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 Entengeschichten 06/21: Hungrige Pflanzen und hungrige Vögel
Die vorausgegangene Ausgabe des Micky Maus Magazins war die beste, die wir seit vielen Monaten in den Händen gehalten hatten. Wenn ihr nachlesen möchtet, was wir damals zu berichten hatten, könnt ihr dies an dieser Stelle nachlesen. Seit dem 5. März ist nun eine neue Ausgabe im Handel, und auch diese haben wir uns näher angeschaut. Mit dem vorausgegangenen Heft mithalten zu können, würde schwer werden.

Die Höhepunkte

Nun ... einen der fünf längeren Comics, die dieses Mal abgedruckt wurden, als »Höhepunkt« einzustufen, wäre schlicht und einfach übertrieben. Was nicht unbedingt etwas Schlimmes sein muss, denn es muss ja nicht jedes Mal ein brilliantes Machwerk dabei sein, sofern der Rest wenigstens halbwegs lesenswert ist.

Die übrigen Comics

Die 2020 von Sune Troelstrup ersonnene und von Cèsar Ferioli gezeichnete Geschichte »Blume aus dem Weltall« wird auf der Titelseite des Hefts als »Super Alien-Comic« bezeichnet. Bei Science-Fiction- und Alien-Geschichten aus dem Duck-Universum neigt man schnell zum Stirnrunzeln, da sie sich zum einen recht oft gleichen und nur wenige Schemas immer wieder aufs Neue abgearbeitet werden, zum anderen sind sie selten wirklich »gut«. in diesem Fall ist die erzählte Geschichte durchaus mal etwas anderes als üblich, denn Tick, Trick und Track versuchen hier aus Samen, die sie aus dem Einschlagskrater eines Meteoriten gefischt haben, ein neues Gewächs zu züchten. Dieses entpuppt sich als etwas anderes, als sie zunächst denken. Zumindest in der Storyidee-Hinsicht sticht das Ganze heraus, so richtig unterhaltsam ist der Comic dann aber doch leider nicht.

In dem Fünfseiter »Flotte Flösse« (mit Doppel-s statt ß) liefern sich Tick, Trick und Track ein Wettrennen mit Dicky, Dacky und Ducky (und einigen anderen Kindern). Ziel ist es, ein Floß zu bauen, das einerseits möglichst imposant ausschauen soll, zum anderen soll man damit auch noch so schnell wie möglich über die Gumpe schippern können. Bei solchen Wettfahrtgeschichten kennt man im Hause Disney zwei Varianten: Entweder versucht ein Bösewicht den Helden mit unlauteren Mitteln zu stoppen und verliert am Ende trotzdem, oder aber die beiden Streithähne bzw. Streitparteien sind aufgrund eines Zwischenfalls gezwungen, zusammenzuarbeiten und sich zu helfen. Ihr dürft raten, auf welche der beiden Varianten es bei der Protagonistenkonstellation hinausläuft. ;) Das Ganze ist also sehr vorhersehbar. Der dänische Comic aus dem Jahre 2019 wurde von Maya Astrup verfasst und von Paco Rodriguez gezeichnet.

Da wir schon bei Comicthemen sind, die schon sehr häufig abgehandelt wurden: Wie viele Geschichten, in denen Daniel Düsentrieb etwas erfindet, das ihn oder ander Erpel schrumpft, habt ihr schon gelesen? Sicher waren es ein paar Dutzend ... mindestens. Mit »Einfach schwierig« ist ein weiterer Comic dieser Art hinzugekommen. In diesem Fall fällt dem emsigen Erfinder ein Ring, den er für Daisy verkleinern soll, in den Abfluss, woraufhin er sich selbst verkleinert, um ihm hinterherzusteigen. Die Folge sind die üblichen Schwierigkeiten, denen in der Vergangenheit schon häufiger Entenhausener Einwohner ausgesetzt waren, die von Daniel verkleinert worden waren, insbesondere Konflikte mit nun sehr groß wirkenden Tieren. Kennt man eine dieser Storys, dann kennt man alle. Der Vierseiter wurde 2020 von Unn und Stefan Printz-Pahlson ersonnen und von Nuñez gezeichnet.

In dem Siebenseiter »Kurzer Weg zum Lärm« rechnet ein GPS aus, dass die Straße, an der Donald Ducks Haus steht, eine besonders geeignete Verkehrsroute ist, wodurch plötzlich unzählige Autos vor seinem Heim umhergondeln und für jede Menge Lärm sorgen. Der wütende Donald versucht daraufhin das GPS-Signal zu stören, hat aber damit nicht den erwünschten Erfolg. Hierbei handelt es sich um die erste Geschichte mit einer wirklich komplett neuen Idee. Gleichzeitig wurden einige Elemente eingebaut, die an die ganz klassischen Disney-Comics erinnern, insbesondere Donalds Problemlösungsverhalten. Der eigentliche Schlussgag ist so mies, dass er den ansonsten guten Eindruck der Geschichte etwas trübt. Der von Evert Geradts erdachte und im Magic Eye Studio gezeichnete Siebenseiter stammt aus dem Jahre 2014, wurde allerdings erst nach sechs Jahren veröffentlicht. In der 25. Ausgabe des niederländischen Donald-Duck-Magazins hieß er im vergangenen Jahr »Kortste Weg«, zu Deutsch »Der kürzeste Weg«.

Der Zehnseiter »Gesundheitsgemüse« ist ein Klassiker von Carl Barks, der im April 1943 in der 31. Ausgabe des Magazins »Walt Disney's Comics and Stories« in den Vereinigten Staaten erstmals veröffentlicht wurde. In Deutschland wurde er seitdem auch schon häufig abgedruckt, bisweilen wurde der Titel in »Der Öko-Garten« umgewandelt. Im Micky Maus Magazin war er bis dato noch nicht gelandet, so dass wir an dieser Stelle ausnahmsweise keinen Vergleich aufstellen können, wie er sich im Laufe der Zeit verändert hat. Hierbei handelt es sich um einen Comic, der sehr stark an die kurzen Zeichentrickfilme erinnert, die zu jener Zeit rund um Donald Duck erschienen sind. Donald möchte Gemüse aussäen, kann sich dabei jedoch nicht gegen drei Krähen durchsetzen, die ihm die ausgestreuten Körner gleich wieder wegfuttern. Als »Dokument der Zeitgeschichte« sicherlich ein interessanter Beitrag, vor allem natürlich für diejenigen, die den Comic vorher noch nicht gelesen hatten. Man kann allerdings auch nicht behaupten, dass es sich dabei um den allerbesten Carl-Barks-Klassiker handelt.

Die Tiefpunkte

Als Extra lag dem Heft dieses Mal eine »fiese Kack-Schleuder« dabei. Sieht man mal davon ab, dass es nun ganz und gar nicht unser Humorzentrum getroffen hätte, mit einem auf Tierhaare geradezu magnetisch wirkenden Gummiexkrement herumzuballern, funktioniert die Schleuder schlicht und ergreifend nicht richtig. Man muss das Defäkat einspannen und in die Länge ziehen, aber es klemmt so fest an der Schleuder, dass es sich durch den Schwung nicht löst. Kurzum: Die Schleuder hat Verstopfung. Pfui Teufel!

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

In einer Fußnote ist die »irre Info« abgedruckt worden, dass sich Friedrich Schiller einst faule Äpfel in die Schreibtischschublade gelegt hat, weil ihn der Geruch »auf gute Ideen« brachte. Eine nette fröhliche Information, die einiges von ihrer Fröhlichkeit einbüßt, wenn man darauf hinweisen würde, dass das, was von den faulen Äpfeln produziert wurde, Ethylen war. Kurzum: Die Fußnote hätte auch »Irre Infos: Sniffen macht kreativ« lauten können.

Fazit

Mit dem wirklich exzellenten letzten Heft konnte diese Ausgabe des Micky Maus Magazins leider nicht mithalten. Man würde dem Heft allerdings auch unrecht tun, wenn man es schlechtreden würde. Das Hauptproblem war, dass vieles darin abgedruckt wurde, was man einfach schon aus vielen anderen Geschichten kannte und es mit der Kreativität nicht allzu weit her war. Daher geht der Daumen dieses Mal nur in die Mitte. Das kommende Heft wird am 19. März erscheinen und einen »Phantomias-Flipper« als Beilage beinhalten.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 149 (47,5%)
Gesundheitsgemüse
2
 
 75 (23,9%)
Blume aus dem Weltall
3
 
 44 (14,0%)
Kurzer weg zum Lärm
4
 
 27 (8,6%)
Einfach schwierig
5
 
 19 (6,1%)
Flotte Flösse
An der Umfrage haben 314 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz