Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
43.230 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Sandras_buecher...«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 Entengeschichten 06/20: RayFox und Felix Neureuther ... mit Schnäbeln
Mit ein paar Tagen Verspätung präsentieren wir euch hier die neueste Ausgabe unserer »Entengeschichten«, in denen wir für Eltern mit Comics lesenden Kindern und alle anderen Freunde von Disneys Enten- und Mäusestorys die jeweils aktuelle Ausgabe des Micky Maus Magazins betrachten. Heute geht es um die Ausgabe der Kinder- und Jugendzeitschrift, die am 6. März veröffentlicht wurde.

Die Höhepunkte

Der Achtseiter »Fehl am Platz« ist schon acht Jahre alt, wurde offenbar zuvor aber noch nie auf Deutsch veröffentlicht. Der niederländische Comic stammt von Ruud Straatmann und wurde von Jordi Alfonso und Tony Fernández gezeichnet. Erzählt wird eine Geschichte, in der Dagobert Duck als verschollen gemeldet wird, nachdem sein Flugzeug von allen Radaren verschwindet. Donald nimmt fortan seine Position im Duck'schen Unternehmen ein und geht dabei höchst verschwenderisch vor. Die Story weist gewisse inhaltliche Überschneidungen zur 1951er Frank-McSavage-Geschichte »Die Erbschaft« auf, die als Zweiteiler in den Micky-Maus-Ausgaben 23/1958 und 24/1958 abgedruckt wurde und die eines unserer Teammitglieder zufälligerweise dieser Tage gelesen hat. So oder so ist sie aber ganz unterhaltsam und durch einen Teil der Schlusspointe (Spoiler: Dagobert Duck erzeugt zum Steuersparen gezielt Verluste) sogar ein wenig unterschwellig systemkritisch.

Die übrigen Comics

Der diesmalige Titelcomic »Entenhausen sucht den Web-Star« greift die altbekannte Fehde von Donald Duck gegen Gustav Gans auf und führt sie - der Zeit angepasst - ins Internet, genauer gesagt zu YouTube, das in diesem Fall als »DuTube« bezeichnet wird. Dank des Kurzauftritts eines (in entsprechenden Kreisen) offenbar recht bekannten deutschen Vloggers namens namens »RayFox« - laut Internet der Cousin der auch über den Kosmos der sozialen Medien hinaus bekannten Influencerin Bianca »Bibi« Claßen - generierte die Geschichte etwas mehr Medienaufmerksamkeit als üblich. Selbst im österreichischen Standard wurde darüber berichtet. Und a propos Standard: Trotz »moderner« Rahmenbedingungen bietet die Story eigentlich nichts anders als das Übliche, das man von den Donald-gegen-Gustav-Storys kennt. Dass die Geschichte ursprünglich vom Finnen Jaakko Seppälä stammt und von Miguel umgesetzt wurde, deutet nebenbei darauf hin, dass es sich hier um einen länderspezifisch angepassten Comic handelt, bei welcher der »Gaststar« variiert. Dazu ließ sich leider nichts Näheres finden.

Auch im zweiten Comic der Ausgabe, der den Titel »Lasst die Spiele beginnen« trägt, gibt es mit Felix Neureuther einen Gaststar aus der tatsächlichen Welt. Dieser trainiert Tick, Trick und Track, die gegen Donald in einem sportlichen Wettbewerb antreten, um eine neue Spielkonsole zu gewinnen. Die Geschichte ist offenbar in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund anlässlich des fünfzigsten Geburtstages dessen Maskottchens »Trimmy« entstanden, worüber der DOSB hier informierte. Das Ansinnen des Siebenseiters, Kinder zum Bewegen zu motivieren, klingt natürlich redlich und gut, so richtig unterhaltsam oder innovativ ist die Story aber leider nicht. Das Magazin GamesWirtschaft ermittelte inzwischen offenbar, dass der Sportbund den Abdruck der als konsolenkritisch interpretierbaren Geschichte bezahlt hat. Aus der unbeteiligten »Draufsicht« sind sowohl die Intention des Sportbundes als auch das Naserümpfen der Games-Welt nachvollziehbar, schlussendlich dürfte sich die Spielebranche aber ohnehin keine Sorgen machen müssen, dass ein Kind auch nur eine einzige Minute weniger zocken wird, weil es im Micky Maus Magazin gesehen hat, dass selbst Laufbänder ganz nett sein können. ;)

Nebenbei: Da das stundenlange Schauen von YouTube-Videos für die körperliche Fitness noch weniger förderlich sein dürfte als Konsolenspiele, bei denen es inzwischen ja durchaus auch ein paar recht »aktive« Eingabegeräte gibt, ist es eh ein wenig unglücklich, dass die Story direkt auf ein comicgewordenes Loblied auf YouTube folgt. ;)

Der Carl-Barks-Comic »Der Unglückstag« aus dem Jahre 1950 wurde schon einige Male in den »tollsten Geschickten von Donald Duck« sowie einer Carl-Barks-Kollektion abgedruckt, unseres Wissens aber noch nicht im Micky Maus Magazin. Falls doch, dann möge man uns bitte korrigieren. In der von Dr. Erika Fuchs übersetzten Geschichte sind Tick, Trick und Track mit ihrem Onkel im Wald unterwegs, wo dieser ihnen seinen Mut unter Beweis stellen möchte. Carl Barks hat sicherlich bessere Geschichten ersonnen, nichtsdestotrotz ist dies einmal mehr eine nette Zeitreise in die Duck'sche Vergangenheit. Da darin zu dritt auf einem Schwein geritten wird und Felle vorkommen, die Bären vom Leib gezogen wurden, würde die Story vermutlich in der heutigen Zeit nicht mehr so gezeichnet werden.

Die Tiefpunkte

Beim letzten Mal hatten wir schon erwähnt, dass die Lösung des damaligen Rätselcomics »Gestohlenes Gemüse« vermutlich durch die Kolorierung erschwert wurde. Da nun die Lösung präsentiert wurde, können wir an dieser Stelle noch einmal darauf eingehen, auch wenn es sich eigentlich um einen Fehler aus Ausgabe 5/2020 handelt: Beim Gemüsewettbewerb stahl eine Konkurrentin von Dussel Duck dessen Riesenrettich und »verkleidete« ihn mit Hilfe ihres Kopftuchs und ihres Schals als kleinen Jungen. Sowohl das Kopftuch als auch der Schal wurden im Abschlussbild komplett andersfarbig dargestellt als beim ersten Auftauchen der beiden Objekte. Dass solch ein Fehler beim Lektorat nicht auffällt und auch bei der Präsentation der Auflösung einfach ignoriert wird, ist schon ziemlich schwach.

Und a propos Rätselcomics: Die Lösung des Einseiters »Zwei Schüsse im Dunkeln« ist schon so oft in Disney-Rätselcomics vorgekommen, dass inzwischen jeder Comicleser sofort beim Anblick eines zerbrochenen Fensters darauf kommen dürfte. Selbst uralte Rätselcomics, in deren Mittelpunkt noch der Mäusedetektiv Basil stand, hatten die gleiche Lösung.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extrabeilage des Heftes gab es dieses Mal ein »Agenten-Set«, bestehend aus einem kleinen Notizblock, einer Lupe, einem scheinbar unsichtbar schreibenden »UV-Stift« sowie einem »UV-Licht«, mit dem man das Unsichtbare anschließend wieder sichtbar machen kann. Wir haben das Ganze dieses Mal nicht getestet, da für das Licht eine Batterie notwendig gewesen wäre, schlussendlich ist aber alles besser als die ansonsten so häufig beigelegten Schießspielzeuge.

Fazit

Nach dem überdurchschnittlich guten letzten Micky Maus Magazin war dieses hier leider am unteren Rand anzusiedeln. Fans von RayFox beurteilen den Auftaktcomic womöglich aufgrund dessen Auftretens ein wenig anders als wir, so aber erschien uns das Ganze eher schwach. Zumal das Auftreten von Prominenten, denen ein Schnabel ins Gesicht gezeichnet wurde, storytechnische Defizite nicht ausgleichen kann. Hoffen wir also auf die nächste Ausgabe!


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 132 (42,2%)
Ein Unglückstag
2
 
 96 (30,7%)
Entenhausen sucht den Web-Star
3
 
 51 (16,3%)
Fehl am Platz
4
 
 21 (6,7%)
Lasst die Spiele beginnen
5
 
 8 (2,6%)
Das passt!
6
 
 5 (1,6%)
Wandern auf Wolken
An der Umfrage haben 313 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz