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  Entenchroniken 19: Aus Daisys Tagebuch - Fernsehrezepte
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Comics, in denen Daisy Duck im Mittelpunkt stehen, tendierten in der Vergangenheit oft dazu, ein etwas fragwürdiges Frauenbild zu vermitteln. In den Geschichten, die aus »Daisys Tagebuch« erzählt wurden, wurde die Sache mit den Klischees oft sogar noch eine Stufe weiter getrieben. Eine historische Ausgabe eines solchen Tagebuch-Comics haben wir fünf Kinder unserer Mitarbeiter für unsere »Entenchroniken« lesen lassen.

Fernsehrezepte

Die Geschichte, um die es hier gehen soll, wurde von Carlo Panaro ersonnen, von Romano Scarpa per Bleistift skizziert und anschließend von Sandro del Conte grafisch komplettiert. Der 26 Seiten lange Dreireiher erschien erstmals am 22. Februar 1987 in der damaligen Ausgabe des italienischen »Topolino«-Magazins und hieß damals »Le telericette«, was offenbar das gleiche wie der deutsche Titel bedeutet. »Fernsehrezepte« wurde erstmals am 21. November 1989 im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 140 veröffentlicht, das »Der ewige Zweite« hieß. 2015 erfolgte eine Neuveröffentlichung unter gleichem Namen in der Sonderausgabe »Entenstarke Frauen« des Lustigen Taschenbuchs, die sich speziell mit Daisy beschäftigte.

Worum geht es?

In einer Zeitung, die er aus vierter Hand erstanden hat, liest Dagobert Duck, dass die Mehrheit des Fernsehpublikums weiblich ist, weswegen ein ganz auf Frauen zugeschnittenes neues Programm in seinem Sender anbieten möchte: Eine Sendung, in der Kochrezepte vorgeführt werden. Da Oma Duck bereits für die Abteilung Landwirtschaft eingeplant ist, beschließt er Daisy zur Moderatorin der Show zu machen. Diese lässt sich mit dem Hinweis, sie würde berühmt werden, tatsächlich dafür ködern.

Spoiler

Die ersten Ausgaben der Show verlaufen extrem erfolgreich, und Daisy wird tatsächlich zu einer Entenhausener Berühmtheit. Eines Tages muss sie vor aufdringlichen Fans flüchten und bemerkt dadurch zu spät, dass sie das Rezept des Abends daheim liegengelassen hat. Da sie sich nach ihrer Flucht neu herrichten muss und dafür drei Stunden benötigt, wird Donald beauftragt, den Zettel zu holen. Dieser gerät mit einem Polizisten aneinander, nachdem er auf dem Weg zu Daisys Haus sieben rote Ampeln überfährt, kann dem Schutzmann jedoch entkommen. An Daisys Haus ist der Schlüssel nicht im gewohnten Geheimversteck (unter dem Abtreter) zu finden, weswegen Donald kurzerhand einbricht. Dabei wird er von einer Nachbarin beobachtet, die prompt den gleichen Polizisten herbeiruft. Als Frau verkleidet kann Donald entkommen, doch der Polizist heftet sich an seine Fersen. Mit Müh und Not kann Donald ihm davonlaufen, doch er fällt dabei in eine Pfütze, wodurch das Rezept nass wird und nicht mehr gelesen werden kann. Kurzerhand vervollständigt er es selbst. Die Sendung wird natürlich zu einem Reinfall, und Daisys Fernsehkarriere ist ruiniert. Dagobert macht hingegen keinen Verlust, da sich das neue Rezept als wunderbarer Insektenvernichter entpuppt. Daisy hingegen reagiert wütend auf Donald, der einmal mehr flüchtet und dieses Mal genau in die Hände des Polizisten rennt. Der Eulenrichter verknackt den Pechvogel abschließend zu einer Geldstrafe.

Die Einschätzung

Man muss der Geschichte attestieren, dass das vermittelte Frauenbild nicht ganz so katastrophal ist wie in anderen Daisy-Duck-Comics, so richtig gut kommt die holde Weiblichkeit aber trotzdem nicht weg. Dagobert bezirzt Daisy mit Blumen aus ihrem eigenen Garten, Dagoberts erste Assoziation von Frauen und Fernsehen ist eine Show, bei der eine Frau hinter dem Herd stehen muss, zum Aufhübschen braucht Daisy Stunden, und natürlich wird ihre Wut mit dem direkten Griff zum Nudelholz in Szene gesetzt. Natürlich muss man das Ganze im zeitlichen Kontext betrachten, und 1987 war die Welt noch nicht ganz so weit wie heute, dennoch sind das alles recht fragwürdige Momente. Die Geschichte selbst ist dennoch recht amüsant geworden, einerseits dank Dagoberts vollkommen überzogenenen Geizmomenten, andererseits dank Donalds Slapstick-Tour. Obwohl es sich nominell um eine Daisy-Geschichte handelt, spielt die Schleife tragende Entendame eigentlich nur eine Nebenrolle, was in dem Fall vermutlich besser so ist. Unsere junge Testleser waren trotzdem nicht wirklich zufrieden: Drei von ihnen gaben dem Comic die Note Drei, und jeweils einmal gab es die Noten Vier und Fünf, was schlussendlich zur Durchschnittsnote 3,6 geführt hat.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz