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 Entengeschichten 04/21: TikTok-Enten und Pustewölfe
Vor rund zwei Wochen besprachen wir an dieser Stelle die dritte Ausgabe des Micky Maus Magazins des Jahres 2021, und wir empfanden die Ausgabe als ziemlichd urchschnittlich. Abgesehen von einer ganz ordentlichen Geschichte, in der Micky und Goofy einen Cold Case aufklärten, der plötzlich wieder aktuell geworden war, befand sich nicht allzu viel Lesenswertes in dem Heft. Unsere damalige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Die vierte Ausgabe des Jahres wurde nun am 5. Februar herausgegeben, und wir haben sie uns angesehen.

Die Höhepunkte

Nun, so ein richtiger storytechnischer Höhepunkt kann aus dieser Ausgabe eigentlich nicht vermeldet werden. Deshalb führen wir an dieser Stelle eine Geschichte an, die uns aus Nostalgiegründen ziemlich gut gefallen hat. Während in den früheren Ausgaben des Magazins stets ein Besuch im Entenhausener Wäldchen abgestattet wurde und die Geschichten um den kleinen und großen bösen Wolf in nahezu jedem Heft abgedruckt wurden, war es in den vergangenen Jahren sehr still um die Tiere des Waldes geworden. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise nur ein einziger Ede-Wolf-Comic abgedruckt. Die damalige Heftbesprechung aus dem August findet ihr an dieser Stelle.

Im neuen Heft gab es Ede Wolfs Rückkehr im Rahmen des Comics »Sturmangriff«. Dabei handelte es sich um eine Rückbesinnung in doppelter Hinsicht, denn der große böse Wolf kehrte zu der Methode des Schweinchenfangens zurück, die ihn einst bekannt gemacht hatte: Er versucht ihr Haus niederzupusten. Wir empfanden den Fünfseiter als einen netten Ausflug in die Geschichte des Micky Maus Magazins. Der 2019 von Frank Jonker erdachte und von Massimo Fecchi gezeichnete Comic hieß im niederländischen Original »Blazen«, zu Deutsch »Pusten«. Er wurde erstmals am 13. Februar des vergangenen Jahren im holländischen Donald-Duck-Magazin abgedruckt.

Die übrigen Comics

Der auf der Titelseite als »Comic-Highlight« beschriebene Zehnseiter »Tok-Tik-Fieber« stammt aus der Feder von Maya Astrup und wurde von Paco Rodríguez gezeichnet. Darin sind zunächst Tick, Trick Track im Fieber einer neuen App, die TikTok nicht nur namentlich sehr ähnelt, sondern auch in ihrer gesamten Machart sehr stark an die umstrittene Kinderzeit-Verbrennerei erinnert. Donald verbietet seinen Neffen die Handys, dann rasselt er selbst in den Tok-Tik-Wahn und geht auf die Jagd nach Followern. Uns erschien der Comic ein Stück zu überzogen, allerdings passt es natürlich zum Zeitgeist, die App mal in einer Entengeschichte zu verarbeiten. Und vermutlich können sich insbesondere junge Leser des Magazins auch ziemlich für den Comic erwärmen. Von daher gilt das gleiche wie für TikTok selbst: Man muss nicht verstehen, was die Leute daran finden, aber man muss es hinnehmen.

Der von Ruud Straatman erdachte, von Sander Gulien skizzierte und von Tony Fernández gezeichnete Siebenseiter »Weggeputzt« ist ... nun ja, etwas schwierig. Darin geht im Geldspeicher das Putzmittel aus, das Donald einsetzen soll, um die Taler seines Onkels zu wienern. Ihm wird der Auftrag erteilt, eine neue Flasche zu besorgen, und aus Kostengründen wendet er sich an Daniel Düsentrieb. Natürlich kommt es zu Komplikationen. Bis zu einem gewissen Punkt ist die Geschichte in Ordnung, aber das Ende ist einfach ein Stück zu abstrus. Wir standen deswegen sogar kurz davor, diesen Comic in die Rubrik der Tiefpunkte der Ausgabe zu verfrachten. Die Geschichte stammt übrigens aus dem Jahre 2014, es dauerte jedoch bis zum 27. Juni 2019, ehe sie im niederländischen Donald-Duck-Magazin als »Digitaal gedonder« (Digitaler Donner) veröffentlicht wurde. Kein Wunder, dass man sich so lange Zeit gelassen hat.

Die 2019 von Sune Troelstrup geschaffene und von Fabrizio Petrossi gezeichnete Geschichte »Ruf der Sterne« ist fünf Seiten lang und erzählt von einem Meteoriteneinschlag, der die Aufmerksamkeit von Pluto erregt. Mickys Hund will den Stein behalten, aber auch Kater Karlo entwickelt ein großes Interesse an dem Klumpen aus dem All. Schlussendlich entpuppt sich der Meteorit nicht als das, wonach er aussah. Eine nette kleine Geschichte für zwischendurch, die niemandem wehtun dürfte, die aber auch nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird ... zumal es vergleichbare Geschichten schon zu Hauf gab.

Zehn Seiten ist der Comic »Der Opernfreund« lang, in dem Donald von der Begeisterung für Opern allgemein und von einem Sänger namens Oscar Tortellini im Besonderen gepackt ist. Tortellini gibt ein Gastspiel in Entenhausen, und Donald will mit Daisy unbedingt hingehen. Karten zu bekommen gestaltet sich jedoch als schwierig, und so hat Donald mehrere Tage lang schwer zu kämpfen. Wie das Ganze ausgeht, erahnt man schon nach der Hälfte des Comics. Geschaffen wurde das gute Stück von John Antrobus und Dave Angus bereits im Jahre 1984. Er wurde von Daniel Branca gezeichnet, was auch der Grund ist, warum »Der Opernfreund« in dieser Ausgabe gelandet ist, denn derzeit wird eine Branca-Story pro Heft veröffentlicht. Es ist nicht das erste Mal, dass man das Schicksal des Opernfreundes im Micky Maus Magazin zu Gesicht bekommen konnte, denn bereits im 43. Heft des Jahres 1985 wurde das gute Stück abgedruckt. Damals hatte es sich noch um die Titelstory gehandelt. Die Kolorierung ist dieses Mal deutlich hübscher ausgefallen als damals, und auch die Sprechblasen wurden neu übersetzt. Dabei kam es zu Modernisierungen, so besucht Daisy beispielsweise keinen Nähkurs und keinen Tanzkurs mehr, sondern einen Yogakurs und einen Malkurs. Beschimpfungen wie »Wohl besoffen!« und »Verschwinde, Krawallschachtel!« wurden ersatzlos gestrichen. Und Donald marschiert nicht mehr zu »eins, zwei, eins, zwei«, sondern zu Mo-Dos »Eins, zwei, Polizei«. Haben wir 2021 oder 1994? Und ist das wirklich die Songauswahl, mit der sich ein Opernfan wachhalten würde? Schade jedenfalls, dass Fabio Frittelli das nicht mehr erleben konnte!

Die Tiefpunkte

Wir sind dieses Mal gnädig: Nichts war so schwach, dass es die Einstufung in die Tiefpunkte-Rubrik unbedingt verdient hätte. Gut, der »Entenkurier« ist natürlich purer Nonsens, aber das ist man nach all den Jahren einfach gewohnt, und man schaut ihn sich sowieso nur flüchtig an, weil man schon weiß, was man bekommt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Als Extra enthielt diese Ausgabe des Micky Maus Magazins einen orangenen »Glibber-Kraken«, den man in die Länge ziehen und wieder kleinmachen kann. Ganz nett, wenngleich die Oberfläche ein ziemlicher Magnet für Fusseln oder - in unserem Fall - Tierhaare sein kann. Eines gilt letztlich wie immer: So lange kein Waffenspielzeug und kein kaputtes Gerümpel beigelegt wurde, sind wir nicht unzufrieden. Und so ist das auch dieses Mal der Fall.

Fazit

Schlussendlich entpuppte sich auch diese Ausgabe des Micky Maus Magazins wieder als ein recht durchschnittliches Heft. Es gab nicht allzuviel auszusetzen, aber so richtig gut war es dann auch wieder nicht. Das kommende Magazin wird am 19. Februar folgen, dann wird dem Heft eine SuperZings-Figur und ein »Micky-Maus-Comicbuch« beiliegen. Vermutlich werden auf diese Weise Restbestände aus dem Lager gespült. Uns soll's recht sein, denn Comics sind die besten Beilagen, welche die frühere größte Jugendzeitschrift der Welt haben kann.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 250 (57,2%)
Der Opernfreund
2
 
 107 (24,5%)
Tok-Tik-Fieber
3
 
 49 (11,2%)
Sturmangriff
4
 
 22 (5,0%)
Ruf der Sterne
5
 
 9 (2,1%)
Weggeputzt
An der Umfrage haben 437 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz