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 Entengeschichten 03/21: Höfliche Diebe und wandernde Bauwerke
Vor zwei Wochen hatten wir das die damalige Ausgabe des Micky Maus Magazins analysiert und waren zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine recht durchschnittliche Ausgabe handelte. Richtig lesenswert wäre sie allenfalls dann gewesen, wenn man den darin abgedruckten Vicar-Comic noch nicht gekannt haben sollte, der in der Vergangenheit schon recht häufig recycelt wurde. Unseren Artikel könnt ihr nach wie vor an dieser Stelle nachlesen. Dieser Tage ist nun eine neue Ausgabe erschienen, datiert auf den 22. Januar. Diese haben wir uns nun ebenfalls angesehen.

Die Höhepunkte

Als den besten Beitrag dieser Ausgabe empfanden wir die zehnseitige Micky- und Goofy-Geschichte »Die Statuen des Herakles«, die 2020 von Jaakko Seppälä verfasst wurde und von Petrossi zeichnerisch umgesetzt wurde. Die beiden Helden befinden sich darin in Griechenland und versuchen sich als Hobby-Archäologen, als ihnen eine Kiste mit einer antiken Herakles-Statue vor die Füße fällt. Sie bringen sie ins Museum, wo sie erfahren, dass sie einem Schatz entstammt, der siebzig Jahre zuvor von einem »höflichen« Dieb gestohlen wurde. Jener Dieb soll nach all dieser Zeit wieder zurückgekehrt sein. Natürlich kann man auf zehn Seiten keine komplexe Ermittlerstory erwarten, wie sie etwa im Lustigen Taschenbuch entfaltet werden könnte, aber für das, was die Geschichte war, wurde hier ganz ordentlich abgeliefert. Ein bißchen Ermittlerarbeit, eine Prise Spaß, eine Portion Spannung und ein alberner Schlussgag machen aus »Die Statuen des Herakles« einen ordentlichen Beitrag zu diesem Heft. Nett gezeichnet war er obendrein auch noch.

Die übrigen Comics

Der auf der Titelseite des Magazins als »Topcomic« vorangekündigte Zehnseiter »Ein Fehler kommt selten allein« wurde 2020 von Andreas Pihl geschrieben und von Wanda Gattino gezeichnet. Die Panzerknacker begeben sich darin in Verkleidung eines Handwerkerteams zum Geldspeicher, um so zu tun, als würden sie die äußeren Sicherheitsanlagen warten. Stattdessen bauen sie jedoch Beine an das Gebäude, die den Speicher in der Nacht dazu bringen, aufzustehen und zu verschwinden. Nun ... zweifelsohne muss man der Geschichte attestieren, dass die Idee neu und unverbraucht ist. Sie ist aber auch reichlich absurd. Immerhin war es mal einer der seltenen Comics, in denen Dagobert Ducks Sekretärin Frau Rührig nicht nur emsiges Beiwerk ohne große Bedeutung war, sondern auch einmal selbst richtig in Aktion treten konte.

«Keine Koch-Künstler« wurde 2013 von Pasqua Heymans geschrieben und von seinem Vater Bas Heymans gezeichnet. Die Erstveröffentlichung des Sechsseiters erfolgte am 20. November des Jahres 2015 als »Kookwedstrijd« (Wettstreit im Kochen) im niederländischen Donald-Duck-Magazin. Gustav und Donald streiten sich darin mal wieder und beleidigen in diesem Atemzug die Kochkünste von Daisy. Diese fordert die Streithähne daraufhin auf, ihrerseits etwas zu kochen, und sollte es ihr nicht schmecken, würde sie die beiden nie wieder sehen wollen. Was dabei herausgekommen ist, ist eine ganz nette kleine Geschichte mit einem Heilewelt-Ende. Die Zeichnungen sind recht abgespeckt gehalten und erinnern bisweilen an Disney-Comics aus uralten Ausgaben des Micky Maus Magazins, was eigentlich ganz schön war.

«Der Fensterputzer« ist - was das Alter angeht - ein Klassiker aus dem Jahre 1978, der von Tom Anderson geschrieben und von Daniel Branca gezeichnet wurde. Der dänische Neunseiter hieß ursprünglich »Vinduespudsereksperten«, was »Experte im Fensterputzen« bedeutet. Offenbar wurde er bis 2013 niemals veröffentlicht, wenn die im Internet dazu auffindbaren Quellen stimmen sollten. Das erscheint uns ein wenig rätselhaft. Die Erstveröffentlichung erfolgte dann auch noch ausgerechnet auf Deutsch, in anderen Ländern musste man noch länger auf den Comic warten. Hierzulande wurde sie am 15. Oktober 2013 in der 22. Spezialausgabe der »tollsten Geschichten von Donald« abgedruckt. Donald entpuppt sich darin als hervorragender Fensterputzer, bekommt einen großen Auftrag nach dem nächsten, und den letzten versiebt er derart, dass er flüchten muss. Das wäre alles recht witzig, wenn man es nicht schon gefühlte tausend Mal in exakt der gleichen Form gelesen hätte. Nur der Job, den Donald perfekt ausführt, ist immer ein anderer. Selbst das Ziel seiner Flucht (Timbuktu) kam schon häufig vor. Daher: Eine Geschichte, die theoretisch ganz okay wäre, wäre sie nicht so ausgelutscht.

Die Tiefpunkte

In dieser Rubrik platzieren wir nur selten einen der Comics, aber die dreiseitige Geschichte »Alte Schachteln« empfanden wir als außergewöhnlich dümmlich. Donald und die Kinder nehmen darin an einem Gewinnspiel eines Breiherstellers teil, der 1.000 Taler an einen Konsumenten zahlt, der tausend leere Packungen seines Breis vorweisen kann. Donald erwirbt daraufhin hunderte leere Packungen von Entenhausener Einwohnern und zahlt jedem von ihnen einen Taler pro Box. Am Ende verdient er durch das Gewinnspiel nur einen Taler. Ernsthaft: Dass Donald gemäß seiner Charakterzeichnung nicht die größte Leuchte ist, das ist ja in Ordnung, aber hier wird er einfach als grenzdebil dargestellt. Und wenn der Geist des gezeichneten Erpels beleidigt wird, dann wird auch der Geist des Lesers beleidigt, der das gut finden soll. Geschrieben wurde die Geschichte übrigens von Ruud Straatman, für die Skizzen war Sander Gulien zuständig, die eigentlichen Zeichnungen erledigte Tony Fernández. Obgleich der Comic schon 2012 entstand, dauerte es bis zum 27. März 2015, eher er im niederländischen Donald-Duck-Magazin als »Duizend bonnen« (Tausend Gutscheine) erstmals veröffentlicht wurde.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Während das beigelegte Extra zum Magazin häufig von uns in der Kategorie der »Tiefpunkte« erwähnt wird, können wir dieses Mal weder etwas richtig negatives noch etwas positives schreiben. Dem Heft lag eine »coole Alien-Lampe« bei. Betrachtet man das noch verpackte Heft, könnte man vielleicht auf die Idee kommen, das ganze Aliengesicht könne schimmern, aber wenn man erst einmal zwei AAA-Batterien eingesetzt hat und das Ding anschaltet, dann erkennt man, dass nur eine kleine Diode in der Mitte des Plastikgesichts leuchtet. Was Anlass zur Frage gibt: Warum wurde dann überhaupt die seltsame Form gewählt, anstatt einfach eine kleine Taschenlampe beizulegen? Sehr merkwürdig. Immerhin muss man den Machern des Magazins zugestehen, dass auch niemand von deren Seite behauptet hat, dass das ganze Gesicht leuchten würde. Und im Gegensatz zu den vielen sonstigen kaputten Beilagen und den Waffenspielzeugen sticht die »Alien-Lampe« nicht übermäßig negativ heraus. Nichtsdestotrotz gibt es definitiv viel, viel sinnvollere Verwendungen für zwei Batterien.

Fazit

Schlussendlich hat sich diese Ausgabe des Micky Maus Magazins als ebenso durchschnittlich entpuppt wie die vorausgegangene. Die meisten Geschichten waren »solala«, eine war gut, eine schwach, und alles andere war auch irgendwie unspektakulär. So ergibt sich hier ein Heft, das einem ein paar Minuten Ablenkung vom Alltag verschafft, an das man sich aber vermutlich in zwei Wochen kaum noch erinnern wird, wenn man gefragt werden würde, welche Storys darin abgedruckt waren.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 155 (33,0%)
Der Fensterputzer
2
 
 127 (27,0%)
Ein Fehler kommt selten allein
3
 
 103 (21,9%)
Die Statuen des Herakles
4
 
 54 (11,5%)
Keine Koch-Künstler
5
 
 13 (2,8%)
Alte Schachteln
6
 
 9 (1,9%)
Eisbär-Alarm
6
 
 9 (1,9%)
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz