Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.647 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »andrej563«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 Entengeschichten 01/22: Merkwürdige Mondreisen und komische Kunstwerke
Zehn Tage sind verstrichen, seitdem wir hier das letzte auf das Jahr 2021 datierte Micky Maus Magazin besprochen haben. Es handelte sich um eine ganz und gar weihnachtliche Ausgabe, bei der jede Menge heile Welt durch die Seiten schwappte und die dadurch gekennzeichnet war, dass sich die Storykomponenten der einzelnen Comics bisweilen überschnitten. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Bei unserer Umfrage, welchen der enthaltenen Comics ihr am besten fandet, siegte »Freude am Fest« mit knappem Vorsprung vor »Weihnachten zu Hause«. Inzwischen ist eine neue Ausgabe erschienen ... womöglich bisher nur für Abonnenten, denn eigentlich ist sie auf den 27. Dezember datiert. Aber man greift beim Micky Maus Magazin ja gerne mal ein wenig vorweg, was sich auch daran zeigt, dass es sich offiziell um die erste Ausgabe des neuen Jahres handelt. Das neue Heft haben wir uns natürlich auch wieder genau angeschaut.

Die Höhepunkte

Das neue Heft enthielt ein »Überraschungs-Extra«. Dies konnte entweder eine Nachtsicht-Brille, ein »Drachen-Shooter«, ein Scherz-Set oder eine ältere Ausgabe des Micky Maus Taschenbuchs sein. Wir gehen in so einem Fall davon aus, dass es sich um Restbestände handelt. Ob das Überraschungs-Extra eine Erwähnung in der »Höhepunkte«-Rubrik verdient oder nicht, hängt natürlich ganz davon ab, welches Extra man erwischt hat. Bei uns handelte es sich um »Drei Neffen auf Achse«, das zehnte Micky Maus Taschenbuch, das ursprünglich im Juli 2018 erschienen war. Damit um das beste Extra, das überhaupt einem Micky Maus Magazin potenziell beiliegen kann: mehr Comics. Wir sind also mit unserer Beilage sehr zufrieden.

Gefreut haben wir uns vor allem über den Comic »Fit statt fertig«. Nicht etwa, weil er übermäßig gut oder spannend oder dergleichen gewesen wäre, sondern weil es sich um einen Ede-Wolf-Comic handelt. Hier schwingt also jede Menge Nostalgie unsererseits mit, denn Ausflüge ins Entenhausener Wäldchen sind bekanntlich in den letzten Jahren sehr rar geworden. Hinzu kommt noch, dass in dem Dreiseiter nicht das übliche Ede-Wolf-Schema abgespult wird, in dem er die drei kleinen Schweinchen in irgendeiner Weise fängt, sie dann aber doch entkommen und er eins von Gevatter Bär auf die Mütze bekommt. Der Comic stammt von Jonathan van Engelenhoven, wurde von Jordi Alfonso und Tony Fernández skizziert und im Comicup Studio komplettiert. Er erschien am 30. Dezember des letzten Jahres unter dem Titel »Biggen aan de deur« (Ferkel vor der Tür) im niederländischen Donald-Duck-Magazin.

Die übrigen Comics

Als »Top-Comic« wurde auf der Titelseite des Magazins die Donald-Duck-Story »Gefangene des Mondes« angepriesen. Der zehn Seiten lange Comic wurde 2021 von Gorm Transgaard geschrieben, von Carmen Pérez und Tony Fernández skizziert und von den Inkern des Comicup Studios vervollständigt. In der zehn Seiten langen Geschichte findet das »Wintermondfest« in Entenhausen statt. Dort kommt es zu einem derart riesigen Personenauflauf, dass jedem Querdenker vor Freude der Aluhut hochhüpfen würde. Der Entenhausener Bürgermeister beschließt daraufhin, die Bürger an einen Ort zu verfrachten, an dem mehr Platz ist: auf den Mond. Nur Donald fliegt nicht in Daniel Düsentriebs Rakete mit. Ähm ... ja. Das ist alles genauso abstrus, wie es sich anhört. Und absurderweise sind die ersten Dinge, die dem allein zurückgebliebenen Donald einfallen, ungesetzlich. Unserer Meinung nach ist die Geschichte kein »Top-Comic«, denn zwar ist sie nach hinten raus ganz nett gemeint, aber man kann es mit den aberwitzigen Ideen manchmal auch übertreiben.

A propos übertriebene Ideen: In dem Dreiseiter »Ein lebendes Kunstwerk« hat Daniel Düsentrieb eine Maschine entwickelt, die automatisch schöne Gemälde malen kann, indem man die zu zeichnenden Gegenstände in einen Trichter wirft. Dummerweise gerät Donald Duck höchstselbst in den Trichter und verwandelt sich in ein kubistisches Meisterwerk. Anschließend geht er diverse Kunstepochen körperlich durch. Hat man schon gedacht, es sei bereits absurd gewesen, ganz Entenhausen auf den Mond zu schicken, um mehr Platz für ein Volksfest zu haben, wird man hier eines Besseren belehrt: DAS hier ist richtig bizarr. Leider dabei nicht so witzig, wie es sich Jaakko Seppälä vermutlich gewünscht hat. Von ihm stammt die Idee zu der Geschichte, Fernando Güeli hat sie gezeichnet.

In dem Sechsseiter »Berufsrisiko« hat Donald Duck eine neue Geschäftsidee: In seinem Unternehmen »Donalds Mahlzeiten« kocht er Essen für Leute, die dies nicht selbst tun wollen oder keine Zeit dafür haben, und er bringt es ihnen nach Hause. Gemeinsam mit seinen Neffen liefert er in der Story drei Mahlzeiten aus. Dummerweise kann er dabei nicht einfach von Haus zu Haus fahren, sondern muss die Lieferungen zu den am schwierigsten erreichbaren Orten überhaupt befördern. Dass es auf jede Menge Akrobatik hinauslaufen würde, konnte man schon ab dem ersten Panel erahnen, da Tick, Trick und Track darin den Wunsch entwickeln, einen Zirkus zu besuchen. Auch dieser Comic wurde wieder zu sehr übertrieben, um witzig zu sein. Was ist das denn für eine seltsame Auswahl an Geschichten? »Berufsrisiko« wurde 2019 von Frank Jonker geschrieben und von Raúl Bratesco gezeichnet. Unter dem Titel »Maaltijdbezorger« (Essenslieferung) erschien der Comic am 1. April des letzten Jahres im niederländischen Donald-Duck-Magazin und wurde von dort übernommen.

Der Reigen der Absurditäten wird in »Tierischer Zauber« fortgesetzt, einem Vierseiter, in dem sich Goofy einen Zauberkasten kauft. Als er beginnt, mit den darin enthaltenen Gegenständen herumzuexperimentieren, erschafft er auf magische Weise zahlreiche wilde Tiere und einen halben Urwald. Am Ende läuft er sogar Gefahr, von einem Löwen gefressen zu werden. Auch auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Auch das hier war wieder viel zu übertrieben. Man könnte glatt meinen, bei der Auswahl der Comics hätte dieses Mal ein System dahintergestanden, bei dem es darum ging, Witzigkeit mit Aberwitzigkeit zu substituieren. Der Comic stammt von Wouter Goudswaard und wurde von José Antonio González gezeichnet. Er erschien am 4. März dieses Jahres als »Goocheldoos« (Magische Box) im holländischen Donald-Duck-Magazin.

In dem Dreiseiter »Luftangriff« hat es in Entenhausen geschneit, weswegen Donald Duck und die Kinder eine Schneeballschlacht machen wollen. Zur Verteidigung errichten sie ganz spezielle Festungen: Donald baut eine Schneeburg mit dicken Mauern, während sich Tick, Trick und Track - wieso auch immer - für ein Flugzeug aus Schnee entscheiden. Donald macht sich darüber lustig und wird prompt von einem richtigen Flugzeug gerammt, das beinahe in sein Grundstück stürzt und nur im letzten Moment nochmal hochziehen kann. Ja, er wird gerammt. Von. Einem. Richtigen. Flugzeug. Ihr könnt euch sicher denken, was wir dazu zu sagen haben: Das Konzept der Absurditäten wurde auch hier fortgesetzt und noch einmal eine Stufe weiter übertrieben. »Luftangriff« wurde von Gaute Moe ersonnen und von Maximino Tortajada Aguilar in Bilder umgesetzt.

«Zeit für neue Geigen« entschädigt am Ende noch einmal für den ganzen Nonsens. Das Fähnlein Fieselschweif reist darin zu einem winterlichen Wochenendlager. Tick, Trick und Track haben in der Natur eine Reihe von Aufgaben zu absolvieren. Donald hat sich bereiterklärt, als erwachsener Begleiter mitzufahren und als Küchenhilfe einzuspringen. Tatsächlich will er seine Neffen jedoch nur im Auge behalten. Dabei gerät er mehrfach selbst in Bedrängnis. Hierbei handelt es sich um eine deutlich klassischere Donald-Duck-Storyline als das, was im Großteil des Heftes abgeliefert wurde. Und so auf dem Boden geblieben wirkt das alles schon viel unterhaltsamer. Damit wurden wir also abschließend tatsächlich noch einmal zufriedengestellt. Der Zehnseiter wurde von Stefan und Unn Prinz-Pahlson erdacht und von Wanda Gattino gezeichnet.

Die Tiefpunkte

Wenn man unseren kurzen Abriss der ganzen Comics hintereinander liest, dann wird man sich vielleicht wundern, warum wir die ganzen Absurditäten nicht bei den »Tiefpunkten« eingeordnet haben. Aber soweit wollen wir nicht gehen: Die Comics sind zwar fast alle nicht richtig gut, sie sind aber auch keine solchen Reinfälle, dass man sich darüber sonderlich beklagen müsste. Übermäßig schlecht war an dieser Ausgabe also nichts ... es sei denn, man hat beim »Überraschungs-Extra« Pech gehabt und das stupide Waffenspielzeug gezogen.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt

Im Laufe des Jahres 2021 hatte es kaum eine Ausgabe des Micky Maus Magazins gegeben, in der nicht ein alter Comic recycelt wurde, den man schon vorher ein oder zwei Mal im Magazin lesen konnte und der nur ein wenig nachkoloriert und umgetextet wurde. Davon blieb man dieses Mal verschont: Alle enthaltenen Comics waren deutsche Erstveröffentlichungen, wenn wir das richtig überblickt haben. Allenfalls der Einseiter »Der Skispringer« aus dem Jahre 1959 könnte schon mal irgendwo vorgekommen sein, was sich in Ermangelung eines Storycodes nicht überprüfen ließ. Angesichts seiner Kürze kann man dies aber so oder so vernachlässigen.

Fazit

Das Micky Maus Magazin startet auf eine durchwachsene Weise ins neue Jahr. Die Auswahl der Geschichten erschien uns einfach seltsam, und es wurde viel zu wenig auf bodenständige Unterhaltung gesetzt. Das Gute ist: Wenn man eine Ausgabe erwischt hat, in der das Taschenbuch als Überraschungs-Extra enthalten war, dann wird man mit fast 150 Seiten zusätzlichen Comics entschädigt. Und dann sind die im Magazin abgedruckten Comics nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein, da man dann ein Vielfaches an Lesestoff zur Verfügung hat. Die nächste Ausgabe wird am 7. Januar erscheinen, mit vierzig bunten Comicseiten daherkommen und ein »Ekel-Prank-Set« enthalten, auf das wir gerne verzichten würden.


Welche Geschichte fandet ihr am besten?
1
 
 140 (34,7%)
Zeit für neue Geigen
2
 
 74 (18,3%)
Gefangene des Mondes
3
 
 64 (15,8%)
Tierischer Zauber
4
 
 35 (8,7%)
Ein lebendes Kunstwerk
5
 
 34 (8,4%)
Fit statt fertig
6
 
 22 (5,4%)
Berufsrisiko
7
 
 12 (3,0%)
Luftangriff
7
 
 12 (3,0%)
Der Skispringer
9
 
 11 (2,7%)
Schneeräumdienst
An der Umfrage haben 404 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz