoffen wir, dass der zwangsläufig zu erwartende Fußballcomic kein Reinfall werden wird!


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 163 (39,7%)
Held der Sagenwelt
2
 
 117 (28,5%)
Lieder für Sieger
3
 
 50 (12,2%)
Der Verkehrsrowdy
4
 
 43 (10,5%)
Zu viele Hexen
5
 
 22 (5,4%)
Die Krone der Schöpfung
6
 
 6 (1,5%)
Tolle Blasen
6
 
 6 (1,5%)
Der Löwe ist los
8
 
 4 (1,0%)
Erstes Auto
An der Umfrage haben 411 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz