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  Entenchroniken 9: Der ewige Zweite
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Für die neueste Ausgabe unserer »Entenchroniken« haben wir fünf Kinder unserer Mitarbeiter einen alten Dagobert-Duck-Comic lesen lassen, der vielleicht keine allzu große allgemeine historische Relevanz hat, jedoch für mehrere Mitglieder unseres Teams eine persönliche. Als unsere ostdeutschen Helfer nach dem Fall der Berliner Mauer erstmals in den »Westen« fahren durften und sich vom Begrüßungsgeld etwas aussuchen durften, fiel gleich bei drei von ihnen die Wahl auf das damals aktuellste Lustige Taschenbuch. Dadurch wurde dessen Titelgeschichte zum ersten Disney-Comic überhaupt, den sie gelesen haben.

Der ewige Zweite

Beim »ewigen Zweiten« handelt es sich um eine ursprünglich italienische Geschichte, die im Jahre 1987 von Bruno Concina verfasst wurde, woraufhin Francesc Bargadà Studio sie in Bildern umsetzte. Sie wurde am 26. Juli 1987 (seltsamerweise in zwei Teilen) in der damaligen Ausgabe des Magazins »Topolino« veröffentlicht. Damals trug sie den Titel »Zio Paperone e il più ricco del Reame«, was auf Deutsch in etwa »Onkel Dagobert ist der Reichste im Reich« bedeutet. Die 61seitige dreireihige Geschichte landete in der 140. Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs, welche am 21. November 1989 veröffentlicht wurde und ebenfalls »Der ewige Zweite« hieß.

Worum geht es?

Klaas Klever betritt seine Geschäftsräume, lässt sich von seinen eigenen Mitarbeitern feiern und fragt dann seinen Bürocomputer, wer die aktuell reichste Ente der Welt sei. Dieser gibt die gleiche Antwort wie an jedem anderen Tag auch: Dagobert Duck. In der Folge tätigt Dagobert Duck weitere erfolgreiche Geschäfte und schnappt Klever diverse lukrative Aufträge direkt unter dem Schnabel weg. Als Klevers Computer daraufhin berechnet, dass man Dagobert Duck damit als die reichste und zweitreichste Ente der Welt gleichzeitig einstufen müsste und Klever nur noch die Nummer Drei sei, zieht Klever Konsequenzen.

Spoiler

Die Konsequenz sieht so aus, dass Klever durch einen Strohmann eine große Salzwüste kaufen lässt, die sich bis dahin in Dagoberts Besitz befand. Hier will er »Kleverhausen« errichten lassen, eine eigene Stadt, wo sichergestellt wäre, dass es dort niemanden gäbe, der reicher als er selbst wäre. Als Dagobert davon Wind bekommt, setzt er alle Hebel in Bewegung, um Klever in Entenhausen zu halten, denn ohne ihn wäre das Leben viel langweiliger, und er könnte sich weniger in seinem Erfolg sonnen. Dagobert fordert überhöht viel Geld für einen neuen Stadtpark, damit Klever den Auftrag erhält, er warnt einen Ölscheich vor sich selbst, so dass ein Erdölgeschäft nicht an ihn, sondern an Klever fällt, und er lässt die Panzerknacker bei Klever einbrechen, die bisher einen Bogen um diesen gemacht hatten, weil bei ihm so viel weniger zu holen war als im Duck'schen Geldspeicher. Was er auch tut: Klever lässt sich von seinen Plänen nicht abbringen. Er verlässt tatsächlich Entenhausen und zieht in seine eigene Stadt. Dort angekommen, befragt Klever wiederum seinen Computer, wer nun die reichste Ente vor Ort wäre, und er erhält zur Antwort: Dagobert Duck. Dieser hat sich ein Grundstück in Kleverhausen gekauft, so dass er sich auch hier in seiner Überlegenheit aalen kan.

Die Einschätzung

Für diejenigen Mitarbeiter von uns, die damals die Geschichte gelesen hatten, umgibt die ganze Story ein großer nostalgischer Flair, der bei unseren Kindern natürlich nicht vorhanden ist. Selbst den Älteren hat sich inzwischen allerdings etwas gezeigt, das damals gar nicht großartig aufgefallen ist: Dagobert Duck kommt in der Geschichte alles andere als sympathisch rüber. Wie er sich hier verhält und wie er auf dem (in allen Belangen) unterlegenen Rivalen herumtrampelt und ihn vorführt, ist schon eine ziemliche Zumutung. Klaas Klever wirkt hier wie ein armer Tropf, und wenn man ihn nicht aufgrund seiner zahllosen anderen Auftritte als Bösewicht wahrnehmen würde, müsste man sich glatt fragen, wer hier eigentlich das Gute verkörpert. Unseren Kindern fiel das auch auf, allerdings hatten sie natürlich schon eine vorgefertigte Meinung über Klever. Für sie kam die Geschichte nett, allerdings auch nicht übermäßig spannend rüber - kein Wunder, hier geht es schließlich für die Protagonisten auch nicht darum, einen Schatz zu entdecken oder Gefahr zu laufen, Geld zu verlieren, sondern lediglich um einen Umzug. Die Schlusspointe ist auch nicht so ganz überragend, denn dass sich Dagobert Ducks Problem so leicht lösen lässt und dass Klever so leicht übertölpelt werden kann, lässt den Eindruck zurück, dass sich die Comicmacher die Sache schon ziemlich einfach gemacht haben. Eine unserer Testleserinnen gab der Geschichte die Note Zwei, zwei die Note Drei, und zwei die Note Vier, was am Ende die Durchschnittsnote 3,2 ergibt. Vielen Dank an Amelie, Hannah, Fabian, Niels und Zoé für die Mithilfe!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz