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  Entenchroniken 23: Wüstensand und Zauberstaub
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Bei einer Jubiläumsausgabe wie dem 1984 erschienenen hundertsten Lustigen Taschenbuch sollte man eigentlich davon ausgehen, dass darin ganz besonders herausragende Geschichten verarbeitet wurden. Kurzerhand haben wir fünf Kinder unserer Mitarbeiter für die neueste Ausgabe unserer »Entenchroniken« auf den ersten Comic aus jenem Buch angesetzt. Dass man sich beinahe anderthalb Jahrzehnte Zeit ließ, ehe die Geschichte ins Deutsche übersetzt wurde, machte uns dabei von Anfang an etwa skeptisch.

Wüstensand und Zauberstaub

Tatsächlich gehört »Wüstensand und Zauberstaub« laut der Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zu den tausend am besten bewerteten Entengeschichten. Sie wurde ursprünglich am 6. Dezember 1970 im italienischen »Topolino«-Magazin veröffentlicht und tauchte anschließend immer wieder aufs Neue in den dortigen Publikationen auf. Der 28 Seiten lange Dreireiher wurde von Rodolfo Cimino erdacht und von Giorgio Cavazzano in Zeichnungen umgesetzt. Der Originaltitel lautete »Zio Paperone e la polvere di stelle«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und der Sternenstaub« bedeutet. Hierzulande erschien die Geschichte nicht nur im erwähnten 1984er Lustigen Taschenbuch, das ursprünglich »Ein fest für Donald« hieß und in einer Neuauflage in das tumbe »Jubiläumsausgabe« umgetauft wurde, sondern auch noch einmal im Jahre 2010, als in einer Sonderedition die (angeblich) besten Geschichten aus den ersten hundert Lustigen Taschenbücher zusammengefasst wurden.

Worum geht es?

Donald plant mit seinen drei Neffen einen Fahrradausflug in eine Wüste. Als Dagobert davon Wind bekommt und sich Donald darüber lustig macht, dass ein alter Erpel wie er eine solche Tour nicht mehr unternehmen könnte, schnappt sich die reichste Ente der Welt ihr uraltes Veloziped und fährt kurzerhand mit. In der Wüste verfahren sich die Ducks und finden den Heimweg nicht mehr, dafür entdecken sie ein Leuchten, das aus dem Inneren eines Berges dringt. Dieses geht von schimmernden Staub aus, und wie sich bald zeigt, kann dieser Wünsche erfüllen.

Spoiler

Da es in der Wüste ziemlich heiß ist, ist der naheliegendste Wunsch natürlich eine Flasche Wasser. Nachdem sich Dagobert überzeugt hat, dass der Staub funktioniert, sammelt er ihn ein, um ihn mit nach Entenhausen zu nehmen. Es fragt sich jedoch, wie sie dorthin zurückkommen, da sie nach wie vor den Weg nicht kennen. Hinzu kommt, dass Tick, Trick und Track einen Hinweis in ihrem schlauen Buch finden, laut dem der Staub verhindert, dass sie den Weg finden. Dies bestätigt ihnen auch ein vorbeiziehender Indianer namens Rauchende Pfeife, der Dagobert nahelegt, den Staub zurückzubringen. Die Ducks ignorieren die Warnung und unternehmen zahllose vergebliche Anstrengungen, den Weg zu finden. Dabei verbrauchen sie allerhand Staub, um sich neue Lebensmittel zu wünschen. Als sie merken, dass sie immer im Kreis fahren, wünschen sie sich von dem Staub einen Pfeil, der ihnen die Richtung nach Hause zeigt. Dies funktioniert zunächst, doch der Pfeil fällt kurze Zeit später wieder in sich zusammen. Der Indianer taucht nochmals auf und verdeutlicht ihnen, dass sie wirklich keine Wahl hätten: Für sie heißt es entweder oder, Katz' oder Koder: Sie können den kompletten Staub auf einen Haufen werfen und sich einen neuen Pfeil wünschen, oder sie werden niemals nach Hause finden. Nachdem alle Stränge reißen, kapituliert Dagobert, und der komplette restliche Staub wird verwendet. Schlussendlich stellt sich heraus, dass sie nur fünfhundert Meter von der Zivilisation entfernt waren. Mit den restlichen Partikeln des Zauberstaubs, die noch an seinen Fingern kleben, lädt Donald seine Neffen abschließend zum Abendessen ein.

Die Einschätzung

Schlecht ist sie natürlich nicht, die Geschichte rund um das magische Pülverchen. Es gibt einige wirklich amüsante Momente, etwa den, in dem Dagobert erstmals mit seinem Fahrrad aus dem neunzehnten Jahrhundert aufkreuzt. Es gibt durch das Festsitzen in der Wüste einen - für einen Disney-Comic - anständigen Spannungsbogen, und letztlich enthält die Geschichte auch eine ganz gute Lehre, nämlich die, dass es manchmal durchaus sinnvoll sein kann, auf Dinge zu verzichten und nicht gierig zu sein, wenn man sein Ziel erreichen möchte. Während des Lesens hatten wir das Gefühl, dass das verwendete Motiv, dass erst alle Wünsche (im wahrsten Sinne des Wortes) in den Sand gesetzt werden müssen, ehe der Heimweg erkennbar wird, aus irgendeinem Buch oder Film »gecovert« wurde. Falls ihr eine Idee haben solltet, auf was »Wüstensand und Zauberstaub« anspielen könnte, könnt ihr uns gern einen Hinweis schicken.

Unabhängig davon ist die Sache jedoch: Mag die Story auch ganz nett sein, so beinhaltet sie nun auch wieder nicht den großen Aha-Effekt, den man von der Titelgeschichte eines solchen Jubiläumsbandes erwarten würde. Dafür, dass anno 2010 entschieden wurde, dass sie zu den acht besten Geschichten der ersten hundert Lustigen Taschenbücher gehörte, lässt sich erst recht keine vernünftige Begründung finden. Und so kam es dann auch, dass unsere fünf jungen Testleser die Geschichte absolut durchschnittlich bewertet haben: Jeweils einmal wurden die Schulnoten Zwei und Vier vergeben, dreimal gab es die Note Drei, was summa summarum auf die mittlere Note 3,0 hinauslief.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz