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 Entengeschichten 04/20: Eiskunstwerke und Ersatzbrieftauben
In unseren »Entengeschichten« betrachten wir die jeweils aktuelle Ausgabe des Micky Maus Magazins für all diejenigen unter euch, deren Kinder das richtige Alter haben, um sich für die Bildergeschichten aus dem Hause Disney zu begeistern, zudem für alle jung gebliebenen Leute, die unabhängig von ihrem Alter immer noch gerne in die neuesten Abenteuer von Donald & Co. hineinschnuppern. Dieses Mal durchleuchten wir - leider mit ein wenig Verspätung - die Ausgabe des Magazins, die am 7. Februar veröffentlicht wurde.

Die Höhepunkte

Die von den Machern zum »Top-Comic« der Woche auserkorene Geschichte »Kampf um den Schnee-Ball« hat das Prädikat dieses Mal wirklich verdient. Die 2019 von Pat und Carol McGreal ersonnene Story, die von Paco Rodriguez gezeichnet wurde, ist eine klassische Donald-gegen-Gustav-Wettbewebsstory, wie man sie schon seit Jahrzehnten aus dem Magazin kennt, jedoch transferiert in ein modernes Gewand und auf wunderbare Weise zu Ende geschrieben inklusive eines runden - romantischen - Abschlusses. Eine wirklich feine Geschichte, die obendrein auch angesichts des anstehenden Valentinstags sehr gut terminiert wurde ... auch wenn sich vermutlich die wenigsten Micky-Maus-Leser schon für den Valentinstag interessieren dürften. ;)

Der 1954 von Carl Barks erschaffene Klassiker »Iceboat to Beaver Island« erschien schon mindestens zwei Mal im Micky Maus Magazin (und in zahlreichen anderen deutschsprachigen Disney-Publikationen). Im 1. Novemberheft 1956 hatte die von Erika Fuchs veröffentlichte Story noch keinen Titel, im Heft 4/1987 wurde sie dann als »Der Hilfsbrieftaubenpostbote« bezeichnet. Dieser Titel wurde beibehalten, es ist lediglich ein Bindestrich hinzugekommen. Eine Skurrilität ist dabei, dass durch die über die Jahre neu erfolgten Kolorierungen ein Wechsel der Identitäten von Tick, Trick und Track stattgefunden hat. Um es beispielhaft am Eröffnungsbild aufzuzeigen: 1956 standen die drei in der Reihenfolge Trick, Tick, Track nebeneinander, 1987 wechselten sie auf Track, Tick, Trick, dieses Mal sortierten sie sich in der Reihenfolge Tick, Track, Trick auf. Zweite Skurrilität: Die Biberinsel heißt in der deutschen Version Robbeninsel. Unabhängig von Identitäten tauschenden Jungenten und wechselnden Inselnamen ist die Kombination aus Carl Barks und Erika Fuchs einfach immer unschlagbar.

Die übrigen Comics

In dem 2018 von Jaakko Seppälä erdachten und von Paco Rodriguez gestalteten Comic »Im Krimi-Express« reisen Micky und Minnie mit einer Dampflok durch verschneite Lande und lassen sich von einem inszenierten (interaktiven) Kriminalfall berieseln, ehe es dann zu einem tatsächlichen Verbrechen kommt. Letztlich eine der typischen Micky-Ermittler-Geschichten, die nicht schlecht sind, allerdings auch ein wenig unter der kontinuierlichen Unschlagbarkeit des Protagonisten leiden.

In der von Gaute Moe ausgearbeiteten und von Nuñez in Bilder gegossenen Story »Neue Freunde« geht es abermals um das Beziehungsdreieck von Daisy, Donald und Gustav. Während der »Kampf um den Schnee-Ball« absolut stimmig ist, ist dies hier eine eher belanglose Story über Eifersüchteleien inklusive eines etwas an den Haaren herbeigezogenen und überdrehten »Clubs« sowie einer Ente, an der die Emanzipation vorbeigegangen ist. Nicht generell schlecht, aufgrund des ähnlichen Themas steht die Geschichte jedoch schwer im Schatten der Titelstory.

Die Onkel-Dagobert-Geschichte »Angeln tut gut« aus dem Jahre 2012, in welcher die überarbeitete reichste Ente der Welt kürzer treten soll, ist zwar ein wenig albern, aber mit ihren drei Seiten nicht zu lang, und ein im Geld badender Dagobert und ein Taler polierender Donald vermitteln einfach immer wieder nostalgische Gefühle, mit denen man sich an die »gute alte Zeit« erinnert, in der man diese Comics noch selbst tagtäglich verschlang.

Die Tiefpunkte

Dieses Mal gab es nur Kleinigkeiten zu bemängeln. So war beispielsweise der »Startlacher« - vorsichtig ausgedrückt - nicht das Gelbe vom Ei. Das »Trickrätsel zum Reinlegen« wurde auf vollkommen willkürliche Weise aufgelöst und es lässt sich nicht nachvollziehen, warum Kinder darauf hätten kommen sollen (oder was der Sinn des Ganzen ist). Und die »Information«, alle Eisbären seien Linkshänder, ist ein Hoax. Es hätte nur wenige Sekunden Recheche bedurft, um den Fehler zu erkennen, ehe man ihn zehntausenden Kindern auftischt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Nach den fragwürdigen Stickern der vorausgegangenen Ausgabe und den noch viel fragwürdigeren Spielzeugwaffen, die dem Magazin regelmäßig beiliegen, war dieses Mal eine zehn Zentimeter langer und sechzig Gramm schwere Gummikakerlake beigelegt. »Horror«-Spielzeuge dieser Art gab es in der Vergangenheit auch schon sporadisch, insbesondere rund um Halloween, und sie gehören definitiv zu den kreativeren Beilagen. Kleine Einschränkung: Ihr Material neigt dazu, Staub, Tierhaare & Co. magnetisch anzuziehen.

Für den Rätselcomic »Verbrechen am Valentinstag« waren wir selbst zu töricht. Schade, dass es die Lösungen seit einigen Monaten nicht mehr auf der offiziellen Webseite gibt, so dass wir zwei Wochen warten müssen, ehe wir erfahren werden, wie blind wir waren.

Fazit

Insbesondere dank des exzellenten Auftaktcomics und der Carl-Barks-Geschichte handelte es sich um eine lesenswerte Ausgabe des Micky Maus Magazins, bei der nicht einmal die sonst so oft katastrophale Extrabeilage enttäuschte.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 148 (45,3%)
Der Hilfsbrieftauben-Postbote
2
 
 118 (36,1%)
Kampf um den Schnee-Ball
3
 
 33 (10,1%)
Angeln tut gut
4
 
 12 (3,7%)
Im Krimi-Express
5
 
 11 (3,4%)
Neue Freunde
6
 
 5 (1,5%)
Freischwimmer
An der Umfrage haben 327 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz