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 Entengeschichten 02/21: Sprechende Hunde und wahnsinnige Lehrer
In der Weihnachtszeit nahmen wir an dieser Stelle das letzte Micky Maus Magazin des vergangenen Jahres unter die Lupe, das eigentlich das erste Magazin des neuen Jahres war ... zumindest wenn man nach der Nummerierung auf dem Cover geht. Es handelte sich um eine ganz ordentliche Ausgabe, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Inzwischen ist eine neue Ausgabe erschienen, und sie wurde auf den 8. Januar datiert. Auch diese haben wir uns angesehen.

Die Höhepunkte

Nun ... so weit, dass wir einen der Comics, die im zweiten Micky Maus Magazin des Jahres abgedruckt wurden, als »Höhepunkt« einstufen könnten, können wir dieses Mal leider nicht gehen. Aber so viel sei auch schon mal gesagt: Das bedeutet nicht zwingend, dass das Heft auffällig schlecht gewesen wäre. Es befand sich schlichtweg kein Comic darin, der so sehr herausragte, wie es in der Vergangenheit andere Geschichten getan haben.

Die übrigen Comics

Der auf dem Heftcover als »Top-Comic« eingestufte Zehnseiter »Herr Wicky und die Wahrheit« wurde vermutlich von dem (ebenfalls auf dem Heftcover erwähnten) zwanzigsten Geburtstag der Wikipedia inspiriert, denn Tick, Trick und Track nutzen darin die »Omnipedia«. Sie haben von einem Lehrer die Aufgabe bekommen, einen Aufsatz über den »genialen Andritsch« zu schreiben, der »Entenhausens größter Mann« gewesen sein soll und obendrein ein Vorfahre des Lehrers war. Die von Gorn Transgaard 2020 geschriebene und von Paco Rodríguez gezeichnete Story erweist sich als merkwürdig in mehrerlei Hinsicht, insbesonderes deshalb, weil der »größte Entenhausener« ein Mann war, von dem man bis hierhin noch nie etwas gehört hat, und weil es im Laufe der zehn Seiten zu diversen markanten Plätzen Entenhausens geht, die ebenfalls noch nie erwähnt wurden. Auch das Verhalten des Lehrers und die Reaktionen der Kinder auf ihn wirken ziemlich eigentümlich. Kurzum: Das stimmte alles eher ratlos, als dass es wirklich ein »Top-Comic« war.

Der niederländische Comic »Blitzschlag zum Glück« wurde 2018 von Hugo Sauer geschrieben, von Mau Heymans skizziert und von den Inkern des Comicup Studios reingezeichnet. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 24. Oktober 2019 im holländischen Donald-Duck-Wochenmagazin unter dem Titel »Naar de bliksem«, was offenbar »Zum Blitzen« bedeutet. Donald Duck versucht darin dreimal von einem Blitz getroffen zu werden, weil er gelesen hat, dass es dreimal wahrscheinlicher sei, vom Blitz getroffen zu werden als den Hauptgewinn im Lotto einzuheimsen. Auf diese Weise will er Lottomillionär werden. Äh ... was soll man zu einer solchen Idee sagen. Ein paar nette Zeichnungen und ein paar amüsante Panels sorgen für ordentliche Unterhaltung, die Grundidee ist aber einfach purer Nonsens.

«Ein besonderes Baby« wurde 2019 von Gaute Moe geschrieben und von Paco Rodríguez gezeichnet, offenbar gab es aber seitdem noch keine internationale Veröffentlichung. Donald Duck soll sich darin im Auftrage Daisys um ein Baby kümmer und erlebt mit diesem aberwitzige Dinge in einem Freizeitpark, ehe sich herausstellt, dass das Baby nicht das ist, für das es Donald hält. Auch hier gibt es einige ganz amüsante Panels, insgesamt ist das aber ähnlich übertrieben wie die Blitzgeschichte. Und dass Donald das falsche »Baby« am Wickel hat, ahnt man auch schon am Start der Story.

Der Dreiseiter »Kätzchen knuddeln«, in dem sich Dicky, Dacky und Ducky um eine Horde Katzen kümmern, weil sie damit ihr Taschengeld aufbessern möchten, wurde 2017 von Frank Joster geschrieben, von Sander Gulien skizziert und von Dorith Graef finalisiert. Zwei Jahre später, nämlich am 19. Juni 2019, erfolgte im niederländischen Donald-Duck-Magazin die Erstveröffentlichung. Damals trug der Comic den Titel »Kattenoppas«, was man wohl am besten mit »Katzensitter« übersetzen könnte. Eine sehr seichte Geschichte, die aber auch nicht mehr sein möchte als das, was sie ist. Das Aussehen der niederländischen Duckies, die seit einem 1998er Einseiter von Mau Heymans blonde Haare statt Schleifchen auf ihrem Kopf tragen, ist nach wie vor irritierend.

Bei dem Micky-Maus-Vierseiter »Vögel im Schnee« dachten wir einige Zeit darüber nach, ihn in die »Höhepunkte«-Kategorie zu verfrachten. Unserer Meinung nach handelte es sich um den besten Comic des Heftes, wenngleich es sich um eine reine Slapstick-Story handelte ... und zwar eine, die schon ziemlich alberne Tendenzen hatte. Man muss der Geschichte aber anrechnen, dass sie ein schönes nostalgisches Flair versprüht und einen beim Lesen ein wenig in die »gute alte Zeit« der uralten Micky- und Goofy-Zeichentrickfilme versetzt. Und das, obwohl es sich um einen Comic aus dem Jahre 2019 handelt. Witzig, warmherzig und dann auch noch passend zur Jahreszeit in einer verschneiten Landschaft angesiedelt. Schön! Geschrieben wurde das Ganze übrigens von Pat und Carol McGreal, die Zeichnungen steuerte Lourdes Rueda bei.

In den vergangenen Wochen haben die Macher des Micky Maus Magazins eine Reihe von Comics des großen Vicar recycelt, und das ist auch dieses Mal wieder geschehen. Der Zehnseiter »Ein Hundeleben« wurde von ihm 1987 auf Basis eines Skripts von Jack Sutter gezeichnet und fand schon im dreizehnten Heft des Jahres 1988 Verwendung. Damals war er die Auftaktgeschichte des Heftes, dieses Mal bildete er den Abschluss. Da wir die Comic schon von damals kannten, waren wir nicht übermäßig begeistert, generell ist er aber auch nicht der beste Vicar-Output aller Zeiten gewesen. Dagobert Duck möchte sich darin einen Hund anschaffen, was Gundel Gaukeley spitzbekommt, woraufhin sie sich selbst in einen Vierbeiner verhext, um vom reichsten Erpel der Welt adoptiert zu werden und dadurch in die Nähe seines Glückszehners zu gelangen. Wie von Neuabdrucken altbekannter Geschichten gewohnt, so wurden hier wieder viele Sprechblasen verändert. Die in einer von ihnen aufgeführte sprachlich holperige Buchbeschreibung »Es war übrigens über einen Hund« wurde seltsamerweise nicht ausgebessert. Ein paar Sprechblasen hörten sich 1988 amüsanter an, dafür ist die moderne Kolorierung einfach schöner anzusehen.

Die Tiefpunkte

Nachdem die Sonderbeilage des vergangenen Heftes ausnahmsweise eine ziemlich gute war - ein Überraschungsextra, bei dem es sich in unserem Fall um eine Ausgabe des Magazins »DuckTales Classics« handelte, ist man wieder auf den üblichen Standard-Tiefpunkt zurückgefallen. Sprich: Man hielt es wieder einmal für eine schlaue Idee, eine Spielzeugwaffe beizulegen. Dieses Mal können die jungen Leser mit einer Plastikpistole sechs Schüsse aufeinander abfeuern. Natürlich fehlte auch dieses Mal nicht der Hinweis, dass man damit nicht auf Menschen oder Tiere feuern sollte, auch wenn den Machern des Ganzes gewiss sehr bewusst sein wird, dass die Kinder damit fast ausschließlich auf Menschen oder Tiere feuern werden. Kleiner Vorteil für Abonnenten: Sie können die Hefte auf Wunsch auch ohne Beilage ordern.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Hier wollen wir dieses Mal nur ein paar willkürliche Gedanken einstreuen:
• Die Rätselcomics sind dieses Mal außergewöhnlich trivial ausgefallen.
• Beim Fußnoten-Hinweis, dass ein Mensch zu seiner Geburt über dreihundert Knochen verfügt, am Ende seines Lebens aber nur noch über 206, hätte man in einem Halbsatz auf das Zusammenwachsen der guten Stücke hinweisen können, um die jungen Leser nicht zu verwirren. Andererseits wurde das Heft bereits auf seinem Cover dem zwanzigjährigen Jubiläum der Wikipedia gewidmet, und womöglich wollten die Macher des Magazins die kleinen Leser ja auch nur dazu ermutigen, im Internet nach dem Grund zu stöbern.
• Die Fußnote, Amelia Earhart sei der erste Mensch gewesen, der von Hawaii nach Kalifornien flog, ist in dieser Form nicht korrekt. Sie war stattdessen die erste, die dieses Kunststück im Alleinflug vollbrachte.
• Dass sich der Begriff »Pinguin« vom latenischen Wort »pinguis« für »fett« ableitet, wie es in einer anderen Fußnote erläutert wird, ist nur eine von meheren unbestätigten Thesen.

Fazit

Insgesamt handelte es sich um ein durchschnittliches Micky-Maus-Heft, womit es nicht ganz an die ordentliche Nummer Eins des neuen Jahres heranreicht. Für diejenigen, die den Vicar-Comic noch nicht von früher kennen, ist das Heft womöglich interessant, um ihr »Disney-Fachwissen« ein wenig aufzubessern. Ansonsten handelt es sich um eine Ausgabe, die man mal in Ruhe nebenher wegschmökern kann, bei der es aber auch nicht allzu schlimm ist, wenn man sie auslässt. Das nächste Heft wird am 22. Januar erscheinen, vierzig Comic-Seiten enthalten und eine »coole« Alien-Maske als Beilage vorweisen.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 233 (55,5%)
Ein Hundeleben
2
 
 78 (18,6%)
Herr Wicky und die Wahrheit
3
 
 71 (16,9%)
Vögel im Schnee
4
 
 20 (4,8%)
Blitzschlag zum Glück
5
 
 13 (3,1%)
Ein besonderes Baby
6
 
 5 (1,2%)
Kätzchen knuddeln
An der Umfrage haben 420 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz