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  Entenchroniken 18: Der Mann mit der eisernen Maske
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Nachdem wir in den letzten Wochen fünf Kinder unserer Mitarbeiter schon auf zwei verschiedene Geschichten aus dem 140. Lustigen Taschenbuch angesetzt hatten, das vor mehr als drei Jahrzehnten erschienen ist, haben wir sie einfach mal weiterlesen lassen und sie den dritten Comic des Buchs schmökern lassen. Dieser thematisiert eine berühmte historische Vorlage, die schon oft in Büchern, Filmen & Co. aufgegriffen wurde.

Der Mann mit der eisernen Maske

Die 26 Seiten lange dreireihige Geschichte hat sogar noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel als das erwähnte Lustige Taschenbuch, denn sie wurde ursprünglich schon am 29. April 1984 in der damaligen Ausgabe des italienischen »Topolino«-Magazins veröffentlicht. Erdacht wurde sie von Frank Gordon Payne, für die zeichnerische Umsetzung war das Francesc Bargadà Studio aus Barcelona zuständig. Der Originaltitel lautete »Paperino e la maschera di ferro«, zu Deutsch »Donald und die eiserne Maske«. Hierzulande wurde der Comic schon wiederholt veröffentlicht. Erstmals erschien er am 21. November 1989 im Lustigen Taschenbuch »Der ewige Zweite«, das wir schon eingangs erwähnt haben. 2013 erfolgte eine Neuherausgabe im 54. Spezial-Taschenbuch, das den Titel »Adel verpflichtet« trug und zwei Jahre später noch einmal als »Enthologie« veröffentlicht wurde. Eine erneute Wiederveröffentlichung erfolgte 2018 im Rahmen der »Entenhausener Weltbibliothek«, als sich diese mit französischen Literaturklassikern beschäftigte.

Worum geht es?

Donald ist mit seinen Neffen und Daisy zum Eisessen gegangen, um den (ziemlich fragwürdig zustandegekommenen) Verkauf einer Enzyklopädie zu feiern, die er für Onkel Dagobert an den Mann bringen soll. Anschließend lädt er die anderen noch ins Kino ein, doch die Kinder können nicht mitkommen, da sie für die Schule einen Text über den »Mann mit der eisernen Maske« schreiben sollen. Nachdem auch noch Gustav Gans hinzukommt, lässt sich Donald dazu provozieren, seinen Neffen die Geschichte selbst zu erzählen.

Spoiler

In Donalds Geschichte wird das Frankreich des 17. Jahrhundertts von Louis Gustave XIV. (Gustav Gans) regiert, einem totalen Pechvogel. Innenminister des Landes ist Dagobonnet (Dagobert Duck), als Finanzminister fungiert Kleverfouquet (Klaas Klever). Letzterer möchte die Macht im Lande übernehmen und plant deshalb, den König heimlich durch dessen Stiefbruder zu ersetzen. Inzwischen hat Dagobonnet erkannt, dass Frankreich in eine finanzielle Schieflage geraten ist, da sich Kleverfouquet ständig Geld angeeignet hat, das eigentlich dem Land zustünde. Als er dies aufklären möchte, wurde der König gerade durch seinen Doppelgänger ersetzt, und der Strohmann des Finanzministers lässt Dagobonnet durch seinen Soldaten Don D'Artagnan (Donald Duck) aufgrund des angeblich falschen Vorwurfs verhaften. Im Gefängnis stoßen Dagobonnet und D'Artagnan auf einen Häftling, dessen Gesicht in eine eiserne Maske gehüllt wurde. Dagobonnet erkennt die Stimme des Mannes und identifiziert ihn als den echten König. Es gelingt ihm und D'Artagnan, die Gefängniswache zu überrumpeln und den König zu befreien. Gemeinsam reisen sie zu dessen Oma, die in der Lage ist, den echten König und dessen Stiefbruder voneinander zu unterscheiden. Dadurch wird Kleverfouquets Intrige entlarvt. Die Stiefbrüder verbünden sich und lassen Kleverfouquet verhaften. Der inzwischen gefangene D'Artagnan wird freigelassen und hält erfolgreich um die Hand von Daisynette (Daisy Duck) an, für die sich eigentlich auch die beiden königlichen Stiefbrüder interessiert hatten.

In der Jetztzeit zweifeln Tick, Trick und Track den Verlauf der Geschichte an, aber Daisy hat die Story aufgrund des romantischen Aspekts gefallen. Während Daisy und Donald anschließend ins Kino abmarschieren, spendiert Gustav den drei Jungs einen Eisbecher.

Die Einschätzung

Das Aufgreifen literarischer oder historischer Vorlagen hat im Lustigen Taschenbuch und in den »Topolino«-Comics bekanntlich eine sehr lange Tradition, die bis zu den Ursprüngen der Micky- und Donald-Geschichten zurückreicht. Dabei ist die Qualität der einzelnen »Coverversionen« stark schwankend. In diesem Fall hatten die Comicmacher eine recht freie Hand, da die eigentliche Legende vom Mann mit der eisernen Maske nicht ganz so spezifisch vorliegt wie so manch anderer Ausgangsstoff. Schlussendlich hat man sich 1984 dafür entschieden, einen weitgehend harmlosen Comic zu entwickeln ... zumindest weitaus harmloser als die mehr als dreißig Jahre währende Haft des »echten« Mannes mit der Eisenmaske. Letztlich wird hier alles recht schnell durcherzählt und die von Kleverfouquet ersonnene Intrige zerfällt innerhalb weniger Seiten zu Staub. Wenn es sich nicht um eine Story handeln würde, mit der man durch das Wissen um das Original automatisch etwas verbinden würde, dann würde sie deshalb vermutlich schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Positiv muss man aber festhalten, dass es auf jeden Fall absolut löblich ist, dass die Comicmacher darauf geachtet haben, die jungen Comicfans auch für literarische oder historische Themen zu interessieren. Unsere Testleser zeigten sich gegenüber der Geschichte relativ indifferent: Eine Leserin gab ihr die Note Zwei, die übrigen vier gaben ihr die Note Drei, was summa summarum die Durchschnittsnote 2,8 bedeutete.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz