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 Entengeschichten 10/21: Jammernde Katzen, schießende Hexen, nickelfressende Pflanzen
Zwei Wochen ist es her, seitdem wir das neunte Micky Maus Magazin dieses Jahres unter die Lupe nahmen. Am Ende waren wir zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine ganz ordentliche Ausgabe handelte, wenngleich ihr die richtigen Höhepunkte fehlten. Den damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Laut eurer Abstimmung war der Gundel-Gaukeley-Comic »Die doppelte Hexe« der beste Part des Heftes. Am 30. April ist inzwischen eine neue Ausgabe erschienen, und auch diese haben wir uns angeschaut.

Die Höhepunkte

Der 1956 von Carl Barks geschriebene und gezeichnete Comic »Katzenjammer« ist ein Klassiker, der es den Machern des Micky Maus Magazins offenbar angetan hat: Schon in der Nummer 45 des Jahres 1982, in der Nummer 36 des Jahres 1999 und in der Nummer 9 des Jahres 2007 wurde er abgedruckt, und in zahlreichen anderen deutschsprachigen Publikationen wurde er ebenfalls aufgegriffen. Daniel Düsentrieb wird in dem Vierseiter von einer laut schreienden Katze genervt, woraufhin er versucht, unter Einsatz technischer Hilfsmittel mit ihr zu kommunizieren. Die Kolorierung ist wesentlich schöner als 1982 ausgefallen. In Fällen wir diesen wird fast immer sehr stark an den Sprechblasen herumkorrigiert, dieses Mal wurde die Originalübersetzung der großen Dr. Erika Fuchs fast komplett beibehalten.

Die übrigen Comics

Der Zehnseiter »Rätselhafte Lichter«, der schon auf dem Titelblatt als »super UFO-Comic« beworben wird, ist zum Glück keine der üblichen Science-Fiction-Geschichten, die im Duck-Universum ein ums andere Mal gegen die Wand gefahren werden. Stattdessen hat Donald Duck in dem von Gaute Moe ersonnenen und von Arlid Midthun gezeichneten Comic die fixe Idee, in einem Provinznest nach dem ultimativen Beweis für die Existenz außeridischen Lebens zu suchen. Dass dies gründlich schiefgeht, muss man im Grunde gar nicht extra erwähnen. Angesichts dessen, was wir befürchtet hatten (siehe den letzten Absatz unsere vorangegangenen Artikels), hat sich die Geschichte als ganz ordentlich herausgestellt ... wenngleich Donald Duck darin ganz schön dämlich rüberkommt. Dass es ein Abschlusspanel geben würde, auf dem echte Aliens die ganze Situation beobachten, konnte man indessen schon von Anfang an riechen, denn dieser Schlussgag wurde schon unzählige Male gebracht ... auch außerhalb von Disney-Comics.

Der Comic »Hexenschüsse« ist zwar ein Vicar-Klassiker, und amüsant ist er auch, aber so überragend, dass man ihn glatt bei den »Höhepunkten« einordnen könnte, ist er dann auch wieder nicht. Dagobert Duck erleidet darin einen Hexenschuss, nachdem er über einen Eimer stolpert, dem ihn Fensterputzer Dussel Duck versehentlich in den Weg gestellt hat. Donald und Dussel scheitern daran, seinen Schmerz zu beseitigen, und wenig später scheint er auch noch einem Überfall der Panzerknacker hilflos ausgeliefert zu sein. Der 1979 von Jim Kenner erdachte fünfseitige Comic wurde bereits 1980 in der 43. Ausgabe des Micky Maus Magazins veröffentlicht, und 1993 landete er in einer Ausgabe der »Mickyvision«. Im Gegensatz zu »Katzenjammer« wurde die Erika-Fuchs-Übersetzung deutlich verändert. So wollte Dussel Duck anno 1980 die Einschaltung eines Arztes verhindern, damit Dagobert keine Kosten hat, dieses Mal will er verhindern, dass Dagobert eine Spritze bekommt. Ein kleines Schmankerl für die heutzutage wieder in größerer Zahl aufgetauchten Impfgegner? ;) Dass Dagoberts »Muskeln morsch sind und die Nerven total verheddert«, wird ebenfalls nicht mehr vermutet. 1980 siezte Dagobert die Panzerknacker, inzwischen duzt er sie. Insgesamt wurden die Sprechblasen stark verschlankt.

In dem Zweiseiter »Geldpuzzle« schließen Tick, Trick und Track eine Wette mit Eisverkäufer Donald Duck ab, in der zur Debatte steht, ob es den Kindern gelingt, Dagobert Duck für ein wenig Arbeitseinsatz Geld aus der Tasche zu ziehen. Schlussendlich eine nichtssagende Geschichte ohne erwähnenswerten Schlusslacher. Sie wurde 2018 von Frank Jonker geschrieben und von Ben Verhagen gezeichnet. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 6. Juni des Jahres 2019 im holländischen Donald-Duck-Magazin unter dem Titel »Poenpuzzel« (was auch »Geldpuzzle« bedeutet), obwohl sie ursprünglich »Ijsje voor een karweitje« (Eis gegen Hausarbeit) getauft worden war.

Der vierseitige Gundel-Gaukeley-Comic »Gartenzauber« wurde von Sune Troelstrup erdacht und von Diego Bernado zeichnerisch umgesetzt. Darin kommt es mal wieder zu einer Schrumpfung einer Protagonistin (in diesem Fall Gundel), die daraufhin mit Insekten konfrontiert wird, die aus ihrer neuen Perspektive unheimlich groß sind. Auch wenn die Story ein nettes Heile-Welt-Ende hat, ist es schon sehr fragwürdig, wie oft die Schrumpfidee mit einem mehr oder minder identischen Handlungsverlauf nun schon in Disney-Comics verarbeitet wurde.

In dem ebenfalls vier Seiten langen Comic »Der Horror-Helm« erwirbt Goofy in einem Antiquitätenladen einen Helm, der einst einem berühmten Abenteurer namens Johannes Pumpernickel gehörte, der vor langer Zeit paranormalen Phänomenen nachging. Goofy erwirbt das gute Stück und erfährt dann am eigenen Leib, wie Pumpernickel auf seinen Forschungszweig kam. Miguel hat die Geschichte gezeichnet, nachdem sie Jaakko Seppälä ersonnen hat. Letzterer hat vergessen, ihr ein sinnvolles Ende zu geben, denn der einzige Spannungsmoment wird dadurch erzeugt, dass der Helm aus nicht erkennbaren Gründen nicht mehr funktioniert, woraufhin er dann doch wieder funktioniert. Einfallslos.

Und noch eine Geschichte - da die meisten Storys sehr kurz ausgefallen sind, haben mehr Comics als sonst Platz gefunden, wie man sieht. »Seltene Pflanzen« ist mit seinen zehn Seiten ausnahmsweise eine von der längeren Sorte. Geschrieben wurde der Comic anno 2015 von Hugo Sauer, die Skizzen erledigte Xavier Vives Mateu, und anschließend waren die Inker des Comicup Studios im Einsatz. Bis zur Erstveröffentlichung verstrichen dann noch drei Jahre. Erst am 4. Juli 2018 erschien das gute Stück unter dem Titel »Nikkelplant« im niederländischen Donald-Duck-Magazin. Dagobert Duck ist darin panisch, da ihm das Nickel für seine Batteriefabriken genau in dem Moment ausgeht, in dem der Preis des Elements steigt und steigt. Wie es der Zufall so will, entdeckt er am gleichen Tag bei einem Besuch im botanischen Garten eine nickelfressende Pflanze, und so begibt er sich mit seinen Neffen und Großneffen auf die Suche nach weiteren Exemplaren des Gewächses, genauer gesagt zum »Bibiberg«. Die Ducks auf Schatzsuche (bzw. in dem Fall Pflanzensuche) sind oft ganz nett, hier wirkte jedoch einiges recht halbgar - aus der Story um verbrecherische Gepäckträger, einen verschollenen Entenhausener und ungewöhnliche Exportregelungen hätte man einen deutlich längeren Comic für eine dickere Publikation als das Micky Maus Magazin machen müssen, damit sie nicht nach gehetztem Stückwerk ausschaut. Immerhin: Das Problem der Nickelknappheit und steigender Nickelpreise ist tatsächlich nicht aus der Luft gegriffen, sondern durchaus ein aktuelles.

Die Tiefpunkte

Wann immer Schießspielzeuge dem Micky Maus Magazin beigelegt werden, landen sie bei uns im Tiefpunkt-Part, und so möchten wir den »Mega Ball-Shooter«, der es dieses Mal geworden ist, auch hier platzieren. Der Hinweis, nicht auf Menschen oder Tiere zu zielen, der in einem solchen Fall immer erwähnt wird, obwohl vermutlich jedem klar sein dürfte, dass damit praktisch ausschließlich auf Menschen oder Tiere gezielt werden wird, fehlt natürlich nicht. Beim nächsten Mal werden drei »Aufzieh-Smilies« beigelegt sein, so richtig gut klingt das auch nicht. ;)

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Im unsäglichen Segment »Enten-Kurier« wurde erwähnt, dass Dagobert Duck dazu übergegangen ist, Kryptowährungen zu schürfen, nämlich den »Entcoin«. Dass man die derzeitige neue Kryptowelle an der Stelle thematisiert, ist überraschend nah am Puls der Zeit. Tatsächlich gab es mal ein ERC20-Token namens »EntCoin«, aber das ist schon einige Zeit her. $ENT ist hingegen ein Shitcoin namens »Eternity«.

Fazit

Alles in allem war die Nummer Zehn dieses Jahres wieder ein ganz ordentliches Heft. Auffällig war, dass gleich zwei Geschichten recycelt wurden, die schon in der Vergangenheit im Micky Maus Magazin abgedruckt worden waren. Auf der einen Seite ist es natürlich gut, dass die jüngere Generation auf diese Weise etwas von den Klassikern mitbekommt, auf der anderen Seite ist es aber fraglich, ob es wirklich nicht besseres unveröffentlichtes Material als einen Durchschnittscomic wie »Hexenschüsse« gäbe. Zumal es genügend andere Disney-Publikationen gibt, in denen Platz für die Klassiker ist. Das nächste Heft wird am 14. Mai erscheinen und neben den merkwürdigen »Aufzieh-Smilies«, die wir schon oben erwähnt haben, immerhin vierzig Comicseiten beinhalten.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 114 (28,1%)
Rätselhafte Lichter
2
 
 79 (19,5%)
Hexenschüsse
3
 
 78 (19,3%)
Katzenjammer
4
 
 73 (18,0%)
Seltene Pflanzen
5
 
 34 (8,4%)
Gartenzauber
6
 
 18 (4,4%)
Der Horror-Helm
7
 
 7 (1,7%)
Klein und gemein
8
 
 2 (0,5%)
Geldpuzzle
An der Umfrage haben 405 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz