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 Entengeschichten 07/20: Greisenbart und Gummikot
Wenn man die Kinder schon Corona-bedingt nicht zur Schule schicken kann, ist es besonders praktisch, sie ein Weilchen mit frischen Comics beschäftigen zu können, und so ist es ein Glück, dass auch am 20. März eine neue Ausgabe des Micky Maus Magazins eingetrudelt ist. Diese betrachten wir an dieser Stelle wie gewohnt in unseren »Entengeschichten«.

Die Höhepunkte

Titelgeschichte ist dieses Mal der Comic »Altersheim Entenhausen«, der 2019 von Frauke Schmickl ersonnen und von Fabián Wanda Gattino gezeichnet wurde. Tick, Trick und Track kehren darin nach einem Ausflug nach Entenhausen zurück, dessen Bewohner in der Zwischenzeit um Jahrzehnte gealtert sind. Die Geschichte bietet nicht nur eine frische neue Idee im Gundel-Gaukeley-Kosmos, sie überzeugt auch dadurch, dass sie geschickt andere typische Duck-Motive anschneidet und ins Greisenalter transferiert (Dagobert und der Klondike, Donald gegen Zorngiebel, Donald gegen Gustav). Dass das Alter der Entenhausener für Gundel eigentlich gar nichts am Schwierigkeitsgrad ändert, den direkt hinter einem offenen Fenster frei herumliegenden Glückszehner zu mopsen, kann man in diesem Fall getrost übersehen. ;)

Die von Ray Balton, Alan Simpson und Donne Avenell im Jahre 1984 geschriebe und vom großen Vicar umgesetzte Geschichte »Kampf der Glatze« wurde bereits in der dreizehnten Ausgabe des Jahres 1985 veröffentlicht (unter dem Titel »Kampf dem Kahlkopf« auch noch in mindestens einer weiteren deutschsprachigen Disney-Publikation). Viele Textbausteine wurden seitdem ein wenig geändert. Bei ein paar davon handelt es sich um zeitgemäßge Anpassungen, so will Donald nun nicht mehr »proper«, sondern »anständig« aussehen, »Punker« heißen jetzt nur noch »Punk«, ein »in die Jahre gekommener Hippie« ist heutzutage ein »alternder Rockmusiker«, und der Vokuhila, den man damals trug, ist heute ein »wahrer Klassiker [...] wie in den Neunzigern«. Andere Änderungen lassen sich hingegen nicht mit dem Faktor Zeit erklären. Inwieweit man Dr. Erika Fuchs nach wie vor als die einzige Übersetzerin der Geschichte bezeichnen kann, ist unabhängig davon ein wenig fraglich. Es wurde auch ein wenig umkoloriert, der erwähnte Vokuhila ist beispielsweise nun nicht mehr schwarz, sondern blond. Unabhängig von all diesen Änderungen ist die Geschichte im Kern genauso unterhaltsam wie damals, so dass es eine sehr gute Idee war, sie noch einmal neu abzudrucken und sie damit einer jüngeren Disney-Fangeneration zu präsentieren.

Die übrigen Comics

In der 2017 von Noel Van Horn erdachten und gezeichneten Geschichte »In Blasen rasen« hat Daniel Düsentrieb einen Apparat geschaffen, der unzerstörbare Blasen generiert. Donald gerät in eine jener Blasen und ist wenig später auf und davon. Ein netter Sechsseiter mit ein paar ganz witzigen Momenten, bei dem die finale Feststellung, dass die Entenhausener Enten damit endlich wie Vögel (also wie Enten) fliegen könnten, bei Lichte betrachtet ein wenig skurril ist. Fast so skurril wie die Erfindung einer Blasenmaschine. Nebenbei: Im Einseiter »Die Abkürzung« badet etwas weiter hinten im Heft eine echte (Flügel tragende) Ente unmittelbar neben Donalds 313er, was ebenso skurril ist.

In der dreizehn Jahre alten Geschichte »Gips gegen Gauner«, die von Evert Geradts verfasst und von Sander Gulien gezeichnet wurde, experimentieren Tick, Trick und Track mit Gips aus einem Detektivset herum, während Donald mit einem verstopften Abfluss zu kämpfen hat. Ein unspektakulärer Sechsseiter, der ganz okay ist. Auf einigen Bildern fehlen die Schatten der Protagonisten, was womöglich häufiger vorkommt, doch wenn es einem gerade auffällt, wirkt es besonders irritierend. Irritierend ist nebenbei auch die Tatsache, dass der Comic laut Inducks auch im niederländischen Original nicht vor 2019 veröffentlicht wurde, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon ein Dutzend Jahre auf dem Buckel hatte. Aber womöglich handelt es sich bei einer der Jahresangaben auch um einen Fehler.

Der 2018er Sechsseiter »Diamanten aus der Tiefsee«, der von Gaute Moe erdacht und von Carlos Mota umgesetzt wurde, ist gerade im Kontrast zu der Gips-Geschichte wirklich deutlich schöner gezeichnet und koloriert. Donald und Dagobert begeben sich darin mit einem Mini-U-Boot in eine tiefe Meeresspalte, um dort nach Edelsteinen zu suchen ... woher Dagobert auch immer wusste, dass sich diese dort befinden. Eine schöne Geschichte, bei der man eigentlich nur kritisieren kann, dass das schreiberische Instrument, Protagonisten Teile einer Story träumen zu lassen, in Comics, Büchern und Filmen einfach ein Stück überreizt worden ist. Aber dafür können natürlich die Ducks nichts.

Der Rätselcomic »Der Ring des Rappers« erschien schon als »Claudius Klunkers cleverer Trick« in der Ausgabe 51/1997. Damals wurde der »berühmte Sänger Caruso Cavarotti« bestohlen, dieses Mal der »Rapper Pepper«. Auch hier fand also eine Anpassung an den Geschmack der Zeit statt ... der sich nicht in jedermanns Augen verbessert haben dürfte. ;)

Die Tiefpunkte

Richtige Tiefpunkte gab es dieses Mal nicht, daher seien an dieser Stelle nur Kleinigkeiten genannt: Die (mutmaßliche) Auflösung des Rätsel-Comics »Der Jade-Elefant« ist schon ein sehr vages Indiz. Kein Wunder, dass die Texter des Comics dieses Mal nicht die Frage stellten, wer der Täter ist, sondern wer es am »ehesten« sein könnte.

Laut einer Anmerkung der Rubrik »Schon gewusst« dauert der Frühling 7.948.800 Stunden. Das entspricht zwar 92 Tagen, aber es berücksichtigt nicht, dass im Frühling die Umstellung zur Sommerzeit stattfindet. Die Information liegt also um 3.600 Sekunden daneben. Ein kleiner Schnitzer, der passieren kann ... wenn denn nicht wenige Seiten später in einer anderen Fußnote auf eben jene Zeitumstellung hingewiesen worden wäre.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Statt den häufigen Schießspielzeugen war das beigelegte Extra dieses Mal ein Scherzartikel: Das aufblasbare Exkrement, das ihr oben rechts sehen könnt. Das etwas klebrige flexible Material ist ein Staub- und Tierhaarfänger, weswegen wir dieses Mal ausnahmsweise darauf verzichtet haben, unser vierbeiniges Webseiten-Maskottchen für das Bild zu diesem Artikel zum Einsatz zu bringen, denn dann wäre der falsche Kothaufen voller Hundehaare. Wie immer gilt: Alles ist besser als Waffen aus Plastik, daher ist das braune Etwas ganz okay. Aufblasen macht allerdings wenig Sinn, denn dann sieht das Gummi-Exkrement nicht mehr aus wie ein Exkrement, sondern nur noch wie ein stinknormaler brauner Luftballon.

Laut Beschreibung des Tests aus der Rubrik »Witze, Tipps und Tricks«, in einem chaotischen Feld nacheinander auf die Zahlen 1 bis 50 zu tippen, wäre eine Lösungszeit unter drei Minuten im ersten Versuch »weltklasse«. Wir haben eine Sechsjährige darauf angesetzt, sie hat 2:58 Minuten gebraucht. Dann haben wir eine Erwachsene darauf angesetzt, sie hat nur wenige Sekunden weniger gebraucht. Ein interessantes Phänomen. Und davon abgesehen würde sich das Ganze auch für eine Sendung wie »Schlag den Star« gut eignen.

Fazit

Es handelte sich um eine gute Ausgabe des Micky Maus Magazins mit auffällig vielen Geschichten holländischen Ursprungs. Qualitative Durchhänger blieben aus, so dass sich das gute Stück durchaus dafür eignet, den Corona-Frust für ein Weilchen beiseite zu schieben.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 213 (51,2%)
Kampf der Glatze
2
 
 87 (20,9%)
Diamanten aus der Tiefsee
3
 
 69 (16,6%)
Altersheim Entenhausen
4
 
 20 (4,8%)
In Blasen rasen
5
 
 12 (2,9%)
Gips gegen Gauner
6
 
 8 (1,9%)
Die Abkürzung
7
 
 7 (1,7%)
Albdruck
An der Umfrage haben 416 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz