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 Entengeschichten 09/21: Ein Hoch auf die Wissenschaft
Vor zwei Wochen haben wir hier das achte Micky Maus Magazin dieses Jahres thematisiert, und wir kamen zu dem Schluss, dass es sich zu einem der besseren Hefte der letzten Zeit gehandelt habe. Ihr findet unseren damaligen Artikel an dieser Stelle. Eurer Abstimmung nach war der aus dem Jahre 1981 stammende Comic »Gang in die Vergangenheit«, der in dem Heft abgedruckt wurde, mit Abstand der beste. Am 16. April ist nun ein neues Heft erschienen, und auch dieses haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Hier nennen wir ausnahmsweise mal keinen Comic, denn wenngleich ein paar ordentliche Geschichten dabei waren, empfanden wir keinen Part als so gut, dass er eine Nennung an dieser Stelle verdient hätte. Sehr positiv hervorzuheben ist jedoch, dass diese Ausgabe unter das Motto »Wir feiern die Wissenschaft« gestellt wurde, was mit einem längeren Comic, einem Ausflug ins Entenhausener Wäldchen, diversen Fußnoten und (auf sehr niedrigem Niveau) in der Rubrik »Witze, Tipps und Tricks« umgesetzt wurde. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen durchdrehen, sich entweder von der Wissenschaft abwenden oder sich nur die Exzentriker heraussuchen, deren Analysen oder Pseudoanalysen ihrer eigenen Meinung entsprechen, obwohl 99 Prozent der Wissenschaft das Gegenteil behauptet, ist eine Hommage an die Wissenschaft definitiv eine sehr gute Idee.

Die übrigen Comics

Der Zehnseiter »Suche nach dem Licht« beschäftigt sich mit der Erfindung der Glühbirne durch Thomas Edison, der hier »Thomas Entison« heißt. Tick, Trick und Track reisen mit einer von Daniel Düsentrieb konstruierten Zeitmaschine zurück in das Jahr, in dem Entison die entscheidenden Entdeckungen macht, und aufgrund eines vergessenen Rucksacks kommt es zu einer Katastrophe. Wie so viele Zeitreisegeschichten, so hat auch diese hier gewisse logische Lücken, aber sie ist unterhaltsam, ein wenig lehrreich und auch noch nett gezeichnet. Sie stammt im Übrigen von Sune Troelstrup und wurde 2020 von Marco Rota gezeichnet. Wer nach einem wirklich guten historischen Roman sucht, der sich mit der Erfindung der Glühbirne - und dem Wettlauf, den es darum gab - beschäftigt, der sollte sich indessen mal »Die letzten Tage der Nacht« von Graham Moore anschauen. Wir hatten das Buch damals nicht selbst rezensiert, doch die Mitarbeiter unserer Seite, die es gelesen hatten, waren alle sehr zufrieden damit.

Der zweite Comic, der etwas mit Wissenschaft zu tun hat, ist etwas weiter hinten im Heft zu finden. »Rätselhafte Schwerkraft« ist einer der rar gewordenen Ausflüge ins Entenhausener Wäldchen. Der kleine Wolf versteht nicht, was es mit Schwerkraft auf sich hat, und droht deshalb in der Schule eine schlechte Note zu bekommen. Der neueste Versuch Ede Wolfs, die kleinen Schweinchen zu fangen, bringt anschließend entscheidende Lernfortschritte. Sicher nicht der allergrößte Vierseiter, aber da man Ede und seinem Sohn heutzutage so selten begegnet, wird die Wirkung der Geschichte durch eine gehörige Portion Nostalgie aufgewertet. Nebenbei: Wie kommt es eigentlich, dass der kleine Wolf der Sohn von Ede ist? Normalerweise sind in der Disney-Welt doch immer Onkel und Neffen am Start. Erschaffen wurde »Rätselhafte Schwerkraft« anno 2019 von Gaute Moe, die Zeichnungen steuerte Thomas Cabellic bei.

«Entenhausens schönster Garten« stammt aus dem Jahre 1983. Der Comic wurde von Colin Bostock Smith und dem inzwischen verstorbenen Bob Bartholomew geschrieben und von Beatriz Bolster gezeichnet. Darin wird ein neues Kapitel im ewigen Wettstreit von Donald Duck und Gustav Gans um die Gunst von Daisy erzählt. Dieses Mal liefern sich die beiden - der Name deutet es bereits an - einen Kampf darum, den schönsten Garten der Nachbarschaft zu haben und Daisy damit zu beeindrucken. Donald setzt dabei auf sein gärtnerisches Geschick, während sich Gustav auf sein sprichwörtliches Glück verlässt. Der Comic ist solala. Irritierend ist, dass Donald und Gustav darin direkte Nachbarn sind - was ist den Machern des Comics denn da entgangen? Merkwürdig ist zudem, dass die Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. weder eine deutschsprachige noch anderweitige Veröffentlichung von »The Garden Contest« kennt. Bei einer fast vier Jahrzehnte alten Geschichte kann man sich das irgendwie gar nicht vorstellen.

Der recycelte Comic, der in diesem Heft abgedruckt wurde, ist »Die doppelte Hexe« aus dem Jahre 1993, in dem Gundel Gaukeley ein Abbild von sich erschafft, mit dem sie gemeinsam auf die Jagd nach Dagoberts Glückszehner geht. Der Zehnseiter stammt von David Gerstein und wurde von Daniel Branca zeichnerisch umgesetzt. Bereits im Micky Maus Magazin 49 des Jahres 1994 wurde er abgedruckt. Damals wurde er als Startcomic der Ausgabe platziert. Für uns waren natürlich die Änderungen von damals zu heute mal wieder besonders interessant. Auf dem ersten Panel lasen Tick, Trick und Track anno 1994 beispielsweise den »D. Duck Finanzreport 1916«, dieses Mal den »D. Duck Finanzbericht 1921«. Ergibt diese minimale Verlagerung irgendeinen Sinn? Wollte man ihn vielleicht aus der Zeit des Ersten Weltkrieges herausschieben, damit niemand darüber nachdenkt, womit Dagobert Duck damals eigentlich sein Geld verdient hat? Die Sprechblasen wurden von damals zu heute generell etwas verschlankt, d.h. gekürzt - bisweilen sogar ganz gehörig. Ein paar Begriffe wurden simpler gemacht, zum Beispiel wurde »telepathisch« in »gedanklich« umgewandelt. Da könnte man den jungen Micky-Maus-Lesern unserer Ansicht nach eigentlich mehr zutrauen. Dass »Ach du giftgrüner Schierling!« gestrichen wurde, ergibt beispielsweise schon mehr Sinn. Inwiefern die Umwandlung von »Das gibt's doch nicht!« in »Heidernei!« zeitgemäßer klingen soll, erschließt sich uns derweilen gleich gar nicht.

Die Tiefpunkte

Dieses Mal müssen wir einen Comic in dieser Rubrik erwähnen. »Der Zorn des Poseidon« ist der Micky- und Goofy-Beitrag in dieser Woche, und er ergibt keinerlei Sinn. Entenhausen wird darin überschwemmt. Schuld daran ist angeblich der Meeresgott Poseidon. Dieser fordert die Zahlung von einer Billion Taler, ansonsten will er Entenhausen gänzlich im Wasser versinken lassen. Das Folgende ist ein Spoiler: Poseidon bzw. die Verbrecher, die dahinterstecken, werden zur Strecke gebracht, indem Goofy in den Entenhausener Stadtwerken einen Hebel umlegt und damit den Wasserpegel sinken lässt. Ja, wenn's denn so einfach ist, wieso hat man Entenhausen dann überhaupt erstmal volllaufen lassen, anstatt gleich den Hebel umzulegen? Auch Logik ist eine Wissenschaft, und diese wurde an der Stelle grob vernachlässigt, was in einer Wissenschafts-Ausgabe des Micky Maus Magazins doppelt töricht ist. Der Siebenseiter wurde im Übrigen 2020 von Jaakko Seppälä geschrieben und von Fabrizio Petrossi gezeichnet.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Dieses Mal lag ein kleiner Plastik-Tresor dem Heft bei, der mit einem zweistelligen Zahlencode »gesichert« ist. Wenn man ein wenig herumprobiert, bekommt man ihn auch auf, ohne dass man die Nummer kennt, aber das ist nicht weiter schlimm - das Prinzip funktioniert, und im Gegensatz zu vielen anderen Micky-Maus-Extras ist es dieses Mal nicht beschädigt bei uns gelandet. Und es ist kein Waffenspielzeug, das ist doch auch etwas Positives.

Fazit

Alles in allem handelte es sich bei der Nummer Neun um eine ganz ordentliche Ausgabe des Micky Maus Magazins, auch wenn die ganz großen Knaller fehlten. Besonders positiv war - wie schon oben erwähnt -, dass das Heft eine Art Loblied auf die Wissenschaft war. Die nächste Ausgabe wird am 30. April in den Handel kommen und vierzig Comicseiten enthalten. Dem Cover nach zu urteilen könnte die Titelgeschichte eine Science-Fiction-Story werden, was nicht sehr viel versprechend klingt, denn diese sind im Duck-Universum oft ziemlich schwach. Aber wer weiß, vielleicht werden wir positiv überrascht. Als Extra wird eine Spielzeugwaffe beiliegen, diese werden wir dann in der Rubrik »Tiefpunkte« erwähnen. Spoiler: Es wird im Heft einen Hinweis geben, dass man mit der Waffe nicht auf Menschen oder Tiere schießen soll. (Spoiler 2: Mit der Waffe wird fast ausschließlich auf Menschen und Tiere geschossen werden.)


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 172 (40,7%)
Die doppelte Hexe
2
 
 140 (33,1%)
Suche nach dem Licht
3
 
 33 (7,8%)
Entenhausens schönster Garten
4
 
 28 (6,6%)
Rätselhafte Schwerkraft
5
 
 27 (6,4%)
Der Zorn des Poseidon
6
 
 23 (5,4%)
Vierfach gewogen
An der Umfrage haben 423 Benutzer teilgenommen.
 
 

KOMMENTARE ZU DEN ERWÄHNTEN BÜCHERN
Kommentar zu Die letzten Tage der Nacht vom 03.09.2017 8:55:
» Von dem Stromkrieg hatte ich zuvor noch nie etwas gehört - eine echte Bildungslücke, wie mir scheint, denn diese Patentstreitigkeiten sind wirklich etwas, was mal Erwähnung verdient hat, und vermutlich ist das so ein Problem das auch heute noch gravierend ist - nur die Erfindungen sind heute weniger massiv von ihrer Bedeutung. Gutes Buch, auch wenn z.B. Edison darin manchmal ganz schön mies rüberkommt. Auf jeden Fall ein großer Unterhaltungswert.«
– geschrieben von Mistic Sword
Kommentar zu Die letzten Tage der Nacht vom 19.08.2017 16:18:
» @ Rockstar: Ich hab mir das Buch auch kürzlich gegeben und muss schon sagen, die Geschichte ist wirklich sehr interessant. Nicht spannend, aber interessant. Und hinterher habe ich stundenlang im Internet gewühlt und mich über die ganzen Leute und Streitigkeiten informiert, weil man durch das Buch dazu animiert wird. Schon schade, dass Erfindergeist so einen Rattenschwanz an Gerichten nach sich zieht. Lesenswerter Roman.«
– geschrieben von anthraxx
Kommentar zu Die letzten Tage der Nacht vom 15.08.2017 8:54:
» Auf den ersten Blick klingt "Story über die Erfindung der Glühbirne" ja nun nicht gerade spektakulär, gelinde gesagt. Umso erstaunlicher, dass Graham Moore da ein Buch daraus gezaubert ist, dass nicht nur wunderbar mit Fakten durchsetzt ist, sondern auch noch höchst spannend erzählt wird. Sehr zu empfehlen.«
– geschrieben von Rockstar
Kommentar zu Die letzten Tage der Nacht vom 12.03.2017 12:32:
» Streit um das Patent auf die Glühbirne und der daraus resultierende Stromkrieg Cover: ------------ Die Glühbirne, die die Nacht erhellt, passt hervorragend zum Titel und die Freiheitsstatue in der Mitte verkörpert nicht nur den Hauptort des Geschehens, sondern im Roman wird ihr später auch noch eine besondere Rolle zuteil. Ein richtiger Eyecatcher, der in der Buchhandlung Aufmerksamkeit erregt. Inhalt: ------------ Wir schreiben das Jahr 1888 und der junge, aufstrebende Anwalt Paul Cravath wird zufällig Zuschauer eines spektakulären Unfalls an den Stromleitungen über dem Broadway. An dem Tag begegnet er das erste Mal Thomas Edison, der im Verlauf des Geschehens einen harten Gegner für ihn darstellen wird. Denn Paul vertritt Edisons stärksten Konkurrenten im Kampf und das Patentrecht für die Glühbirne, aber auch im Kampf um die zukünftige Stromversorgung Amerikas: George Westinghouse. Aus Pauls Sicht erlebt der …« [vollständige Rezension anzeigen]
– geschrieben von orfe1975

 
Autorentags: Graham Moore
IN DER MELDUNG ERWÄHNTE BÜCHER
Die letzten Tage der Nacht
Geschrieben von: Graham Moore (16. Februar 2017)
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz